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Nachrichten

12.03.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 08:45

Nachrichten von Mittwoch, 12. März 2014 – langsam gesprochen als MP3

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Die Verteidigungsstrategie des Präsidenten des Fußballclubs Bayern München, Uli Hoeneß, ist durch die Aussage einer Steuerfahnderin ins Wanken geraten. Im Steuerprozess vor dem Landgericht München II schilderte sie, wie Hoeneß die Finanzverwaltung nach seiner Selbstanzeige hingehalten hat. Zudem errechnete sie eine neue Steuerschuld von nun 27,2 Millionen Euro. Zum Prozessauftakt hatte er überraschend eine Steuerhinterziehung von mindestens 18,5 Millionen Euro gestanden - mehr als das Fünffache der in der Anklage genannten 3,5 Millionen Euro. Die Steuerfahnderin sagte, die Hoeneß-Verteidiger hätten USB-Sticks mit Dateien zu seinen Schweizer Konten erst kurz vor dem Prozess vorgelegt. Die Grunddateien seien aber vor mehr als einem Jahr erstellt worden. Für Hoeneß' Hoffnungen, dass das Gericht seine Selbstanzeige vor Gericht als gültig anerkennt und er straffrei davonkommt, bedeutet die Aussage einen Rückschlag. Eine Selbstanzeige muss nach dem Gesetz umfassend sein, um strafbefreiend zu wirken.

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Im Konflikt um die Krim hat der US-Kongress einen umgehenden Abzug russischer Truppen von der ukrainischen Halbinsel sowie härtere Sanktionen gegen Moskau verlangt. In einer einstimmig verabschiedeten Entschließung des Senats heißt es, Russland solle aus der Gruppe der acht führenden Industrienationen (G-8) ausgeschlossen werden. Zudem wurde der Fußballverband FIFA aufgerufen, seine Entscheidung zu überdenken, die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland auszutragen. Auch das Repräsentantenhaus beschloss eine entsprechende Resolution. Sein Sprecher, der Republikaner John Boehner, sagte, der russische Präsident Wladimir Putin habe bewiesen, dass er eine Gefahr für die Stabilität in der Region sei. Dafür müsse er "zur Rechenschaft gezogen werden". Das Parlament der Krim hatte zuvor fast geschlossen dafür gestimmt, sich unabhängig von der Ukraine zu erklären. Die Krim steht nach einem russischen Militäreinsatz faktisch unter der Kontrolle Moskaus.

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Die neue politische Führung in Kiew will auf der Halbinsel Krim nicht militärisch eingreifen, sondern stattdessen ihre Ostgrenze zu Russland sichern. Übergangspräsident Alexander Turtschinow sagte, Russland setze darauf, dass die Ukraine auf der Krim militärisch aktiv werde. Jenseits der ukrainischen Ostgrenze habe Moskau beachtliche Panzereinheiten zusammengezogen. Man werde sich aber vom Kreml nicht provozieren lassen, ergänzte er. Den für Sonntag geplanten Volksentscheid über einen Beitritt der Halbinsel Krim zu Russland bezeichnete Turtschinow als Farce. US-Präsident Barack Obama wird an diesem Mittwoch den Übergangsregierungschef der Ukraine, Arseni Jazenjuk, im Weißen Haus in Washington empfangen.

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Im Streit um das Ergebnis der Präsidentenwahl in El Salvador fordern die Konservativen eine Annullierung der Abstimmung. Da die Wahlkommission die Stimmen trotz des knappen Ergebnisses nicht landesweit einzeln nachzählen lassen wolle, müsse die Abstimmung wiederholt werden, verlangte der Rechtskandidat Norman Quijano, der Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador ist. Das Wahlamt neige der Regierung zu und sei voreingenommen, hieß es zudem in einer Stellungnahme seiner rechtskonservativen Partei Arena. Sie zog ihre Vertreter aus den Ausschüssen zurück, die die strittigen Zwischenergebnisse prüfen. Auch mehr als 20 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs ist das Land gespalten. Die eine Hälfte der Bevölkerung steht der Regierungspartei FMLN nahe, die aus der Guerillabewegung hervorgegangen ist. Die andere Hälfte wird von Arena vertreten, die einst von Mitgliedern der rechten Todesschwadronen gegründet wurde. Nach dem vorläufigen Ergebnis liegt FMLN-Kandidat Salvador Sánchez Cerén gerade einmal 6500 Stimmen vor Quijano. Internationale Wahlbeobachter hatten die Abstimmung vom Sonntag als fair und transparent beschrieben.

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Nach anhaltender Kritik an der Sicherheitslage hat das libysche Parlament Ministerpräsident Ali Seidan abgesetzt. Es entzog Seidan das Vertrauen und wählte Verteidigungsminister Abdullah al-Thani zum Übergangsregierungschef. Dieser legte umgehend den Amtseid ab. Das Parlament reagierte damit auf eine Niederlage Seidans im Streit mit Rebellen um besetzte Ölhäfen. Ein von Rebellen kontrollierter Öltanker unter nordkoreanischer Flagge war am Dienstag einer Regierungseskorte in internationale Gewässer entkommen. Mit dem illegalen Export und Verkauf des Öls im Ausland wollen die Milizen Geld verdienen. Sie halten seit August mehrere Ölterminals besetzt. Sie wollen damit ihrer Forderung nach regionaler Autonomie für den Osten Libyens und nach einer besseren Verteilung der Einnahmen aus dem Erdölgeschäft Nachdruck verleihen. Es wird bereits eine Spaltung des Landes befürchtet.

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