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Nachrichten

12.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat das Vorgehen der syrischen Armee gegen Oppositionelle verurteilt. Durch die Gewalt und den Einsatz schwerer Waffen drohe im Norden des Landes eine humanitäre Krise, erklärte er in Berlin. Westerwelle forderte die Regierung in Damaskus auf, die Angriffe auf Regimegegner zu stoppen und Helfern den Zugang in die betroffenen Gebiete zu ermöglichen. Der Minister betonte, die gefährliche Lage in Syrien mache eine klare Reaktion des Weltsicherheitsrates noch dringlicher. Die von Deutschland mit eingebrachte Resolution müsse so schnell wie möglich verabschiedet werden. Der Text sieht eine Verurteilung der Gewalt und ein Waffenembargo vor. Er stößt aber bei Russland und China auf Ablehnung. Die syrische Armee hat inzwischen nach tagelanger Belagerung mit der Erstürmung der nordwestlichen Kleinstadt Dschisr al-Schogur begonnen. An der Operation sind laut staatlichen Medien rund 200 Panzer beteiligt. Mehrere Regierungskritiker sollen getötet worden sein.

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In der Türkei wird ein neues Parlament gewählt. Ein Sieg der religiös-konservativen Regierungspartei von Ministerpräsident Tayyip Erdogan gilt dabei nach Umfragen als sicher. Mit Spannung wird dagegen verfolgt, ob die AKP ihre Mehrheit auf zwei Drittel der 550 Mandate ausbauen kann. Dann könnte Erdogan eine neue Verfassung ohne Volksbefragung durchsetzen. Kritiker befürchten, dass der 57-jährige gläubige Moslem damit den weltlichen Charakter der Republik aufweichen könnte. Da bei der Parlamentswahl eine Zehn-Prozent-Hürde gilt, haben nur zwei der Oppositionsparteien eine Chance neben der AKP ins Parlament in Ankara einzuziehen. Stärkste Oppositionskraft dürfte die säkular ausgerichtete sozialdemokratische CHP mit 25 bis 30 Prozent werden. Für die ultranationalistische MHP könnte es knapp werden. Umfragen sehen sie bei rund zehn Prozent. Wahlberechtigt sind rund 52 Millionen Türken.

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Im pakistanischen Peschawar sind durch einen Doppelanschlag in der Nähe eines belebten Marktplatzes mindestens 34 Menschen getötet und mehr als 100 weitere Personen verletzt worden. Nach Angaben der Polizei gab es zunächst eine schwächere Detonation in einem Restaurant, bevor eine weitaus heftigere zahlreiche Helfer und Neugierige traf. Der zweite Sprengsatz sei an einem Motorrad befestigt gewesen und vermutlich über Funk gezündet worden. Der Markt liegt in einem Militärbereich der Stadt. In der Nähe befindet sich auch das US-Konsulat. Die Taliban wiesen jede Verwicklung in den Anschlag zurück. Zum Zeitpunkt der Anschläge hielten sich der CIA-Chef und künftige US-Verteidigungsminister Leon Panetta und der afghanische Präsident Hamid Karsai in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad auf.

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In Italien wird an diesem Sonntag und Montag in Referenden über die Atomkraft, die strafrechtliche Immunität des Regierungschefs und die Teilprivatisierung der Wasserversorgung abgestimmt. Die von der Opposition angestrengten Volksabstimmungen gelten als Stimmungstest für den umstrittenen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Sie sind aber nur gültig, wenn sich mindestens 50 Prozent der rund 47 Millionen Stimmberechtigten beteiligen. Bei der Atomkraft geht es darum, Berlusconis auf Eis liegende Pläne für den Wiedereinstieg in die Kernenergie dauerhaft zu blockieren. Im Justizbereich soll endgültig ein Gesetz gekippt werden, wonach Regierungsmitglieder nicht zu Prozessterminen erscheinen müssen. Bei dem Referendum zur Wasserversorgung geht es um die Vorgabe, Privatfirmen wenigstens zum Teil an Aufträgen zu beteiligen.

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Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat sich gegen eine Beteiligung privater Gläubiger an der finanziellen Rettung seines Landes ausgesprochen. Diese Forderung von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sei zwar theoretisch richtig, habe aber bislang das Gegenteil bewirkt, sagte Papandreou in einem Zeitungsinterview. Die Märkte seien nervöser geworden. Der sozialistische Regierungschef sprach sich für eine Steuer auf Finanztransaktionen sowie für die Ausgabe von Euro-Anleihen - Eurobonds - aus. Schäuble wirbt derzeit eindringlich für eine sogenannte "sanfte Umschuldung". Dabei sollen die Banken freiwillig einer Verlängerung der Laufzeit griechischer Kredite zustimmen. Das Euro-Land bekäme so einen Zahlungsaufschub und wäre nicht gezwungen, sich an den Finanzmärkten um Geld zu bemühen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist freundlich und heiter, nur im Nordosten noch einzelne Schauer. Die Höchstwerte reichen von 17 Grad an den Küsten bis zu 25 Grad in der Südpfalz. Die weiteren Aussichten: Am Pfingstmontag von Südwesten her dichte Wolken, gebietsweise Regen. Nur mäßig warm.

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