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Nachrichten

1.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bei der Messung der Radioaktivität im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 hat der Betreiber Tepco ein weiteres Mal geschlampt. Die japanische Atomaufsichtsbehörde teilte mit, die Messwerte vom Grundwasser rund um den Meiler seien teilweise fehlerhaft. Das Grundwasser sei jedoch sehr wahrscheinlich dennoch verstrahlt. Am Donnerstag hatte Tepco mitgeteilt, im Wasser unter der Anlage seien Werte des radioaktiven Jods-131 gemessen worden, die 10.000-fach über dem erlaubten Grenzwert gelegen hätten. Seit der Atomkatastrophe vor drei Wochen steht der Betreiberkonzern wegen seiner Informationspolitik schwer in der Kritik. Regierungssprecher Yukio Edano schloss jetzt nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo eine Beteiligung des Staates an Tepco nicht mehr aus.

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Der Energiekonzern RWE will die Abschaltung seines Atomkraftwerks Biblis A per Gericht anfechten. Die Klage richtet sich gegen das Land Hessen, das im Zuge des Atommoratoriums der Bundesregierung die Einstellung des Betriebs für drei Monate angeordnet hatte. RWE begrüße zwar die Sicherheitsüberprüfung der deutschen Kernkraftwerke, sagte eine Unternehmens-Sprecherin. Allerdings gebe es Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Moratoriums. Das Konkurrenzunternehmen Eon dagegen verzichtet auf eine Klage gegen die Abschaltung seiner Kernkraftwerke Isar I in Bayern und Unterweser in Niedersachsen. Trotz bestehender Zweifel an der gesetzlichen Grundlage der Berliner Anordnung sollten juristischen Auseinandersetzungen nicht im Vordergrund stehen. Als Reaktion auf die Atomkatastrophe in Japan hat die Bundesregierung die sieben ältesten deutschen Reaktoren zunächst für drei Monate vom Netz nehmen lassen und eine Sicherheitsüberprüfung aller Atommeiler angeordnet.

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Deutschland und China haben gemeinsam neue Anstrengungen für eine politische Lösung des Libyen-Konflikts gefordert. Außenminister Guido Westerwelle und sein chinesischer Kollege Yang Liechi erklärten nach einem Treffen in Peking, erster Schritt dazu sei ein Waffenstillstand. Westerwelle appellierte an Machthaber Muammar al-Gaddafi, einen friedlichen politischen Prozess in dem nordafrikanischen Land zuzulassen. Bei der Abstimmung im Weltsicherheitsrat über die Einrichtung einer Flugverbotszone hatten sich Deutschland und China der Stimme enthalten. Außenminister Yang äußerte sich jetzt besorgt über die internationale Militäraktion. Ziel der Libyen-Resolution sei ein Ende der Gewalt und der Schutz von Zivilisten gewesen, sagte er. Berichte über verletzte und getötete Zivilisten legten den Eindruck nahe, dass der Militäreinsatz zur Eskalation führe. Darüber hinaus kündigten die beiden Politiker deutsch-chinesische Regierungskonsultationen für Mitte Juli in Berlin an. Westerwelle, der sich zu einem mehrtägigen Besuch in Peking aufhält, sprach von einer strategischen Partnerschaft zum Ausbau der gegenseitigen Beziehungen. Unterschiede wurden bei dem Treffen in Bezug auf Menschenrechte und Pressefreiheit deutlich.

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Im blutigen Machtkampf in der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste zeichnet sich eine Vorentscheidung zugunsten des im November gewählten Präsidenten Alassane Ouattara ab. Korrespondenten berichten, bewaffnete Anhänger Ouattaras seien in der Wirtschaftsmetropole Abidjan bis in die Nähe der Residenz des abgewählten Staatschefs Laurent Gbagbo vorgerückt. Auch das Staatsfernsehen ist danach in ihrer Hand. UN-Soldaten übernahmen die Kontrolle über den Flughafen von Abidjan. Nach Angaben der UN-Mission haben inzwischen 50.000 Polizisten und Soldaten Gbagbos dem Machthaber den Rücken gekehrt. Gbagbo habe nur noch wenige Ergebene, die um den Präsidentenpalast und seine Residenz herum Stellung bezogen hätten, erklärte die UN-Mission. - Laut Schätzungen der Vereinten Nationen sind wegen der anhaltenden Kämpfe fast eine Million Menschen auf der Flucht. Etwa 500 Menschen wurden bislang getötet.

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Im Zuge der Aufarbeitung der Verbrechen der Militärdiktatur in Argentinien ist der damalige General Eduardo Cabanillas zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Buenos Aires befand ihn wegen Mordes in fünf Fällen sowie wegen der Freiheitsberaubung und Folter in jeweils 29 Fällen für schuldig. Cabanillas hatte die Verbrechen als Chef eines Geheimgefängnisses in Buenos Aires begangen. Das Gericht verurteilte auch drei ehemalige Agenten des argentinischen Militärgeheimdiensts zu Haftstrafen zwischen 20 und 25 Jahren. - Während der Militärdiktatur in Argentinien zwischen 1976 und 1983 verschwanden rund 30.000 Menschen spurlos oder wurden ermordet.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, gebietsweise Regen. Freundliche Abschnitte an der Ostsee und am Alpenrand. Später zeigt sich auch im Südwesten die Sonne. Tageshöchsttemperaturen um zehn Grad in Schleswig-Holstein, im Breisgau ist es mit 22 Grad für Anfang April ungewöhnlich mild. Die weiteren Aussichten: Am Samstag freundlich und trocken mit viel Sonnenschein. Es wird frühlingshaft warm mit Tageshöchstwerten zwischen 16 und 26 Grad.

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