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Nachrichten

12.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Griechenland steuert auf Neuwahlen zu: Am Freitagabend scheiterte der dritte Anlauf zur Regierungsbildung. Der Parteichef der sozialistischen Pasok, Evangelos Venizelos, wird sein Mandat zur Regierungsbildung zurückgeben. Damit bleibt nach der Wahl vom vergangen Sonntag nur noch ein letzter Vermittlungsversuch von Präsident Karolos Papoulias, bevor die Griechen Mitte Juni erneut zu den Wahlurnen gerufen werden dürften. Umfragen zufolge können die Gegner des Sparkurses mit einem Sieg rechnen, was wiederum das Ende der Euro-Mitgliedschaft des Landes bedeuten dürfte. Die Ratingagentur Fitch bezeichnete Neuwahlen als ein Szenario das "kritisch für Griechenland und die Euro-Zone" sei. - Die Nachricht von der gescheiterten Regierungsbildung belastete die Gemeinschaftswährung: Der Euro fiel auf den tiefsten Stand zum Dollar seit Januar.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat bestätigt, dass sich die Bundesregierung auf einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vorbereitet. Schäuble sagte in einem Zeitungsinterview, zwar wolle die Bundesregierung nicht, dass Griechenland aussteige. Dennoch müsse man sich auf alle denkbaren Fallkonstellationen vorbereiten. Im Kern gehe es darum, Griechenland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Hierzu sei es notwendig, dass die Reformen auch umgesetzt würden. Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnte die griechische Regierung vor einem Bruch bestehender Verträge mit dem IWF und der EU. Wenn die neue Regierung in Athen nicht zu ihrem Wort stehe, dann sei das eine demokratische Entscheidung, sagte Weidmann. Daraus folge aber auch, dass die Grundlage für weitere Finanzhilfen entfalle.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat die Bankenreform in Spanien begrüßt. Die umfassenden Maßnahmen seien eine effektive Antwort auf die Anfälligkeiten des Bankensystems in Spanien, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde in Washington. Zugleich werde eine größere Transparenz hergestellt, meinte Lagarde. Die vollständige Einführung dieser Maßnahmen werde helfen, das Vertrauen zu stärken und die Rückkehr der Wirtschaft zu Wachstum zu unterstützen, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Das von Rezession und Rekord-Arbeitslosigkeit geplagte Spanien hatte am Freitag zur Sanierung seines Finanzsystems so genannte Bad Banks eingeführt. Dabei handelt es sich um Auffanggesellschaften, denen die Banken ihre zweifelhaften Immobilienkredite übertragen sollen.

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Bei der Parlamentswahl in Algerien haben die Islamisten den erhofften klaren Sieg deutlich verfehlt. Die aus drei gemäßigt islamistischen Parteien bestehende Allianz "Grünes Algerien" wurde mit 48 Sitzen nur drittstärkste Kraft - sie sprach in ersten Reaktionen bereits von Wahlbetrug. Nach dem offiziellen Ergebnis wurde die regierende FLN-Partei von Präsident Abdelaziz Bouteflika mit Abstand wieder stärkste Kraft. Das Beobachterteam der Afrikanischen Union (AU) sprach von einer "freien, transparenten, regulären und gerechten Wahl", berichtete die algerische Nachrichtenagentur APS. Die seit der Unabhängigkeit vor 50 Jahren regierende FLN verfehlte mit 220 Sitzen die absolute Mehrheit in der 462 Sitze umfassenden Volksvertretung. Sie behält jedoch gemeinsam mit ihrem Partner Demokratische Nationale Sammlung (RND) des Ministerpräsidenten Ahmed Ouyahia eine komfortable Mehrheit. Die RND wurde mit 68 Sitzen zweitstärkste Partei.

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Die USA nehmen nach Mitteilung des Außenministeriums in Washington wieder einen Teil der Waffenlieferungen an das Golf-Königreich Bahrain auf. Die meisten Lieferungen waren im vergangenen Jahr aufgrund der Niederschlagungen von Protesten gegen das Königshaus ausgesetzt worden. Die Freigabe militärischer Hilfslieferungen erfolge, weil diese notwendig für die Verteidigung Bahrains seien, teilte das US-Außenministerium mit. Erst am Freitag setzte die bahrainische Bereitschaftspolizei Tränengas- und Blendgranaten gegen regierungskritische Demonstranten ein. Seit der blutigen Niederschlagung wochenlanger Proteste gegen die sunnitische Herrscherfamilie im März 2011 mithilfe saudiarabischer Truppen ist die Lage stark angespannt. Seit Wochen gibt es immer wieder Proteste und Gewalt. Dutzende Menschen sind im Zuge der Unruhen bislang ums Leben gekommen. In dem Königreich ist die 5. US-Flotte stationiert.

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