1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

12.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Nordosten Japans ist erneut von einem starken Nachbeben erschüttert worden. Die Stöße hatten eine Stärke von 6,3. Augenzeugen zufolge schwankten auch Häuser in der Hauptstadt Tokio. Die Gefahr eines Tsunamis bestand aber nicht. Am havarierten Atomkraftwerk Fukushima mussten Arbeiter und Ingenieure wieder ihre Arbeit unterbrechen. Japan hatte zuvor das Unglück von Fukushima offiziell als ebenso schwer eingestuft wie die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Nach Auskunft der Atomsicherheitsbehörde wird das Unglück auf der Internationalen Bewertungsskala damit auf der höchsten Stufe 7 eingeordnet; bislang galt noch Stufe 5. Das höchste Level bedeutet, dass es Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen in einem weiten Umfeld gibt. Die Menge der Radioaktivität, die bislang aus den Reaktoren in Fukushima ausgetreten sei, entspreche etwa zehn Prozent der in Tschernobyl freigesetzten Menge, so die Behörde weiter.

*** Nach dem Anschlag in der U-Bahn der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist die Zahl der Toten auf zwölf gestiegen, 149 Menschen wurden verletzt. Diese Zahlen nannte der Geheimdienst KGB der autoritär regierten Ex-Sowjetrepublik. Präsident Alexander Lukaschenko forderte den Geheimdienst auf, Weißrussland auf der Suche nach den Tätern "auf den Kopf zu stellen". Beobachter erwarten, dass der seit 1994 herrschende Staatschef die Daumenschrauben künftig noch fester anziehen wird. Der mit Metallteilen gespickte Sprengsatz war am Montag im Berufsverkehr in einer zentralen U-Bahn-Station nahe einer Residenz Lukaschenkos detoniert. Die Generalstaatsanwaltschaft spricht von einem Terroranschlag. Nach Einschätzung Lukaschenkos könnten die Täter aus dem Ausland stammen oder eine nationalistische Untergrundorganisation hinter der Tat stecken.

*** Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat bei seinem polnischen Kollegen Bronislaw Komorowski für Versöhnung zwischen beiden Ländern geworben. Beide Länder sollten eine neue Seite in ihren Beziehungen aufschlagen, sagte er bei einer Feier zum Gedenken an den Absturz der polnischen Präsidentenmaschine vor einem Jahr im westrussischen Smolensk. Im nahe gelegenen Katyn waren im Jahr 1940 tausende polnische Offiziere von der Sowjetarmee ermordet worden. In Smolensk gedachten die beiden Politiker der 96 Absturzopfer, unter denen sich auch der damalige polnische Staatschef Lech Kaczynski befand. Kaczynskis Flugzeug war am 10. April 2010 beim Landeanflug auf den Flughafen von Smolensk in dichtem Nebel abgestürzt, als der Staatschef gemeinsam mit hochrangigen polnischen Politikern und Militärs auf dem Weg nach Katyn war. - Medwedew kündigte an, dass Russland und Polen ihren jüngsten Streit über eine Gedenktafel am Unglücksort beilegen wollten. Der Text für die Tafel solle sowohl auf Polnisch als auch auf Russisch geschrieben sein und von beiden Seiten abgesegnet werden, sagte Medwedew. Komorowski begrüßte die Initiative. Zugleich forderte er Medwedew erneut auf, Polen alle Untersuchungsergebnisse zu dem Flugzeugabsturz zur Verfügung zu stellen.

*** Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat Italien im Flüchtlingsstreit vor falschen Signalen an Nordafrika gewarnt. Die Botschaft, dass die Grenzen nach Europa offen seien, könne man nicht akzeptieren, sagte der CSU-Politiker. Bei den mehr als 20.000 Menschen, die aus Nordafrika nach Italien gekommen seien, handele es sich zumeist um Wirtschaftsflüchtlinge, die versuchten, schnell in andere europäische Länder zu kommen, so Friedrich. Die Frage, wie Europa mit den Flüchtlingen aus Nordafrika umgehen soll, spaltet die EU: Die EU-Innenminister ermahnten Italien bei einem Treffen in Luxemburg, Verantwortung für die gestrandeten Flüchtlinge zu übernehmen und das Problem nicht auf die EU-Partner abzuwälzen. Italien hatte zuvor angekündigt, für die tunesischen Flüchtlinge, die sich derzeit auf der Mittelmeerinsel Lampedusa befänden, werde es befristete Aufenthaltsgenehmigungen geben. Diese Papiere erlauben die Weiterreise in andere Länder der EU.-- Auf Kritik an diesem Vorhaben reagierte Italiens Innenminister Roberto Maroni empört. Er frage sich, ob es noch Sinn habe, dass Italien Mitglied der EU sei. Wenn es um die Rettung von Banken gehe, schalte sich die EU sofort ein. Wenn es aber um Solidarität mit einem Mitgliedsland gehe, verstecke sie sich.

*** UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, aufgerufen, neue Gewalt in dem westafrikanischen Land zu verhindern. Nach der Festnahme des langjährigen Staatschefs Laurent Gbagbo müssten vor allem Racheakte an dessen Anhängern vereitelt werden, erklärte ein Sprecher Bans in New York. Zugleich begrüßte er Ouattaras Ankündigung, eine Wahrheits- und Versöhnungskommission einzurichten. Ouattara selbst kündigte im Fernsehen an, dass seinem entmachteten Widersacher der Prozess gemacht werde. Gbagbo müsse ebenso wie seine Mitarbeiter für mögliche Verbrechen in der Elfenbeinküste zur Rechenschaft gezogen werden. Nach einem fünf Monate langen Machtkampf mit Ouattara war Gbagbo am Montag im Bunker seiner Residenz in Abidjan festgenommen worden.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken mit Regen- und Graupelschauern. In den Gipfellagen der Mittelgebirge und am Alpenrand kann es auch schneien. Es wird deutlich kühler als in den vergangenen Tagen mit Höchstwerten nur noch zwischen acht und 13 Grad, am Oberrhein ist es mit 15 Grad etwas milder. Die weiteren Aussichten: Auch am Mittwoch kühl und meist regnerisch, vereinzelt aber auch sonnige Abschnitte. Tageswerte bei sechs bis 14 Grad.

Die Redaktion empfiehlt