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Nachrichten

12.05.2011 - Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Innenminister der Europäischen Union diskutieren über die aktuellen Flüchtlingsströme aus Nordafrika und die mögliche Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Das Treffen in Brüssel hat besondere Brisanz erhalten, weil Dänemark seine Grenzen zu Deutschland und Schweden wieder ständig überwachen will. Die EU-Kommission forderte umgehend eine Erklärung von der Regierung in Kopenhagen und ließ verlauten, sie werde eine Einschränkung der Reisefreiheit nicht akzeptieren. Bei dem Ministertreffen soll auch jedes Mitgliedsland sagen, ob es bereit ist, einen Teil der 25.000 Menschen aufzunehmen, die seit Januar aus Nordafrika nach Italien und Malta geflohen sind. Die EU-Kommission arbeitet an einer Änderung der Regeln für die so genannte Schengenzone der 25 Länder, in denen es keine Grenzkontrollen mehr gibt. Vor allem Italien und Frankreich dringen darauf, dass diese bei einem großen Ansturm von Flüchtlingen wieder eingeführt werden dürfen.

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Im Südosten Spaniens sind bei einem Erdbeben mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl der Opfer ist noch unklar. Die Behörden sprachen zuletzt von acht Toten, schlossen aber nicht aus, dass unter den Trümmern noch weitere Leichen gefunden werden. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. Viele Gebäude stürzten ein. Vor allem betroffen war die Stadt Lorca in der Region Murcia. Der Erdstoß hatte mindestens die Stärke 5,1. Es war das schlimmste Erdbeben in Spanien seit 55 Jahren. Wenige Stunden zuvor hatte es in derselben Region bereits ein Beben der Stärke 4,5 gegeben.

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Die FDP-Europapolitikerin Silvana Koch-Mehrin ist nach massiven Plagiatsvorwürfen von allen politischen Ämtern zurückgetreten. Sie wolle mit dem Schritt verhindern, dass ihre Familie durch die öffentliche Diskussion über ihre Doktorarbeit weiter belastet werde, teilte die 40-Jährige in einer schriftlichen Erklärung mit. Koch-Mehrin legte ihre Posten als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament, als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments und als Präsidiumsmitglied der FDP nieder. Die Universität Heidelberg prüft derzeit Vorwürfe, Koch-Mehrin habe Passagen in ihrer Dissertation abgeschrieben. Vor dem Rücktritt hatte der in Berlin erscheinende "Tagesspiegel" berichtet, die Hochschule wolle der Politikerin ihren Doktortitel aberkennen. Der scheidende FDP-Chef Guido Westerwelle bedauerte die Entscheidung Koch-Mehrins.

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Der Arbeitskreis Steuerschätzung legt seine Prognose für das laufende und die kommenden vier Jahre vor. Bund, Länder und Gemeinden rechnen mit deutlich höheren Einnahmen. Das Bundesfinanzministerium erwartet nach Medienberichten wegen der guten Konjunktur allein in diesem Jahr Mehreinnahmen von 19 Milliarden Euro. Bis Ende 2014 könnten es sogar 136 Milliarden Euro sein. Spielräume für Steuersenkungen sieht die Bundesregierung aber nicht. Der Arbeitskreis Steuereschätzung tagt zweimal im Jahr, im Mai und November. Seine Berechnungen sind Grundlage für die Aufstellung aller öffentlichen Haushalte in Deutschland.

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In Deutschland gibt es voraussichtlich von diesem Donnerstag an zum ersten Mal einen grünen Ministerpräsidenten. Im Landtag von Baden-Württemberg soll Winfried Kretschmann zum Regierungschef gewählt werden. Die Koalition aus Grünen und SPD verfügt im Stuttgarter Parlament nur über eine knappe Mehrheit von 71 Abgeordneten. Kretschmann braucht mindestens 70 Stimmen. Nach seiner Wahl will der 62-Jährige die Mitglieder seines Kabinetts vorstellen. Sie müssen vor ihrer Vereidigung vom Landtag bestätigt werden. Am vergangenen Wochenende hatten Grüne und SPD auf Sonderparteitagen dem Koalitionsvertrag zugestimmt. In den vergangenen 57 Jahren war Baden-Württemberg durchgängig CDU-regiert.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südosthälfte viele Wolken und teils kräftiger Regen, sonst meist wechselnd bewölkt, örtlich Gewitter, im Südwesten im Tagesverlauf zunehmend heiter und trocken. Höchstwerte 14 bis 24 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Freitag ist es vorübergehend freundlicher, der Regen macht eine Pause und die Temperaturen klettern erneut auf bis zu 24 Grad.

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