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Nachrichten

12.03.2011 - Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: In einem der beiden durch das schwere Erdbeben in Japan beschädigten Atomkraftwerke hat sich eine Explosion ereignet. Ein Regierungssprecher sagte, die Lage sei vermutlich sehr ernst. Er rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Wie der Fernsehsender NHK berichtet, sind Teile der Gebäudehülle und das Dach des Reaktors in der Atomanlage Fukushima 1 eingestürzt. Laut dem Betreiber Tepco wurden vier Menschen verletzt. Das Kühlsystem des Meilers, der sich rund 250 Kilometer nördlich von Tokio befindet, war durch das schwere Erdbeben am Freitag beschädigt worden. In der Nähe sei radioaktives Cäsium festgestellt worden, hieß es unter Berufung auf die Atomsicherheitskommission. Es sei zu befürchten, dass in dem Reaktor eine Kernschmelze ablaufe.

SENDAI: Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Japan ist die Nordostküste des Landes erneut von einem Erdstoß der Stärke 6,8 erschüttert worden. Wie die amerikanische Erdbebenwarte mitteilte, lag das Epizentrum wieder in der Gegend um die Stadt Sendai an der Pazifikküste. Ob es dabei zu weiteren Schäden kam, ist noch nicht bekannt. Die Bergungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig, da durch den Erdstoß und den anschließenden Tsunami am Freitag vielerorts die Verkehrsverbindungen zerstört wurden. Die Flutwelle hatte bis weit ins Landesinnere Schiffe, Autos, Häuser und Menschen mitgerissen. Bislang wurden 703 Tote geborgen, mehr als 800 Menschen werden vermisst. Im gesamten Pazifikraum war für etwa 50 Länder eine Tsunami-Warnung ausgelöst worden. Die gefürchteten Flutwellen blieben aber zumeist aus.

BRÜSSEL: Die 17 Euro-Staaten haben sich auf ihrem Sondergipfel in Brüssel auf die Eckpunkte zur Stabilisierung der Währungsunion geeinigt. Der befristete Rettungsfonds für verschuldete Staaten wird bis Mitte 2013 auf 440 Milliarden Euro aufgestockt - auch mit zusätzlichen Garantien aus Deutschland, wie Bundeskanzlerin Merkel mitteilte. Der folgende dauerhafte Rettungsschirm werde dann 500 Milliarden Euro bereitstellen. Die Gipfelteilnehmer beschlossen zudem, die Zinsen für die Hilfskredite für Griechenland zu senken und die Laufzeiten auf siebeneinhalb Jahre zu verlängern. Irland wurde dagegen noch keine Zinssenkung zugesichert. Die Euro-Länder billigten schließlich auch den von Deutschland und Frankreich vorgeschlagenen Wettbewerbspakt, mit dem sich die Regierungen auf Haushalt- und Sozialreformen verpflichten sollen.

JERUSALEM: Im israelisch besetzten Westjordanland hat nach Armeeangaben ein palästinensischer Angreifer eine fünfköpfige jüdische Familie im Schlaf erstochen. Der Überfall ereignete sich in der Siedlung Itamar nahe Nablus, wo eine große strenggläubige jüdische Gemeinde zu Hause ist.

HAVANNA: Nach jahrelanger Haft hat die kubanische Regierung den prominenten Dissidenten Oscar Elías Biscet freigelassen. Der 49-jährige Arzt erklärte anschließend, er wolle weiter für die Achtung der Menschenrechte sowie die Presse- und Meinungsfreiheit kämpfen. Biscet gehört zu einer Gruppe von 52 Regierungsgegnern, die im Zuge eines Abkommens zwischen Staatschef Castro und der katholischen Kirche freikommen sollen.

BERLIN: Der Zentralrat der Juden hat die These von Bundesinnenminister Friedrich kritisiert, dass der Islam aus historischer Sicht nicht zu Deutschland gehöre. Diese kulturhistorischen Debatten brächten die Gesellschaft nicht weiter, sagte der Präsident des Rates, Graumann, der Zeitung "Bild am Sonntag". Auch wenn der Islam Deutschland nicht so stark geprägt habe wie Christen- oder Judentum, sei er doch heutzutage ein wichtiger Teil. Bundestagspräsident Lammert übte indirekt ebenfalls Kritik an der Position des Ministers. Es könne nicht bestritten werden, dass in der Bundesrepublik viele Menschen muslimischer Glaubensüberzeugung lebten, so der CDU-Politiker. Insofern sei der Islam hier angekommen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend freundlich und trocken. Im Norden und Westen vorübergehend Durchzug kompakter Wolken. Die Höchstwerte bewegen sich zwischen sieben Grad an den Küsten und 18 Grad im Breisgau. Am Morgen meldeten: Hamburg: 4 Grad, leicht bewölkt; Berlin: 4 Grad, wolkig; Dresden: 5 Grad, fast wolkenlos; Köln/Bonn: 6 Grad, leicht bewölkt; Frankfurt am Main: 4 Grad, leicht bewölkt sowie München: 4 Grad, wolkenlos.

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