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Nachrichten

12.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Im Streit zwischen Bundesregierung und Opposition über den EU-Fiskalpakt ist keine Einigung in Sicht. Eine Verhandlungsrunde der Unterhändler mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montagabend im Berliner Kanzleramt blieb ohne greifbares Ergebnis. Beide Seiten beschuldigten sich anschließend, sich zu wenig zu bewegen. Die Koalition drängt darauf, den Fiskalpakt zusammen mit dem permanenten Euro-Rettungsschirm ESM noch im Juni zu verabschieden. Der ESM soll zum 1. Juli in Kraft treten. Für die Ratifizierung des europäischen Fiskalpakts sind Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat notwendig - daher braucht die Regierung die Unterstützung der Opposition. SPD und Grüne haben ihre Zustimmung jedoch an Bedingungen geknüpft. So verlangen sie im Gegenzug die zügige Einführung einer Finanztransaktionssteuer. - Beim Spitzentreffen am Mittwoch soll mit Kanzlerin Merkel weiterverhandelt werden.

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Mit einem Protestmarsch will die russische Opposition an diesem Dienstag in Moskau gegen Kremlchef Wladimir Putin demonstrieren. Einen Tag vor den geplanten Anti-Putin-Protesten wurden die Wohnungen von etwa einem Dutzend Regierungsgegnern durchsucht. Gegen die Oppositionellen werde wegen der Anstiftung zu Massenunruhen während einer regierungskritischen Demonstration am 6. Mai ermittelt, erklärten die Behörden ihr Vorgehen. Bürgerrechtler sprachen hingegen von gezielter Einschüchterung und Provokation vor der geplanten Großkundgebung gegen den vor kurzem in das Präsidentenamt zurückgekehrten Putin.

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Das albanische Parlament hat nach mehreren gescheiterten Versuchen den früheren Innenminister Bujar Nishani zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Die Opposition nahm an der Abstimmung in der Hauptstadt Tirana aus Protest nicht teil. Zuvor waren Gespräche der konservativen Regierung und der sozialistischen Opposition über einen Konsenskandidaten gescheitert. Das Land wird seit 2009 von einer innenpolitischen Krise gelähmt. Die sozialistische Opposition wirft der Partei von Regierungschef Sali Berisha Wahlfälschung und Korruption vor. Die innenpolitischen Zerwürfnisse hatten zuletzt auch die Annäherung an die Europäische Union beeinträchtigt. Der 46-jährige Nishani löst Präsident Bamir Topi ab, dessen Amtszeit im Juli abläuft.

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Die Vereinten Nationen haben Syrien erstmals auf eine Liste mit Staaten gesetzt, in denen Kinder in bewaffneten Konflikten getötet, sexuell angegriffen und rekrutiert werden. Ebenfalls neu auf der "Liste der Schande" sind Jemen und der Sudan, teilte die UN-Sondergesandte für Kinder und bewaffnete Konflikte, Radhika Coomaraswamy, in New York mit. Der UN-Bericht zählt 32 Staaten auf, in denen seit mindestens fünf Jahren staatliche Gewalt gegen Kinder ausgeübt wird. Sowohl reguläre syrische Truppen als auch die mit ihnen verbündete Schabiha-Miliz hätten sich solche Übergriffe zuschulden kommen lassen, hieß es in dem Bericht. Selbst neunjährige Kinder seien unter den Opfern, seien getötet, verstümmelt, gefoltert, sexuell misshandelt und als menschliche Schutzschilde missbraucht worden.

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In der libyschen Hafenstadt Bengasi haben Unbekannte einen Konvoi mit dem britischen Botschafter angegriffen. Auf die Fahrzeuge sei mit einer Panzerfaust geschossen worden, berichteten lokale Medien. Das britische Außenministerium bestätigte einen "ernsten Vorfall", bei dem zwei Personenschützer verletzt worden seien. In Bengasi hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt Angriffe auf Vertreter westlicher Staaten gegeben. Erst vor knapp einer Woche wurde vor dem US-Konsulat ein Bombenanschlag verübt. Bengasi war während des Aufstands gegen den damaligen libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi die Hauptstadt der Rebellen.

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