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Nachrichten

11.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bei einer schweren Explosion auf einem Marinestützpunkt im Süden der Mittelmeerinsel Zypern sind nach Rundfunkberichten mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Aus zunächst unbekannten Gründen sollen mehrere Container mit Munition detoniert sein. Augenzeugen berichteten, der Stützpunkt Evangelos Florakis zwischen Limassol und Larnaka sei fast vollständig zerstört worden. Zudem wurde das größte Kraftwerk der Insel lahmgelegt. In einem nahegelegenen Dorf wurden Häuser beschädigt.

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EU-Justizkommissarin Viviane Reding hat eine Zerschlagung der Ratingagenturen ins Spiel gebracht. Europa dürfe sich den Euro nicht von drei US-Privatunternehmen kaputt machen lassen, sagte Reding der Zeitung "Die Welt" mit Blick auf die drei großen Agenturen Standard & Poors (S&P), Moody's und Fitch. Es seien mehr Transparenz und Wettbewerb bei der Bewertung von Firmen, Banken und Staaten nötig. Die G20-Staaten könnten gemeinsam beschließen, das Kartell der drei amerikanischen Ratingagenturen zu zerschlagen, regt die EU-Kommissarin an. So könnten die USA aufgefordert werden, aus den drei Agenturen sechs zu machen. Andernfalls würden eigene, unabhängige europäische und asiatische Ratingagenturen gegründet, drohte die Luxemburgerin Reding. Es dürfe nicht sein, dass drei US-Firmen über das Schicksal ganzer Volkswirtschaften und ihrer Bürger entscheide.

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Aufgrund der Unruhe an den Finanzmärkten wollen Spitzenvertreter von EU und Europäischer Zentralbank (EZB) an diesem Montag in Brüssel in informeller Runde über die Euro-Schuldenkrise beraten. Das Gespräch im kleinen Kreis findet vor dem Treffen der Euro-Finanzminister statt, die unter anderem über das zweite Rettungspaket für Griechenland beraten wollen. Es handele sich "nicht um eine Krisenrunde", versicherte eilig ein Sprecher der EU-Kommission. In der Euro-Schuldenkrise war in den vergangenen Tagen der Druck auf Italien gestiegen. Die Zinsen für italienische Staatsanleihen gingen zuletzt in die Höhe, weil Anleger einen Ausfall der Papiere befürchteten. Die Regierung in Rom bemühte sich um demonstrative Einigkeit. Man werde sich anstrengen müssen, um zu zeigen, dass die Märkte übertreiben, sagte der Berater von Ministerpräsident Silvio Berlusconi, Paolo Bonaiuti. - Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" gibt es bei der EZB Forderungen, zum Schutz Italiens den Euro-Rettungsschirm eventuell auf 1,5 Billionen Euro zu verdoppeln.

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Auch die zweite Runde des US-Schuldengipfels hat noch keinen Durchbruch gebracht. Das Treffen zwischen Präsident Barack Obama und führenden Kongresspolitikern im Weißen Haus wurde nach nur 75 Minuten vertagt. Vor der Fortsetzung an diesem Montag will Obama sich noch einmal vor der Presse äußern. Notfalls werde der Präsident jetzt jeden Tag mit der republikanischen Opposition verhandeln, hieß es bei den Demokraten. Das Schuldenlimit von derzeit 14,3 Billionen Dollar wird laut Finanzminister Timothy Geithner Anfang August erreicht. Sollten Republikaner und das Regierungslager bis dahin keine Einigung erzielt haben, droht die Zahlungsunfähigkeit der USA. - Zuvor hatte die neue Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, die USA aufgefordert, die Schuldenobergrenze anzuheben. Anderenfalls wären die Konsequenzen für das Land und die Weltwirtschaft wirklich übel, sagte Lagarde in einem Interview des Senders ABC. Zinsen würden steigen und die Aktienmärkte abstürzen.

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Kurz vor ihrer zweiten längeren Afrika-Reise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die wachsende Bedeutung des Kontinents gewürdigt. Mit ihrem Besuch in drei afrikanischen Ländern wolle sie ein Zeichen setzen, dass Deutschland auf gemeinsamer Augenhöhe mit dem Kontinent zusammenarbeite wolle, sagte die Kanzlerin. Merkel fliegt an diesem Montag mit einer Wirtschaftsdelegation nach Kenia. Es folgen Aufenthalte in Angola und Nigeria. Die drei Länder sind wirtschaftliche Schwergewichte südlich der Sahara und sind nach Südafrika die größten Abnehmer deutscher Waren. Alle drei hätten aber auch Probleme beim Aufbau funktionierender Regierungsstrukturen, sagte Merkel. Daher wolle Deutschland ihnen auf einen stabilen Weg helfen. Agrarministerin Ilse Aigner und Abgeordnete aller Fraktionen begleiten die Kanzlerin. Aigner will über die Kooperation in der Landwirtschaft und Hilfe im Kampf gegen den Hunger sprechen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen überwiegend freundlich und meist trocken. Im Osten abklingende Regenfälle. Die Temperaturen steigen auf 19 bis 27 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Dienstag meist heiter. Später von Westen her wolkiger, meist aber noch trocken und sommerlich warm.

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