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Nachrichten

11.03.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Japan hat mit einer Gedenkminute der Opfer der Erdbeben-, Tsunami- und Atomkatastrophe von vor zwei Jahren gedacht. Um 14.46 Uhr Ortszeit, dem Zeitpunkt, als am 11. März 2011 das verheerende Erdbeben das Land heimsuchte, legten die Menschen eine Schweigeminute für die fast 19.000 Todesopfer ein. Bei einer Gedenkzeremonie in Tokio gedachte auch Kaiser Akihito zusammen mit Angehörigen der Opfer der schlimmsten Katastrophe in Japan seit dem Zweiten Weltkrieg. Nach Behördenangaben leben immer noch rund 315.000 Menschen fern ihrer früheren Häuser, verteilt über alle Provinzen des Landes. Rund 57.000 Menschen sind bislang nicht nach Fukushima zurückgekehrt, wo es im dortigen Atomkraftwerk zu einem Super-GAU gekommen war - einer Kernschmelze in drei Reaktoren. Tausende Japaner demonstrierten anlässlich des Jahrestages der Katastrophe in mehreren Städten gegen ein von der Regierung geplantes Wiederanfahren von Atommeilern.

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Drei Monate nach der mörderischen Gruppenvergewaltigung in Indien ist der mutmaßliche Drahtzieher tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Ram Singh habe sich im Hochsicherheitsgefängnis Tihar in Neu Delhi erhängt, teilte die Haftanstalt mit. Der 33-Jährige sei allerdings mit drei weiteren Insassen untergebracht gewesen, die nicht wegen des Verbrechens an der 23-jährigen Studentin angeklagt werden. Eine Obduktion solle daher klären, ob Fremdeinwirkung vorliege, hieß es weiter. Angehörige des Toten sprachen von Mord. Die Verteidiger der insgesamt fünf Angeklagten hatten mehrfach erklärt, ihre Klienten würden von anderen Insassen auf Geheiß der Polizei gefoltert. Ram Singh war der Fahrer des Busses, in dem am 16. Dezember die Studentin entführt, vergewaltigt und gefoltert wurde. Er gilt als Hauptverdächtiger, da er die Idee zu der Gewalttat gehabt haben soll. Die junge Frau starb zwei Wochen später an ihren inneren Verletzungen.

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Die konservative Regierungsmehrheit in Ungarn will an diesem Montag im Parlament umstrittene Verfassungsänderungen beschließen. Die Novelle schränkt unter anderen die Befugnisse des Verfassungsgerichts ein und erlaubt es der Regierung, stärker in die Justiz und ins Hochschulwesen einzugreifen. Die Fidesz-Partei des machtbewussten Ministerpräsidenten Victor Orban verfügt über die notwendige Zweidrittelmehrheit im Parlament. Am Freitag hatten in Budapest tausende Menschen gegen die geplante Reform demonstriert. Protestierende Studenten kritisierten, dass die Änderungen die Autonomie der Universitäten einschränkten und die Empfänger staatlicher Stipendien verpflichteten, nach dem Studium in Ungarn zu arbeiten. Auch die EU-Kommission, der Europarat und das US-Außenministerium haben Bedenken angemeldet.

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Tausende Menschen haben in ganz Spanien erneut gegen Kürzungen bei den Sozialleistungen und die Rekordarbeitslosigkeit protestiert. Die unzufriedenen Bürger gingen nach Medienberichten in mehr als 60 Städten auf die Straße. Zu den Kundgebungen hatten die großen Gewerkschaftsverbände CCOO und UGT sowie 150 weitere Organisationen aufgerufen. Die Demontranten forderten eine "dringende, radikale Wende" der Sparpolitik der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy, verlangten aber auch von der Europäischen Union einen Richtungswechsel. Den Protesten schlossen sich auch die wichtigsten Oppositionskräfte im Parlament, die Sozialistische Partei PSOE und die Vereinigte Linke IU an. Spanien leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise, das Staatsdefizit betrug im Vorjahr 6,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Jeder vierte Bürger ist arbeitslos.

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Auf den Falkland-Inseln im Südatlantik wird an diesem Montag das zweitägige Referendum über die politische Zukunft des Archipels fortgesetzt. Die 1.600 Stimmberechtigten sollen entscheiden, ob die Inseln weiter britisches Überseegebiet bleiben sollen. Es gilt als sicher, dass die überwiegend britisch-stämmige Bevölkerung mit Ja stimmen wird. Argentinien erkennt die Volksabstimmung nicht an. Die Regierung in Buenos Aires sprach von einem "reinen PR-Manöver". Das Referendum war angesetzt worden, nachdem Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner bei den Vereinten Nationen Anspruch auf die Inselgruppe erhoben hatte. Zuletzt hat sich der fast 200 Jahre währende Streit durch Ölfunde rund um die Inseln verschärft. 1982 hatten beide Länder einen Krieg um die Inselgruppe geführt. Dabei wurden rund 900 Menschen getötet.

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Acht Angehörige einer Großfamilie sind bei einer Brandkatastrophe im schwäbischen Backnang gestorben. Bei den Opfern handele es sich um eine 40-jährige Mutter türkischer Herkunft und sieben ihrer Kinder, sagte ein Polizeisprecher. Die Leichen seien im ersten Obergeschoss des Gebäudes gefunden worden. Dort war das Feuer in der Nacht zu Sonntag ausgebrochen. Grund sei möglicherweise ein defekter Holzofen. Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund lägen nicht vor. Die Einsatzkräfte konnten drei weitere Personen bergen und brachten sie in Krankenhäuser. Retter betreuten rund 50 Familienangehörige und Bekannte. Der türkische Botschafter in Deutschland, Hüseyin Avni Karslioglu, und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann eilten zum Unglücksort.

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