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Nachrichten

11.02.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Proteste in Griechenland vor der Kulisse der Akropolis in Athen

Proteste in Griechenland vor der Kulisse der Akropolis in Athen

Die griechische Regierung hat dem mit den internationalen Geldgebern ausgehandelten Sparkonzept zugestimmt, das Griechenland vor der drohenden Staatspleite retten soll. Nach einer Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ist der Gesetzentwurf am späten Freitagabend ins Parlament eingebracht worden. Am Sonntag sollen die Abgeordneten über die Sparbeschlüsse abstimmen und damit den Weg freimachen für ein neues Rettungspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro. Unter anderem sehen die Maßnahmen die Entlassung zehntausender Staatsbediensteter sowie eine Absenkung des Mindestlohns vor. Aus Protest gegen die massiven Einschnitte waren am Freitag fünf Regierungsmitglieder zurückgetreten. Auch auf den Straßen demonstrierten Tausende gegen das Sparpaket. Ministerpräsident Lukas Papademos warnte davor, die Rettung scheitern zu lassen. Ein Staatsbankrott würde das Land in ein katastrophales Abenteuer stürzen und zu unkontrollierbarem wirtschaftlichem Chaos und sozialer Explosion führen, sagte er.

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Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von 34 italienischen Banken herabgestuft. Betroffen sind unter anderem die Bankhäuser UniCredit sowie Banco Popolare und Intesa Sanpaolo. In den kommenden fünf Jahren sei weiter mit einer schwachen Profitabilität der Geldhäuser zu rechnen, erklärten die Bonitätswächter. Nur drei italienische Banken behielten ihr Rating. Der Schritt folgt auf die Herabstufung Italiens durch Standard & Poor's im Zuge einer schlechteren Bewertung von neun Euro-Ländern.

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Nach der gescheiterten Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat soll sich die UN-Vollversammlung auf Wunsch Saudi-Arabiens erneut mit der Lage in dem arabischen Land befassen. Die saudische Führung will laut CNN einen neuen Resolutionsentwurf vorlegen. In dem Dokument wird demnach die Verletzung von Menschenrechten durch das syrische Regime scharf verurteilt. Am Montag will UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay die Vollversammlung über die Situation in dem Land unterrichten. Nach Angaben von Oppositionellen nähern sich die Gefechte zwischen Gegnern und Anhängern von Präsident Baschar al-Assad immer mehr dem Zentrum von Damaskus. Seit dem Beginn der Proteste vor elf Monaten sei noch nie so nahe des Zentrums gekämpft worden, hieß es. Auch in der Protesthochburg Homs ging der Dauerbeschuss durch Regimetruppen weiter. Hier seien am Samstag mindestens vier Menschen getötet worden, melden Oppositionelle. Unterdessen suchen immer mehr Mitglieder der syrischen Oberschicht nach einem Weg ins Ausland oder bereiten ihre Flucht vor. Das US-Außenministerium teilte mit, man habe Informationen darüber, dass Mitglieder der Führungsschicht den oppositionellen Syrischen Nationalrat um Hilfe gebeten haben, um Geld und Verwandte aus dem Land zu schaffen.

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Kurz vor dem ersten Jahrestag des Sturzes von Ägyptens langjährigem Präsidenten Husni Mubarak hat der regierende Militärrat eine vorgezogene Übergabe der Macht an eine zivile Regierung erneut abgelehnt. Man werde sich niemals Drohungen oder Druck beugen und auch keine Ultimaten akzeptieren, heißt es in einem Brief der Generäle, der am Freitagabend im Staatsfernsehen verlesen wurde. Gleichzeitig warnten sie vor Verschwörungen im Land, die einen Umsturz und die Verbreitung von Chaos zum Ziel hätten. Aktivisten haben anlässlich des Jahrestags von Mubaraks Sturz für diesen Samstag zu einem Generalstreik und zu neuen Protesten gegen die Militärmachthaber aufgerufen.

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Der Sudan und der Südsudan haben unter Vermittlung der Afrikanischen Union einen Nicht-Angriffspakt geschlossen. Das Abkommen wurde in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba von Sudans Geheimdienstchef Mohammed Atta und seinem südsudanesischen Kollegen Thomas Douth unterzeichnet. Mit dem Abkommen verpflichten sich die beiden Staaten, die Souveränität und die territoriale Integrität ihres Nachbarn zu achten und sich jedes Angriffs zu enthalten. Das Abkommen war von dem Chefvermittler der Afrikanischen Union, dem früheren südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki, in die Wege geleitet worden. Es sei nun an den beiden Staaten zu handeln, sagte Mbeki. Zwischen den beiden Nachbarsländern bestehen zahlreiche Grenzkonflikte. Um diese zu verhindern, sollen künftig Grenzstreitigkeiten an eine gemeinsame Kommission überwiesen werden. Seit der Abspaltung des Südsudan im vergangenen Juli gibt es zudem Streit über die Verteilung der Öl-Vorkommen zwischen den beiden Staaten. Der Süden verfügt über rund Dreiviertel der Ölvoräte des ehemaligen Gesamtstaates, ist aber auf die Pipelines der Republik Sudan angewiesen.

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Argentinien hat bei den Vereinten Nationen formellen Protest gegen ein britisches Militärmanöver auf den Falkland-Inseln eingelegt. Außenminister Héctor Timerman warf London eine Militarisierung des Südatlantiks vor. Nach Informationen seines Landes nehme an den Militärübungen auch ein atomgetriebenes U-Boot teil, das Atomwaffen transportieren könne, sagte Timerman nach Gesprächen mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und den amtierenden Vorsitzenden des UN-Sicherheitsrats und der UN-Generalversammlung in New York. Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant wies die Vorwürfe als absurd zurück. Ban rief beide Seiten auf, den Konflikt auf dem Dialogweg zu lösen. - Argentinien hatte am 2. April 1982 die seit 1833 von Großbritannien verwalteten Falklandinseln im Südatlantik besetzt. Nach einem Krieg von zweieinhalb Monaten eroberten die Briten die Inselgruppe zurück.

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