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Nuklearwaffen

122 Länder für Atomwaffenverbot

Ein Großteil der UN-Mitgliedstaaten ist dabei - doch die entscheidenden Akteure fehlen. Die Atommächte sperren sich gegen den Vertrag, der Nuklearwaffen ächtet.

Eniwetok Atoll 1952 - Wasserstoffbombe gezündet (picture-alliance/dpa/Consolidated National Archives)

Am 1. November 1952 zünden die USA auf dem Eniwetok-Atoll der Marshall-Inseln die erste Wasserstoffbombe (Archivbild)

Mit einem Abkommen zum Verbot von Atomwaffen haben mehr als 120 UN-Staaten Druck auf die beim G20-Gipfel in Hamburg versammelten Nuklearmächte ausgeübt. Für den Vertrag stimmten in New York 122 Länder. Boykottiert wurden die Verhandlungen von den neun bekannten Atommächten, darunter die USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich, die zugleich UN-Vetomächte sind. Auch Deutschland und die meisten anderen NATO-Staaten beteiligten sich nicht.

Die Regierungen in Washington, London und Paris erklärten in einer ersten Reaktion, das Papier ignoriere die Realität. Atomkraftgegner nannten den Vertrag hingegen "historisch". Das Votum wurde von den Befürwortern mit Applaus und Jubelrufen quittiert. "Wir haben damit den Grundstein für eine atomwaffenfreie Welt gelegt", sagte die Botschafterin von Costa Rica, Elayne Whyte Gomez. Sie leitete die UN-Konferenz zur Ausarbeitung des Abkommens. Die Initiative ging unter anderem von Österreich, Brasilien, Mexiko, Südafrika und Neuseeland aus.

Keine Entwicklung und Lagerung von Atombomben

Das Abkommen sieht ein vollständiges Verbot der Entwicklung und Lagerung von Atomwaffen vor. Auch die Drohung mit einem Nuklearangriff ist demnach untersagt. Mit dem Beschluss wollen die Unterstützer die Atommächte zur Abrüstung bewegen. Über Atomwaffen verfügen neben den fünf UN-Vetomächten auch Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea.

Die Kritiker des Abkommens, allen voran die USA, betonen die abschreckende Wirkung der Nuklearwaffen. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hatte im März zu Beginn der Verhandlungen erklärt: "Es gibt nichts, was ich mir für meine Familie mehr wünsche als eine Welt ohne Atomwaffen. Aber wir müssen realistisch sein." Sie verwies dabei auf das Atomprogramm Nordkoreas.

Auch Japan beteiligte sich nicht an den Verhandlungen. Das Land ist das einzige, auf das bisher Atombomben abgeworfen wurden. Bei den Angriffen der USA auf die Städte Hiroshima und Nagasaki wurden 1945 zehntausende Menschen getötet.

jj/ml (dpa, afp, kna)