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Nachrichten

12.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die USA haben eine Verwicklung in den tödlichen Mordanschlag auf den iranischen Atomwissenschaftler Mostafa Ahmadi-Roschan mit Nachdruck zurückgewiesen. Die Vereinigten Staaten hätten damit absolut nichts zu tun, sagte ein Sprecher des Präsidialamts in Washington. Die USA seien gegen Gewalt im Iran. Nach offiziellen Angaben aus Teheran hatte am Mittwoch ein Motorradfahrer einen Sprengsatz mit einem Magneten unter dem Auto des 32-jährigen Chemikers angebracht. Die Bombe detonierte während der Fahrt durch Teheran. Auch der Beifahrer des Wissenschaftlers wurde getötet. - Im Weltsicherheitsrat in New York kritisierten westliche Diplomaten, unter ihnen der Vertreter Deutschlands, die Anreicherung von Uran in der neuen iranischen Atomanlage in Fordo als klaren Verstoß gegen UN-Resolutionen. Der Iran hatte am Montag bekannt gegeben, in der unterirdischen Anlage nahe Ghom Uran auf bis zu 20 Prozent anzureichern.

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Japan will den Westen bei dessen Sanktionen gegen den Iran unterstützen und seine Ölimporte aus der Islamischen Republik zurückfahren. Das sagte der japanische Finanzminister Jun Azumi nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Timothy Geithner in Tokio. Derzeit bezieht Japan etwa zehn Prozent seines Öls vom Iran. Für Japan ist der Schritt nicht ohne Risiko, da das Land nach der Atom-Katastrophe von Fukushima mehr denn je auf Einfuhren angewiesen ist, um seinen Energiebedarf zu decken. Der Westen hat Sanktionen gegen den Iran verhängt, weil er der Islamischen Republik vorwirft, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet das.

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Die weltweiten Bestände atomarer Materialien sind nach einer US-Studie oftmals nicht ausreichend gesichert und könnten in die Hände von Terroristen fallen. Die Nichtregierungsorganisation Nuclear Threat Initiative (NTI) ließ die Sicherheit von Atommaterial in Lagerstätten in 32 Ländern durch Experten einstufen. Dabei ging es um Lager mit jeweils mehr als einem Kilogramm atomwaffenfähiges hochangereichertes Uran. Die Experten kamen zu dem Schluss, dass Nordkorea, Pakistan und der Iran die Länder mit den am wenigsten gesicherten Atombeständen sind. Als sicherste Staaten gelten danach Australien, Ungarn und Tschechien.

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Erstmals seit Beginn des Volksaufstands in Syrien vor zehn Monaten ist dort ein ausländischer Journalist getötet worden. Der erfahrene französische Kriegsreporter Gilles Jacquier und acht Syrer starben in der Protesthochburg Homs beim Einschlag einer Granante. Jacquier und weitere Reporter waren von Vertretern des autoritären Regimes um Staatschef Baschar al-Assad durch die Stadt geführt worden. - Ein weiteres Mitglied der Beobachterdelegation der Arabischen Liga will aus Enttäuschung über den Verlauf des Einsatzes das Land verlassen. Die Mission dient nicht der Bevölkerung, sagte der Beobachter. - Die deutsche Regierung forderte mit Blick auf die Assad-Rede vom Dienstag nochmals eine Resolution des Weltsicherheitsrats zu Syrien. Assad hatte angekündigt, es werde weiter mit harter Hand gegen "die Terroristen" vorgegangen. - Die USA ziehen wegen der angespannten Lage weiteres Botschaftspersonal aus Damaskus ab.

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Die Friedensmission der Afrikanischen Union verrichtet nach Einschätzung des Weltsicherheitsrats im notleidenden Bürgerkriegsland Somalia gute Arbeit. Im vergangenen Jahr habe die Truppe wichtige Erfolge erzielt und dazu beigetragen, die radikal-islamische Al-Schabaab-Miliz zu schwächen und aus der Hauptstadt Mogadischu zu vertreiben, urteilte das höchste UN-Gremium in New York. Seine Mitglieder sprachen sich für eine weitere politische, strategische und finanzielle Unterstützung der Friedensmission AMISON aus. Dies sei ein exzellentes Beispiel einer afrikanischen Antwort auf eine afrikanische Krise, sagte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig. AMISOM hat seit 2007 die Aufgabe, die Übergangsregierung in Mogadischu zu unterstützen und Rebellengruppen zu bekämpfen.

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Birma hat Friedensgespräche mit den Rebellen der Minderheit der Karen aufgenommen. Die Unterhändler der Regierung und Vertreter der Karen Nationalunion trafen sich in Pa-an, der Hauptstadt der Region Karen im Süden des Landes. Die Verhandlungen sind Teil der Bemühungen Birmas, die internationale Isolation zu beenden. Westliche Staaten haben ein Ende der Auseinandersetzungen mit den Karen-Rebellen zu einer Bedingung für eine Verbesserung der Beziehungen gemacht. Die Karen kämpfen seit 1949 für Unabhängigkeit oder Autonomie in dem Vielvölkerstaat. Sie haben sich anders als andere Volksgruppen nie mit der Jahrzehnte regierenden Militärjunta arrangiert. Im Karen-Gebiet kommt es immer wieder zu blutigen Zusammenstößen. Hunderttausende Zivilisten sind über die Grenze nach Thailand geflüchtet.

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