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Nachrichten

12.06.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die Vereinten Nationen haben zu einem verstärkten Kampf gegen Kinderarbeit in privaten Haushalten aufgerufen. Etwa 10,5 Millionen Mädchen und Jungen müssten unter oft untersklavenähnlichen Bedingungen in Haushalten schuften, die meisten in ärmeren Ländern, teilte die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit mit. Die Kinder würden in fremden Haushalten zu allen Arten der Hausarbeit sowie zur Betreuung anderer Kinder oder älterer und kranker Menschen eingesetzt. Viele von ihnen würden Opfer von psychischer, physischer oder sexueller Gewalt. Mehr als sieben Millionen der betroffenen Kinder seien unter 15 Jahren. Eine ILO-Konvention, die diese Kinder besonders schütze, greife oft nicht, weil in vielen Ländern die Arbeit von Kindern in Haushalten nicht als Kinderarbeit angesehen werde. Weltweit arbeiten nach Schätzungen 215 Millionen Kinder, zum Teil unter gefährlichen und ausbeuterischen Verhältnissen.

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Beim gewaltsamen Vorgehen der türkischen Polizei gegen Tausende Demonstranten auf dem Istanbuler Taksim-Platz sind 30 Menschen verletzt worden. Dies teilte der Gouverneur der Millionen-Metropole, Hüseyin Avni Mutlu, mit. Zuvor hatte die Polizei den Platz im Herzen der Stadt erstmals seit Beginn der Protestwelle gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan vor mehr als zehn Tagen gestürmt und sich bis in die Nacht schwere Straßenschlachten mit Demonstranten geliefert. Dabei ging sie mit Tränengas und Wasserwerfern gegen vermummte junge Leute vor, die Steine und Brandsätze warfen. Mutlu zeigte sich kompromisslos und kündigte an, dass die Polizei Tag und Nacht den Platz unnachgiebig räumen werde. Der immer stärker in die Kritik geratende Erdogan verteidigte den massiven Polizeieinsatz und sagte, das Ende der Toleranz sei erreicht. Viele Demonstranten kritisieren den Führungsstil Erdogans als zunehmend autoritär und befürchten eine Islamisierung des Landes.

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Obwohl der G8-Gipfel in Nordirland erst in sechs Tagen beginnt, machen kapitalismuskritische Aktivisten schon jetzt in London mobil. Bei Protestaktionen gegen den G8-Gipfel lieferten sie sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Mindestens 32 Menschen wurden unter dem Verdacht inhaftiert, die öffentliche Ordnung gestört und Waffen mitgeführt zu haben. Die Demonstranten bezichtigten die britische Polizei ihrerseits, Teilnehmer absichtlich mit Elektroschockern verletzt zu haben. Scotland Yard setzte 1200 Polizisten ein. Diese räumten unter anderem ein Gebäude im Stadtteil Soho, das die Demonstranten als eine Art Kommandozentrale nutzten. Banken und Hedgefonds in der Londoner City riefen ihr Personal zu erhöhter Vorsicht auf.

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In den USA formiert sich der Widerstand gegen die Überwachung von Internet- und Telefondaten durch den Geheimdienst NSA. Mehr als 80 Organisationen starteten die Kampagne "Stop Watching Us". Sie nahmen die Website StopWatching.us in Betrieb und sammeln dort Unterschriften für einen offenen Brief an den US-Kongress. Darin schreiben sie, diese Art der pauschalen Datensammelei kratze an den amerikanischen Grundwerten von Freiheit und Privatsphäre. Dadurch würden Eckpfeiler der Verfassung verletzt. Der Kongress müsse sofort handeln, um diese Überwachung zu stoppen. Auch einige große Internetkonzerne wie Google, Microsoft und Facebook gehen auf Konfrontationskurs zur US-Regierung. Das Trio will die Anfragen der Behörden nach Nutzerdaten öffentlich machen, um den Verdacht aus dem Weg zu räumen, man gewähre den Geheimdiensten uneingeschränkten Zugang zu seinen Systemen.

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Der griechische öffentlich-rechtliche Rundfunksender ERT hat die Ausstrahlung seiner Programme eingestellt. Kurz vor Mitternacht stoppten alle Sender ihren Betrieb und die Bildschirme wurden schwarz. Die griechische Regierung hatte die Schließung von ERT überraschend noch für denselben Abend angekündigt. Ein Regierungssprecher sagte, die Sender seien "ein typischer Fall unglaublicher Verschwendung" geworden. Das Finanzministerium erklärte, ERT existiere nicht mehr. Damit geht eine 75-jährige Ära in der Medienlandschaft Griechenlands zu Ende. Das erste staatliche Rundfunkprogramm war im Jahr 1938 ausgestrahlt worden. Die Sender sollen zu einem späteren Zeitpunkt ihren Betrieb wieder aufnehmen, aber mit weniger Beschäftigten und einer schlankeren Struktur. Mitarbeiter riefen zu Protesten auf. Die Stilllegung gilt als Zugeständnis an die internationalen Geldgeber, die derzeit in Athen den Stand der Reformen überprüfen.

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