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Nachrichten

11.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach einem harten Ringen haben die Teilnehmer der Weltklima-Konferenz im südafrikanischen Durban einen Durchbruch erzielt: Die 194 vertretenen Staaten wollen bis 2015 einen rechtlich verbindlichen Klimavertrag erarbeiten, um so die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Das Abkommen soll bis 2020 in Kraft treten. Mit der Einigung wird das offiziell 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll verlängert, um die Zeit bis zu dem neuen Vertrag zu überbrücken. Damit wurde die Hauptforderung der EU und vieler Entwicklungsländer erfüllt. Sie wollten einen Fahrplan für ein bindendes Abkommen, das alle Staaten einschließt - also auch die großen Verursacher von Treibhausgasen wie die USA, China und Indien. Diese Staaten sind an das Kyoto-Protokoll nicht gebunden. Beschlossen wurde in Durban außerdem die Einrichtung eines Grünen Klimafonds.

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Bundesumweltminister Norbert Röttgen hat das Ergebnis des Klimagipfels als Erfolg gewertet. Es sei richtig gewesen, dass die Europäer hart geblieben seien. Auch die Allianz mit den am wenigsten entwickelten Staaten habe ihre positive Wirkung nicht verfehlt. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard sagte, die EU habe alles erreicht, nur bei der Frage der Verbindlichkeit des Klimavertrags habe man Zugeständnisse machen müssen. Südafrikas Außenministerin Maite Nkoana-Mashabane, sprach von einem "historischen Meilenstein". Sie hatte durch beharrliche Vermittlung einen harten Konflikt zwischen Indien und der EU über die Verbindlichkeit des künftigen Weltklimavertrags gelöst. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich dagegen enttäuscht. Ein Sprecher erklärte, der unter Druck von Indien und den USA abgeschwächte Kompromiss führe nur zu einem lose bindenden Abkommen. Damit sei unter Mithilfe von Indien in letzter Minute ein Schlupfloch für die USA und für Industriekonzerne geschaffen worden.

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Ein Sondereinsatzkommando der Polizei hat in Sachsen einen 36-jährigen Mann wegen seiner mutmaßlich engen Verbindungen zur Zwickauer Neonazi-Terrorzelle festgenommen. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Der Mann sei dringend verdächtig, in zwei Fällen die terroristische Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) unterstützt zu haben. Beamte des Bundeskriminalamtes und sächsische Polizisten durchsuchten im Erzgebirgskreis zudem drei Wohnungen, darunter die des Beschuldigten und die einer weiteren möglichen Unterstützerin. Der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle werden zehn Morde zur Last gelegt.

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In der Demokratischen Republik Kongo haben nach dem umstrittenen Wahlsieg von Präsident Joseph Kabila Polizeirazzien stattgefunden. In der Hauptstadt Kinshasa durchkämmten Polizisten Viertel, die als Hochburgen des offiziell unterlegenen Oppositionsführers Etienne Tshisekedi gelten. Dabei gab es zahlreiche Festnahmen. Nach Tshisekedis öffentlicher Erklärung vom Freitag, er erkenne Kabilas Wahlsieg nicht an, werden Unruhen befürchtet. Nach Angaben der kongolesischen Behörden wurden bisher vier Menschen erschossen. Die Organisation Human Rights Watch sprach hingegen von 18 Opfern, die meisten seien von Kabilas Soldaten getötet worden. - Internationale Wahlbeobachter des Carter Centers kritisierten die Präsidentschaftswahl wegen schwerer Unregelmäßigkeiten als nicht glaubwürdig. Viele Stimmlokale hätten eine Wahlbeteiligung von bis zu 100 Prozent gemeldet, wobei fast alle Bürger für Kabila votiert haben sollen, teilte die vom früheren US-Präsidenten Jimmy Carter gegründete Nichtregierungsorganisation mit.

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In der westafrikanischen Elfenbeinküste wird acht Monate nach Ende des blutigen Machtkampfs zwischen Präsident Alassane Ouattara und seinem Vorgänger Laurent Gbagbo ein neues Parlament gewählt. Weil die "Ivorische Volksfront" Gbagbos die Abstimmung boykottiert, wird mit einem deutlichen Sieg von Ouattaras "Demokratischer Partei" gerechnet. Die Wahl gilt als wichtiger Schritt zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes. Allerdings werden Ausschreitungen befürchtet. Um für Sicherheit bei der Wahl zu sorgen, sind 7000 UN-Soldaten in der Elfenbeinküste im Einsatz. Hinzu kommen 25.000 ivorische Polizisten. Im November war Gbagbo an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellt worden. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist trocken und immer häufiger auch freundliche Abschnitte. Nur an der Küste Schauerneigung. Maximal ein bis neun Grad. --- Die weiteren Aussichten: Zum Wochenbeginn unbeständig und windig. Von West nach Ost neuer Regen.

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