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Nachrichten

12.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Mehrere europäische Länder wollen die jüngsten Börsen-Turbulenzen durch das Verbot hochspekulativer Geschäfte eindämmen. Wie die EU-Finanzmarktaufsicht in Brüssel mitteilte, untersagen nach Griechenland jetzt auch Frankreich, Italien, Spanien und Belgien vorerst und teilweise so genannte Aktien-Leerverkäufe. Diese sind in Deutschland mit Wertpapieren aus Euro-Ländern schon seit einem Jahr verboten. Zuletzt hatten Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten einer französischen Großbank die Runde gemacht und damit eine neue Verkaufslawine an den europäischen Börsen losgetreten. Bei Leerverkäufen wetten Spekulanten etwa auf fallende Kurse von Aktien, Währungen oder staatlichen Schuldpapieren. Zur Beruhigung der Märkte kündigten zudem Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel ein Sondertreffen für Dienstag an. Die Börsen in New York und in Frankfurt am Main beendeten ihren Handel im Plus. Der Dow Jones legte 3,9 Prozent zu, der deutsche Leitindex DAX 3,3.

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Die französische Wirtschaft ist im zweiten Quartal des Jahres überraschend nicht gewachsen. Das teilte das Statistikamt in Paris mit. Im vorangegangenen Vierteljahr hatte es noch ein Wachstum von 0,9 Prozent gegeben. Finanzminister François Baroin nannte die Entwicklung "ein wenig enttäuschend". Zugleich betonte er, man gehe dennoch davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr um zwei Prozent zulegen werde. Die Fundamente seien solide. - Für die französische Regierung bedeutet die Stagnation im zweiten Quartal noch größere Anstrengungen beim schnellen Schuldenabbau. Nach den bisherigen Planungen will Paris im laufenden Jahr das Haushaltsdefizit von aktuell sieben auf 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken. Bis 2013 soll wieder die im EU-Stabilitätspakt festgelegte Obergrenze von drei Prozent erreicht werden.

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Vertreter von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds legen in Lissabon ihren ersten Prüfbericht zu den Sparanstrengungen des hochverschuldeten Portugal vor. Von den Fortschritten hängt die Auszahlung einer zweiten Rate von Hilfskrediten aus dem Rettungspaket von insgesamt 78 Milliarden Euro ab. Wie im Vorfeld verlautete, wird allerdings nicht mit Problemen gerechnet. Der portugiesische Finanzminister Vitor Gaspar gibt zudem zusätzliche Sparschritte der konservativen Regierung bekannt. Diese seien notwendig, um eine Haushaltslücke zu schließen, welche die bei der jüngsten Wahl abgelösten Sozialisten hinterlassen hätten, hieß es zur Begründung.

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In den USA kann die Kommission zur Überwindung der Schuldenkrise ihre Arbeit aufnehmen. In Washington wurden nun die letzten Vertreter des zwölfköpfigen Gremiums ernannt. Bis November sollen sechs Demokraten und sechs Republikaner Empfehlungen für Einsparungen im US-Haushalt ausarbeiten, um die gigantische Verschuldung der Vereinigten Staaten einzudämmen. Sollte der Kongress nicht bis Jahresende ein Sparpaket verabschieden, werden die Staatsausgaben automatisch in allen Bereichen heruntergefahren. Während die Demokraten höhere Steuern für Wohlhabende fordern, lehnen die Republikaner dies strikt ab. Sie verlangen hingegen stärkere Ausgabenkürzungen.

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Ungeachtet des wachsenden internationalen Drucks gehen die syrischen Streitkräfte weiter mit unverminderter Härte gegen Oppositionelle im Land vor. In der Hauptstadt Damaskus wurde der Präsident der Menschenrechtsliga, Abdel Kraim Rihawi, in einem Café festgenommen. Mitstreiter sagten der Nachrichtenagentur AFP, sie hätten seit Donnerstag kein Lebenszeichen von Rihawi. Mit ihrem Netz an Mitgliedern in vielen syrischen Städten ist die Nichtregierungsorganisation eine wichtige Informationsquelle über die Protestbewegung. Soldaten und Milizen des Regimes von Staatschef Baschar al-Assad rückten am Donnerstag im Grenzgebiet zur Türkei und zum Libanon in Städte und Ortschaften ein. Augenzeugen berichteten von Massenverhaftungen und etlichen Todesopfern. - Die USA und die Türkei forderten nochmals ein sofortiges Ende des Blutvergießens. In einem Telefonat zeigten sich Präsident Barack Obama und der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan tief besorgt.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und in der Mitte wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Im Süden wolkig mit längeren sonnigen Abschnitten und meist trocken. Höchstwerte 17 bis 25 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Samstag wolkig mit Schauern. Nur ganz im Süden und an den Küsten freundlicher. Die Temperaturen steigen auf maximal 21 bis 23 Grad.

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