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Nachrichten

12.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der erweiterte Euro-Rettungsschirm soll in der Slowakei eine zweite Chance bekommen. Nachdem das Parlament den EFSF zunächst gestoppt und damit auch die Koalitionsregierung gekippt hat, wird nun in Bratislava nach einem Ausweg mit Hilfe der Opposition gesucht. Noch in dieser Woche könnte das Parlament ein zweites Mal über die EFSF-Erweiterung entscheiden, die Chancen für ein Ja gelten als groß. Der sozialdemokratische Oppositionsführer Robert Fico betonte jetzt, die Slowakei müsse zustimmen, weil die Krise ohne Rettungsschirm nur noch größer würde. Ministerpräsidentin Iveta Radicova von den Christdemokraten übte Kritik in Richtung des bisherigen Regierungspartners, der neoliberalen Partei SaS unter Richard Sulik. Dieser vertritt die Haltung, dass Schulden nicht mit Schulden bekämpft werden könnten. - Ohne grünes Licht aus Bratislava können auch die 16 anderen Euro-Länder die Erweiterung des EFSF nicht umsetzen.

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Ungeachtet des Scheiterns im slowakischen Parlament hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zuversichtlich über die geplante Erweiterung des Euro-Rettungsschirms gezeigt. Sie sei "sehr gewiss", dass man bis zum 23. Oktober "alle Unterschriften aller Mitgliedstaaten" unter dem EFSF haben werde, sagte Merkel während ihres Besuchs in Vietnam. Am zweiten Tag ihrer Asienreise war die CDU-Chefin zu Gast in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, wo sie unter anderem bei einem deutsch-vietnamesischen Wirtschaftsforum redete. In Ho-Chi-Minh-Stadt werden rund 40 Prozent der gesamten Exporte Vietnams erwirtschaftet. 60 Prozent aller Auslandsinvestitionen fließen in die Mekong-Region. Rund 200 deutsche Firmen sind in der Stadt vertreten. Eines der größten gemeinsamen Projekte ist derzeit der Bau einer zentralen U-Bahnlinie.

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Der US-Senat hat wie erwartet das milliardenschwere Konjunkturprogramm von Präsident Barack Obama abgelehnt. Für die Vorlage stimmten lediglich 50 der Senatoren, 49 votierten mit Nein, darunter auch zwei Senatoren der Demokraten. Um die Blockadehaltung der oppositionellen Republikaner zu überwinden wäre eine qualifizierte Mehrheit von 60 Stimmen erforderlich gewesen. Obama zeigte sich enttäuscht und kündigte Nachverhandlungen an. Mit dem 447 Milliarden Dollar schweren Programm sollten die Wirtschaft angekurbelt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Der lahmende Arbeitsmarkt ist einer der größten Hemmschuhe für einen Aufschwung der größten Volkswirtschaft der Welt. Die Republikaner lehnen die in dem Programm vorgesehenen Ausgaben und Steuererhöhungen für Millionäre ab.

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Angesichts eines angeblich vom Iran geplanten Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in Washington haben die USA eine weltweite Terrorwarnung herausgegeben. Der vereitelte Anschlag deute auf eine "aggressive Hinwendung der iranischen Regierung auf Terroraktivitäten gegen Diplomaten" auch in den USA hin, erklärte das Außenministerium in Washington. Reisende US-Bürger und im Ausland lebende Diplomaten wurden aufgerufen, die Hinweise des Außenamtes sowie andere Reisehinweise genau zu befolgen. Die US-Regierung hatte dem Iran am Dienstag die Planung eines Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter vorgeworfen. Justizminister Eric Holder erklärte, gegen zwei iranische Staatsbürger sei Anklage erhoben worden. Die Regierung in Teheran wies die Vorwürfe als böse Verschwörung zurück.

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Die israelische Regierung hat einen umstrittenen Gefangenaustausch mit der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas mit großer Mehrheit gebilligt. Nach stundenlangen Debatten stimmten im Kabinett 26 der Minister für und drei gegen die Vereinbarung. Im Gegenzug für die Freilassung des 2006 entführten 25-jährigen israelischen Soldaten Gilad Schalit sollen gut 1000 palästinensische Häftlinge freikommen. Der geplante Gefangenenaustausch war unter Vermittlung der ägyptischen Regierung in Kairo ausgehandelt worden. - Auch die Hamas bestätigte den Austausch. Der einflussreiche Exilchef der Organisation, Chaled Maschaal, sprach in Damaskus von 1027 palästinensischen Gefangenen, die in zwei Schritten freikommen sollten. Schalit soll seinen Angaben nach zuerst nach Ägypten und dann nach Israel gebracht werden. - Vertreter der obersten Führungsriege der Palästinenser befinden sich nach Angaben des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet nicht unter den Kandidaten für den Austausch. Der Fatah-Funktionär Marwan Barghuti, der Hamas-Bombenbauer Abdullah Barghuti und der Palästinenserführer Ahmed Saadat würden weiterhin in Haft bleiben, hieß es.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordosten sowie Richtung Hochrhein und Alpen meist trocken und Aufheiterungen. Sonst viele Wolken und vor allem im Westen und in der Mitte Regen. Höchstwerte zwischen zehn und 19 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag nur noch im Süden Regenschauer. In den übrigen Gebieten freundlich mit längeren sonnigen Abschnitten. Neun bis 17 Grad.

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