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Nachrichten

11.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach tagelangem quälenden Machtkampf wird in Griechenland an diesem Freitag eine Übergangsregierung unter Ministerpräsident Lucas Papademos vereidigt. Der frühere Vizechef der Europäischen Zentralbank steht einem Notkabinett vor, das von den Sozialisten, den Konservativen und der rechtsgerichteten Partei LAOS unterstützt wird. Laut Verfassung muss Papademos innerhalb von zwei Wochen die Vertrauensfrage im Parlament stellen. Die neue Regierung soll Griechenland vor einem Staatsbankrott bewahren und die internationale Finanzhilfe für das Euro-Land unter Dach und Fach bringen. So hat Athen im Gegenzug für ein neues Milliardenhilfsprogramm und einen Schuldenschnitt ein weiteres hartes Sparprogramm zu erfüllen. Papademos rief die Bevölkerung, die Parteien und Gewerkschaften zu "Einheit, Verständigung und Vernunft" auf.

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Der Chef des Euro-Schutzschirms EFSF, Klaus Regling, hat Italien aufgefordert, sich schnellstmöglich mit einer funktionierenden Regierung gegen die Schuldenkrise zu stemmen. Dem Land laufe die Zeit davon, um die Märkte zu beruhigen, sagte Regling der "Süddeutschen Zeitung". Der Schutzschirm EFSF werde noch im Dezember neue, kurzfristig laufende Anleihen verkaufen, um für Notfälle gerüstet zu sein. Rasche Hilfe zum Beispiel für Italien sei möglich, so Regling. Man könne derzeit noch 250 bis 300 Milliarden Euro an Krediten vergeben. In Rom soll an diesem Freitag der Senat das Stabilitätsgesetz mit den der Europäischen Union versprochenen Reformzusätzen verabschieden. Am Samstag oder Sonntag könnte dann das Abgeordnetenhaus die Sparmaßnahmen endgültig absegnen. Dies hatte der konservative Ministerpräsident Silvio Berlusconi zur Bedingung für seinen Rücktritt gemacht. Als Favorit für seine Nachfolge gilt Ex-EU-Kommissar Mario Monti.

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Mitten in einer Phase ohnehin nervöser Finanzmärkte und eskalierender Schuldenkrise hat die Ratingagentur Standard & Poor`s irrtümlich die Kreditwürdigkeit Frankreichs heruntergestuft. Erst zwei Stunden nach dem peinlichen Vorfall räumte die US-Agentur ein, am Donnerstag versehentlich eine Mitteilung an einige Abonnenten ihrer Internet-Seite verschickt zu haben, die eine schlechtere Bonität signalisierte. S&P stellte in New York klar, Frankreich habe immer noch die Bestnote "AAA" mit stabilem Ausblick. Der französische Finanzminister Francois Baroin nannte die Panne "ziemlich schockierend". Die Börsenaufsichtsbehörde AMF leitete eine Untersuchung ein. Vor dem Dementi der Ratingagentur waren Aktienkurse und der Wert französischer Staatsanleihen schon auf Talfahrt.

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Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat sich in Berlin auf die Eckpunkte für den Etat 2012 verständigt. Mit der Mehrheit von Union und FDP wurde die Vorlage angenommen. Sie sieht Gesamtausgaben in Höhe von 306,2 Milliarden Euro vor. Dafür ist eine Neuverschuldung von 26,1 Milliarden Euro geplant. Das sind rund 1,1 Milliarden Euro weniger als im bisherigen Haushaltsentwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) vorgesehen. Politiker von Union und FDP erklärten, man halte mit dem Gesamtvolumen Maß. Der SPD-Finanzpolitiker Carsten Schneider bezeichnete die Bilanz hingegen als Armutszeugnis. Trotz steigender Steuereinnahmen wolle die Koalition 2012 mehr Schulden aufnehmen als in diesem Jahr. In zwei Wochen wird der Bundestag über den Etat abstimmen.

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Zehn Jahre nach Beginn ihres Afghanistan-Einsatzes wird die Bundeswehr-Truppe am Hindukusch Anfang nächsten Jahres erstmals um 450 Soldaten verkleinert. In den folgenden zwölf Monaten sollen weitere 500 Soldaten abgezogen werden. Damit wird das deutsche Kontingent von derzeit bis zu 5350 Soldaten voraussichtlich binnen eines Jahres um fast ein Fünftel schrumpfen. Das schlagen Außenminister Guido Westerwelle und Verteidigungsminister Thomas de Maizière in einem gemeinsamen Brief an die Fraktionsvorsitzenden des Bundestags vor. Die SPD signalisierte Zustimmung, den Grünen geht der Abzug nicht weit genug, die Linke will alle Soldaten sofort nach Hause holen. Bis Ende 2014 könnten alle Kampftruppen abgezogen sein. Bis dahin soll Afghanistan selbst die Verantwortung für die Sicherheit im Land übernehmen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden länger neblig-trüb und trocken. Sonst nach Nebelauflösung freundlich, vor allem im Osten auch sonnig. Höchstwerte vier bis zwölf Grad. Die weiteren Aussichten: Am Samstag nur noch selten Nebel, dafür verbreitet viel Sonnenschein. Etwas kälter, nachts in der Osthälfte Frost.

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