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Nachrichten

11.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach den schweren Ausschreitungen in Großbritannien wächst der Druck auf den konservativen Premierminister David Cameron. Vor einer Sondersitzung des Parlaments forderten Politiker der Opposition aber auch aus dem Regierungslager, die beschlossenen Sparmaßnahmen bei der Polizei zurückzunehmen. Die vorgesehenen Ausgabenkürzungen um 20 Prozent und der damit verbundene Stellenabbau seien ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in London unrealistisch, betonte der konservative Bürgermeister der Hauptstadt, Boris Johnson. In der Nacht zum Donnerstag blieb es erstmals in den Straßen Englands wieder vergleichsweise ruhig. Dafür sorgte auch ein Großaufgebot an Polizisten, allein in London waren wieder 16.000 Mann im Einsatz. Landesweit wurden mehr als 1300 mutmaßliche Randalierer und Plünderer festgenommen. Fast 300 mutmaßliche Täter wurden bislang angeklagt, mehrere von ihnen erhielten in Schnellverfahren mehrmonatige Haftstrafen. Laut Polizei sind die Gerichte rund um die Uhr besetzt.

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Wenige Stunden nach Abschluss eines Steuerabkommens mit der Schweiz ist ein weiterer geheimer Ankauf Tausender Bankdaten mutmaßlicher Steuerhinterzieher durch deutsche Behörden bekannt geworden. Nach einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" dokumentiert die CD deutsche Konten einer großen Schweizer Bank, die bislang selbst nichts von dem Datenverlust wisse. Steuerfahnder mehrerer Bundesländer bereiteten bereits eine Durchsuchungsaktion bei den Verdächtigen vor, schreibt das Blatt weiter. Die nach monatelangen Verhandlungen erzielte Grundsatzvereinbarung mit der Schweiz soll dem deutschen Fiskus Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe aus dem Nachbarland sichern. Die deutschen Kontoinhaber in der Schweiz bleiben dafür im Grundsatz weiter anonym.

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Die westlichen Staaten im UN-Sicherheitsrat setzen sich angesichts der fortdauernden Gewalt des syrischen Regimes gegen Zivilisten für eine härtere Gangart gegen die Führung in Damaskus ein. Großbritanniens Vize-Botschafter Philip Parham sagte nach einer Sitzung des mächtigsten UN-Gremiums in New York, bisher habe Staatschef Baschar al-Assad die einstimmige Forderung nach Reformen und einem Ende des blutigen Vorgehens ignoriert. Stattdessen seien 13.000 Syrer von der Geheimpolizei festgenommen worden, zehntausende seien in Nachbarländer geflohen. Mehr als 2000 Zivilisten wurden nach Schätzungen der Vereinten Nationen getötet. Parham forderte, der Weltsicherheitsrat müsse weitergehende Schritte gegen Damaskus erörtern. Er sprach auch im Namen seiner Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Portugal und Deutschland. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wurden am Mittwoch allein in der zentralsyrischen Stadt Homs wieder mindestens 17 Menschen erschossen. Die US-Regierung verhängte Sanktionen gegen die größte Handelsbank Syriens und den größten Mobilfunkkonzern des Landes.

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Zum Abschluss seiner Balkanreise reist Außenminister Guido Westerwelle ins Kosovo. Als erster hochrangiger Politiker der Europäischen Union will er sich vor Ort über den aktuellen Grenzkonflikt der mehrheitlich von Albanern bewohnten Balkanrepublik mit Serbien informieren. Vor zwei Wochen war es deshalb zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Seitdem werden die umstrittenen Grenzposten von der internationalen Schutztruppe kontrolliert. Die Straßenblockaden der serbischen Minderheit im Norden des Landes sind inzwischen fast alle wieder geräumt. Westerwelle will für die Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen den Regierungen in Belgrad und Pristina werben. Beim Besuch in Dubrovnik hatte er zuvor die Reformen Kroatiens als beispielhaft für andere Balkanstaaten bezeichnet.

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Die Deutsche Bahn lehnt im Streit um den Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofes den Kompromissvorschlag von Schlichter Heiner Geißler aus Kostengründen ab. Der CDU-Politiker hatte angeregt, statt des unterirdischen Durchgangsbahnhofs eine Kombination aus überirdischer Station für den Regional- und unterirdischer für den Fernverkehr zu bauen. Nach Angaben der Bahn kostet dies mit mehr als fünf Milliarden Euro etwa eine Milliarde mehr als die von ihr favorisierte "Stuttgart 21"-Komplettlösung unter der Erde. Mit der SPD hatte sich zuvor bereits ein Teil der grün-roten Koalition in Baden-Württemberg gegen Geißlers Idee positioniert.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich von Main und Mosel längere Zeit Sonnenschein, im Norden zeitweilig Regen. In der Mitte Wechsel von Sonne und Schauern. Höchsttemperaturen zwischen 16 und 26 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Freitag im Süden teils heiter und meist trocken. Sonst viele Schauer und Gewitter. Die Temperaturen erreichen maximal 19 bis 25 Grad.

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