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Nachrichten

11.06.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 09:01

Nachrichten von Mittwoch, 11. Juni 2014 – langsam gesprochen als MP3

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Die Milizen der sunnitischen Dschihadistengruppe "Islamischer Staat im Irak und der Levante" (ISIL) sind im Nordirak auf dem Vormarsch. Am Abend teilten ein Brigadegeneral und ein örtlicher Regierungsvertreter mit, Rebellenkämpfer seien nun auch in Sinijah und Sulaiman Bek in der Provinz Salaheddin eingerückt. Nach viertägigen Gefechten hatten die ISIL Mossul, die zweitgrößte Stadt des Landes, sowie die gesamte umliegende Provinz Ninive unter ihre Kontrolle gebracht. Nach Angaben des Nachrichtenportals Sumaria News drangen die Milizen auch in Gefängnisse ein und ließen mehr als 1400 Häftlinge frei. Zudem übernahmen sie die Kontrolle über den Flughafen und zwei Fernsehsender. Tausende Menschen flohen aus Mossul nach Norden in die Kurdengebiete, während die Armee auf ihrem Rückzug Munitions- und Treibstofflager anzündete. Beobachter gehen davon aus, dass mehr als 3000 ISIL-Kämpfer in der Region Mossul aktiv sind. Die Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt ist wichtigster Verkehrsknotenpunkt im Norden des Irak.

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Die Konfliktparteien im Südsudan haben sich geeinigt, binnen 60 Tagen eine Übergangsregierung zu bilden. Dies teilte der äthiopische Regierungschef Hailemariam Desalegn in Addis Abeba mit, wo sich der südsudanesische Präsident Salva Kiir und sein Rivale Riek Machar getroffen hatten. Beide hätten sich zu den bereits unterzeichneten Abkommen bekannt. Ein am 9. Mai unter internationaler Vermittlung vereinbarter Waffenstillstand zwischen Rebellen und Armee wurde wiederholt gebrochen, so dass sich der Bürgerkrieg in dem jungen Staat zuletzt weiter vertieft hat. Die Verhandlungen am Rande eines Regionalgipfels in Äthiopien waren erst das zweite Treffen zwischen Kiir und seinem früheren Stellvertreter Machar, seitdem dieser im Dezember zu den Waffen gegriffen hatte. Der Gipfel des ostafrikanischen Staatenbunds IGAD drohte, Sanktionen gegen beide Seiten zu verhängen, falls diese ihre militärischen Aktionen nicht einstellten.

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Der Mehrheitsführer im US-Repräsentantenhaus, Eric Cantor, hat bei den Vorwahlen der Republikaner eine schwere Niederlage erlitten. Cantor verlor im Kreis Richmond im Bundesstaat Virginia deutlich gegen den bisher weitgehend unbekannten Kandidaten der ultrakonservativen Tea-Party-Bewegung, Dave Brat. Cantor galt als möglicher Nachfolger für den Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses, John Boehner. Sein erfolgreicher Widersacher ist Wirtschaftsprofessor und Politik-Neuling. Beobachter sprechen von einer der größten Wahl-Überraschungen in der jüngeren US-Politik. Brats Erfolg aus dem Stand heraus dürfte der ideologisch stark ausgerichteten Tea-Party-Bewegung neuen Auftrieb geben. In den Vereinigten Staaten finden im November Kongresswahlen statt.

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Die chilenische Regierung hat ein umstrittenes Staudamm-Projekt in Patagonien gestoppt. Umweltminister Pablo Badenier sagte, bei der Planung seien entscheidende Fehler gemacht worden. So seien die Folgen auf die Menschen in der Region nicht ausreichend berücksichtigt worden. In Santiago feierten nach der Entscheidung hunderte Staudammgegner auf den Straßen, auch in der Region Aysén 1300 Kilometer südlich der Hauptstadt gab es spontane Freudenfeste. Für das Vorhaben des spanisch-chilenischen Konsortiums Endesa-Colbún sollten die Flüsse Baker und Pascua in zwei wilden Tälern der Region Aysén gestaut werden. Die beiden Wasserkraftwerke sollten eine Leistung von 2750 Megawatt bringen. Umweltschützer waren gegen die Pläne seit Jahren Sturm gelaufen, vor allem weil 5900 Hektar weitgehend unbesiedeltes Land geflutet werden sollten.

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Führende Funktionäre des europäischen Fußballverbands UEFA haben Joseph Blatter zu einem Verzicht auf eine weitere Amtszeit als FIFA-Chef aufgefordert. Bei einer Sitzung der europäischen Verbandspräsidenten kündigte der 78-jährige Schweizer in Sao Paulo seine Kandidatur für 2015 an, stieß damit aber bei den Europäern auf offenen Widerstand. Der niederländische Verbandschef Michael van Praag machte Blatter für das schlechte FIFA-Image verantwortlich. Zwei Tage vor dem Eröffnungsspiel der WM in Brasilien eröffnete Blatter in Sao Paulo den Kongress des Fußball-Weltverbandes. Wörtlich sagte er: "Brasilien wird den Fußball feiern. Die Show wird unglaublich sein." Zuletzt hatten neue Korruptionsvorwürfe zur Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar die FIFA zunehmend in Bedrängnis gebracht.

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