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Nachrichten

11.12.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 08:16

Nachrichten von Donnerstag, 11. Dezember 2014 – langsam gesprochen als MP3

Hongkong beginnt mit Räumung von Protest-Hochburg:

In Hongkong hat unter massivem Polizeischutz die endgültige Räumung des Protestcamps nahe dem Finanzdistrikt begonnen. Zeltlager und Blockaden im Viertel Admiralty sind eine Hochburg der Demokratiebewegung. Arbeiter mit Helmen bauten letzte Barrikaden und Sperrgitter ab und zerrten die Zelte von der Fahrbahn. Ein Teil der Demonstranten zog sich zurück, andere warteten darauf, weggetragen oder festgenommen zu werden. Mehr als zwei Monate lang hatten Zehntausende für mehr Demokratie in der von China kontrollierten Wirtschaftsmetropole demonstriert. Wichtige Hauptverkehrsstraßen wurden durch die überwiegend friedlichen Proteste der sogenannten "Regenschirm-Revolution" lahmgelegt. Immer wieder war es jedoch auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Auslöser der Proteste waren die Pläne der kommunistischen Führung in Peking, den Hongkongern 2017 zwar erstmals direkte Wahlen zu erlauben, ihnen aber eine freie Nominierung der Kandiaten zu verweigern.

Russland und Indien wollen enger zusammenrücken:

Russlands Präsident Wladimir Putin ist zu einem eintägigen Gipfeltreffen nach Indien gereist. Es ist das erste bilaterale Treffen seit dem Amtsantritt von Indiens Regierungschef Narendra Modi im Mai dieses Jahres. Bei dem Besuch sollen zahlreiche Wirtschaftsabkommen über neue Atomkraftwerke, Rüstungslieferungen und Diamanten abgeschlossen werden. Indien ist eines der wenigen Länder, die Russland wegen der Ukraine-Krise nicht kritisieren. Das Verhältnis beider Länder war in den vergangenen Jahren jedoch etwas abgekühlt, unter anderem wegen russischer Rüstungsexporte in das mit Indien verfeindete Pakistan.

USA schließen letztes Gefangenenlager in Afghanistan:

Die USA haben ihr letztes Gefangenenlager in Afghanistan geschlossen. Zwei der drei verbliebenen Insassen des Parwan Detention Centers wurden nach Angaben des Pentagon den afghanischen Sicherheitsbehörden übergeben. Einer von ihnen sei der ehemalige Leibwächter von Terroristenführer Osama bin Laden, Redha al-Najar, gewesen. Aus dem jetzt bekannt gewordenen Bericht über die Foltermethoden des US-Geheimdienstes CIA geht hervor, dass al-Najar 2002 Opfer der "erweiterten Verhörmethoden" geworden war. Die schon länger geplante Aufgabe des Lagers war Anfang des Jahres ins Stocken geraten, weil die USA befürchteten, dass die Afghanen Talibankämpfer freilassen könnten. Im Februar hatte der damalige afghanische Präsident Hamid Karzai zum Ärger Washingtons 65 Gefangene freigelassen, von denen einige an Anschlägen beteiligt gewesen sein sollen, bei denen Soldaten der USA und der internationalen Koalition getötet und verwundet wurden.

Mitte-Links-Bündnis will Israels Regierung übernehmen:

In Israel hat sich ein Mitte-Links-Bündnis zusammengeschlossen, das nach den Parlamentswahlen im März die Regierung übernehmen will. Die Ex-Justizministerin Zsipi Livni mit ihrer liberalen Hatnua-Partei und Oppositionsführer Isaac Herzog von der sozialdemokratischen Arbeitspartei können sich jüngsten Umfragen zufolge gute Chancen ausrechnen, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abzulösen. Im Falle eines Wahlsieges wollen die beiden Spitzenleute nacheinander für jeweils zwei Jahre das höchste Regierungsamt bekleiden. Der amtierende Regierungschef seinerseits will neben den beiden Rechtsaußenparteien "Jüdisches Heim" von Wirtschaftsminister Naftali Bennett und "Unser Haus Israel" von Außenminister Avigdor Lieberman auch zwei derzeit nicht im Parlament vertretene Parteien in eine künftige Regierung einbinden: die sefardisch-religiöse Schas-Partei und die Partei "Vereintes Tora-Judentum" seien seine "natürlichen Verbündeten", so Netanjahu.

Innenminister warnen vor Anti-Islam-Protesten bei Pegida:

Vor Beginn ihrer zweitägigen Herbsttagung warnen die Innenminister der Bundesländer vor den Anti-Islam-Protesten der "Patrioten Europas gegen Islamisierung des Abendlandes" (Pegida). Beim Thema Asyl dürfe kein Keil in die Gesellschaft getrieben werden, erklärte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU). Hessens Ressortchef Peter Beuth (CDU) zeigte sich besorgt über die Demonstrationen wie kürzlich in Dresden, wo rund 10.000 Menschen auf die Straße gegangen waren. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) warnte davor, islamkritische Bewegungen wie "Pegida" in Dresden oder "Dügida" in Düsseldorf zu unterschätzen. Die Politik müsse aufpassen, sonst drohe auch Deutschland ein politisches Problem, so Jäger mit Blick auf den Erfolg von Rechtspopulisten in anderen EU-Ländern. Auch die Muslimverbände müssten sich an der politischen Aufklärungsarbeit beteiligen und sich "stärker als bisher von extremistischen Salafisten distanzieren", forderte Jäger weiter. Der SPD-Politiker ist an diesem Donnerstag und Freitag Gastgeber der Innenminister und-senatoren aller 16 Länder, die sich gemeinsam mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zu ihrer Herbsttagung in Köln treffen.

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