1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

12.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach den größten Anti-Regierungs-Demonstrationen in Russland seit dem Ende der Sowjetunion hat Präsident Dmitri Medwedew eine Überprüfung der Vorwürfe über mutmaßliche Manipulationen bei der Parlamentwahl angeordnet. Über das Onlinenetzwerk Facebook wies er aber zugleich die Forderung der Opposition nach Neuwahlen zurück. Er stimme keinem der Aufrufe zu, die auf den Kundgebungen gemacht wurden. Der liberale Oppositionsvertreter und einstige Regierungschef Boris Nemzow kündigte daraufhin an, die Proteste fortzusetzen. - Am Samstag hatten in zahlreichen russischen Städten Zehntausende gegen mutmaßlichen Betrug bei der Parlamentswahl am Sonntag vor einer Woche protestiert.

***

In Deutschland haben Politiker über Parteigrenzen hinweg die Proteste in Russland gewürdigt. Die Sprecherin der Grünen für Osteuropa, Marieluise Beck, sprach von einem russischen Frühling mitten im Winter, weil mit dem Protest niemand gerechnet habe. Offenbar habe das Moskauer System mit seinem Geschacher um die Macht überzogen. Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, forderte eine Wiederholung der Parlamentswahlen. Dabei müssten die bislang ausgeschlossenen Parteien zugelassen und eine ehrliche Auszählung garantiert werden. Mit dem Ergebnis könnten dann alle leben, so Gysi. Der CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder verlangte von der russischen Führung, das Grundrecht auf Meinungs-, Presse- und Demonstrationsfreiheit zu schützen. Friedlicher Protest sei gerade für die junge Generation wichtig.

***

Die Beschlüsse des EU-Gipfels gehen der Ratingagentur Moody's nicht weit genug. In einer Mitteilung der Agentur heißt es, das Krisentreffen habe wenig neue Maßnahmen zur Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone gebracht. Es habe sich an der Einschätzung nichts geändert, dass der Zusammenhalt in der Euro-Zone gefährdet sei. Die Bonitätsnoten der Länder der Währungsunion würden deshalb überprüft. Die Ergebnisse würden im ersten Quartal 2012 erwartet. Erst vor einer Woche hatte Moody's Konkurrent Standard & Poor's Deutschland und 14 weiteren Euro-Staaten mit einer Herabstufung gedroht. - Die Mitglieder der EU hatten sich mit Ausnahme Großbritanniens auf dem Gipfeltreffen in der vergangenen Woche auf eine stärkere wirtschaftliche Integration und strengere Haushaltsdisziplin geeinigt.

***

Bundespräsident Christian Wulff hat die Ergebnisse der Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban zurückhaltend bewertet. Das Ergebnis des Treffens habe gezeigt, wie weit weg ein tragfähiges Kyoto-Nachfolgeprotokoll noch sei, sagte Wulff auf einer Wirtschaftskonferenz im Golf-Emirat Abu Dhabi. Zuvor hatten sowohl die Bundesregierung als auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärt, die Beschlüsse der Konferenz seien wegweisend für den Kampf gegen den Klimawandel. - Nach zähem Ringen hatten die 194 Teilnehmerstaaten der UN-Konferenz am Sonntag einen Fahrplan für ein neues Klimaschutzabkommen beschlossen. Demnach soll bis 2015 ein verbindlicher Vertrag ausgehandelt und nach der Ratifikation durch die Mitgliedsstaaten dann 2020 wirksam werden. Damit keine Lücke entsteht, soll das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll fortgeschrieben werden. Konkrete Maßnahmen wie etwa Vorgaben zur Reduzierung von Treibhausgasen wurden nicht beschlossen.

***

In Moskau startet die Russische Bahn an diesem Montag einen neuen Fernzug Richtung Paris. Für die 3.177 Kilometer lange Strecke über Weißrussland, Polen und Deutschland nach Frankreich braucht er knapp 39 Stunden. Deutsche Stationen sind Frankfurt/Oder, Berlin, Hannover, Fulda, Frankfurt am Main und Saarbrücken. Der Zug verfügt über drei Klassen und wird zunächst dreimal pro Woche zwischen der russischen und der französischen Hauptstadt verkehren. Mit Beginn des Sommerfahrplans 2012 sind dann fünf Verbindungen vorgesehen. EU-Bürger mit Fahrtziel Moskau brauchen allerdings ein weißrussisches Transitvisum.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Mehr oder weniger stark bewölkt, in Richtung Oder und Ostbayern vorankommender Regen. Die Höchstwerte liegen zwischen vier Grad in der Oberpfalz und acht Grad im Ruhrgebiet. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Dienstag weiter viele Wolken und teils ergiebiger Regen. Nur zwischen Erzgebirge und Alpen aufgelockert. Höchsttemperaturen sieben bis zehn Grad.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema