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Nachrichten

11.03.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Im Nordosten Japans hat ein bis zu zehn Meter hoher Tsunami eine Schneise der Verwüstung geschlagen. Die Flutwelle wurde durch ein gewaltiges Erdbeben der Stärke 8,8 ausgelöst und riss an der Küste ganze Landstriche mit sich, wie Korrespondenten berichten. Es habe viele Tote und zahlreiche Verletzte gegeben, mehrere Menschen wurden durch Erdrutsche verschüttet. Nach Angaben der Behörden lag das Epizentrum im Bezirk Miyagi knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio. Auch im Großraum Tokio schwankten die Häuser minutenlang. Es gab mehrere Brände, die Strom- und Telefonversorgung brach teilweise zusammen. In weiten Teilen des Landes wurde der Zug- und Flugverkehr eingestellt. Nach einer Krisensitzung der Regierung in Tokio rief Ministerpräsident Kan die Menschen zur Ruhe auf. Unterdessen hat das Pazifische Tsunami-Warnzentrum in Hawaii seine Warnungen auf praktisch alle Küstengebiete am Pazifik ausgedehnt. Dies gelte auch für Australien und Südamerika.

BERLIN: Bundesaußenminister Westerwelle hat sich in einer ersten Reaktion bestürzt über das Erdbeben in Japan gezeigt. Zwar sei das Land auf Erdbeben eingestellt. Ein derart schweres Beben sei aber auch für Japan ein Schicksalsschlag, sagte Westerwelle im Zweiten Deutschen Fernsehen. Der Minister drückte seine Anteilnahme aus und bot Japan deutsche Hilfen an. Auch die Vereinten Nationen stellten Japan Unterstützung in Aussicht.

BRÜSSEL: Der Aufstand in Libyen steht im Mittelpunkt eines Sondergipfels der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder in Brüssel. Die Europäische Union will den Druck auf den libyschen Diktator Gaddafi erhöhen und voraussichtlich dessen Rücktritt fordern. Umstritten ist, ob die EU und die NATO zur Unterstützung der Aufständischen letztlich militärisch intervenieren sollen. Frankreichs Präsident Sarkozy plädierte nach inoffiziellen Informationen für gezielte Luftangriffe auf Libyen. Als erster EU-Staat hatte Frankreich am Donnerstag die Opposition in Bengasi als alleinige und rechtmäßige Vertretung des libyschen Volkes anerkannt.

TRIPOLIS: In Libyen haben die Truppen von Machthaber Gaddafi ihre Angriffe gegen die Aufständischen verstärkt. Nachrichtenagenturen meldeten Luft- und Artillerieangriffe auf die Städte Ras Lanuf und Brega an der Mittelmeerküste. Regierungstruppen seien in das Zentrum der Hafenstadt Ras Lanuf eingerückt und lieferten sich Gefechte mit Aufständischen. Die Stadt Sawija westlich von Tripolis sei von Gaddafi-Truppen eingenommen worden, hieß es weiter.

WIESBADEN: Hohe Energiekosten haben die Verbraucherpreise in Deutschland so stark steigen lassen wie zuletzt vor dem Beginn der Finanzkrise. Die Inflationsrate lag im Februar bei 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Eine höhere Preissteigerungsrate sei zuletzt im Oktober 2008 festgestellt worden. Als Grund nannten die Statistiker hohe Energiekosten. Insbesondere Erdöl sei durch die Unruhen in wichtigen arabischen Förderländern deutlich teurer geworden. Auch die Preise für Nahrungsmittel zogen deutlich an.

BERLIN: Wirtschaftsverbände in Deutschland haben den Streik der Lokomotivführer heftig kritisiert. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Schnappauf, bezeichnete die Folgen als "nicht zu verantworten und unverhältnismäßig". An jedem Streiktag entstünden der deutschen Wirtschaft Schäden in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Der Ausstand der Lokführer hatte bundesweit zum Ausfall hunderter Personen- und Güterzüge geführt.

WINNENDEN: Zwei Jahre nach dem Amoklauf in einer Realschule der baden-württembergischen Stadt Winnenden haben die Familien der Opfer wirkungsvollere Änderungen im Waffenrecht gefordert. Alle bisherigen Reformen seien halbherzig gewesen, heißt es in einem offenen Brief an Bundespräsident Wulff und Kanzlerin Merkel. Die Politik habe ihre Versprechen bisher nicht oder nur unzureichend eingelöst. Die Stadt Winnenden gedenkt an diesem Freitag der Opfer des Amoklaufs. Am 11. März 2009 hatte ein Jugendlicher in seiner früheren Realschule und später auf der Flucht insgesamt 15 Menschen und sich selbst erschossen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte überwiegend stark bewölkt und gelegentlich Regen, sonst meist freundlich und trocken. Tageshöchsttemperaturen zwischen fünf Grad an der Küste und bis zu 13 Grad am Oberrhein.

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