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Nachrichten

12.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat nun erstmals ein Mitglied der deutschen Bundesregierung offen eine Staatspleite Griechenlands ins Gespräch gebracht. Der FDP-Vorsitzende nannte in einem Beitrag für die Zeitung "Die Welt" eine geordnete Insolvenz denkbar, wenn dafür die Instrumente zur Verfügung stünden. Nach Medienberichten laufen im Bundesfinanzministerium bereits Planspiele, wie ein Bankrott Griechenlands beherrscht werden könnte. Einen Ausschluss Athens aus der Euro-Zone lehnte Unions-Fraktionschef Volker Kauder in der ARD ab. Dagegen will die CSU an diesem Montag einen entsprechenden Leitantrag für den Parteitag der Christsozialen beschließen. Überschuldete Staaten müssten damit rechnen, die Währungsunion verlassen zu müssen, heißt es darin.

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EU-Währungskommissar Olli Rehn hat die Ergänzung der Sparpläne in Griechenland begrüßt. Insbesondere lobte er die beschlossene Einführung einer Immobiliensteuer, die den Athener Schuldenhaushalt um zwei Milliarden Euro entlasten soll. Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte unter dem Druck der EU am Wochenende einen "Titanenkampf" angekündigt, um die Auflagen für neue internationale Hilfen zu erfüllen und eine Staatspleite noch abzuwenden. Griechenland bricht immer mehr die konjunkturelle Basis für den Sparkurs weg, da die Rezession viel tiefer ausfällt als erwartet. Nach einer neuen Regierungsprognose wird die Wirtschaft 2011 um mehr als fünf Prozent schrumpfen. Die Folgen sind noch niedrigere Steuereinnahmen und höhere Sozialausgaben. - Die Löhne der Staatsbediensteten und die Renten könnten noch bis Ende Oktober gezahlt werden, berichtete Vize-Finanzminister Philippos Sachinidis in Athen. Man versuche, die Staatsgeschäfte aufrechtzuerhalten.

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Die überraschende Rücktrittsankündigung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark und Sorgen um eine Staatspleite Griechenlands haben nach den europäischen und US-Börsen auch den Börsen in Asien zugesetzt. Der Euro fiel zum Yen auf ein neues Zehn-Jahres-Tief. Er unterschritt zwischenzeitlich die Marke von 1,35 Dollar. In Tokio verlor der Leitindex Nikkei 2,3 Prozent und stürzte auf den tiefsten Schlusskurs seit April 2009. Die Börse in Hongkong verlor mehr als vier Prozent, Singapur gab knapp drei Prozent nach, Südkorea tendierte mit knapp zwei Prozent im Minus und Australien mit 3,7.

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Der japanische Autohersteller Suzuki hat überraschend die Zusammenarbeit mit Volkswagen aufgekündigt. Suzuki habe entschieden, seine Ende 2009 geschlossene Partnerschaft mit VW zu beenden, teilte das Unternehmen in Tokio mit. VW war im Dezember 2009 mit einem Anteil von knapp 20 Prozent bei Suzuki eingestiegen. Nachdem der japanische Autobauer Dieselmotoren auch von einem anderen Hersteller bezogen hatte, warf der Wolfsburger Autokonzern seinem japanischen Partner eine Vertragsverletzung vor und räumte diesem eine mehrwöchige Frist ein, das Vorgehen zu korrigieren.

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Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hat US-Präsident Barack Obama sein Land zur Einigkeit aufgerufen. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass Amerika sich der Angst nicht beuge, sagte Obama in einer Rede auf einer Gedenkveranstaltung im Kennedy-Center in Washington zum Abschluss der 9/11-Gedenkfeiern. Die Anschläge hätten den "Charakter" der USA als Nation nicht verändert. Der Glaube an Amerika sei trotz der Attentate, der nachfolgenden Kriege, der Konjunkturschwäche und politischer Spaltung sogar noch bestärkt worden. Zuvor hatte Obama an der zentralen Gedenkfeier am Ground Zero in New York teilgenommen. Fast fünf Stunden lang hatten Angehörige dort die Namen der insgesamt 2977 Opfer der Anschläge vorgelesen. Die Zeremonie wurde von Schweigeminuten unterbrochen zu den Uhrzeiten, an denen die beiden Flugzeuge in das World Trade Center rasten und die Zwillingstürme einstürzten. Obama nahm auch an den Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Opfer der abgestürzten Flugzeuge in Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania und im Pentagon teil.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und Südwesten noch Schauer, später heiter und meist trocken. Im Nordwesten viele Wolken und stellenweise Regen. Höchstwerte 18 bis 26 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Dienstag meist stark bewölkt mit nur gelegentlichen Aufheiterungen. In der Südosthälfte 21 bis 26 Grad, sonst nur 17 bis 21 Grad.

 

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