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Nachrichten

10.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Auf der Klimakonferenz im südafrikanischen Durban arbeiten die Unterhändler mit Hochdruck an einem Fahrplan für ein neues Klimaschutzabkommen. Nachdem in der Nacht kein Kompromiss erzielt werden konnte, sind die Verhandlungen mit einem neuen Kompromissvorschlag der südafrikanischen Präsidentschaft am Morgen wieder aufgenommen worden. In dem Entwurf ist vorgesehen, bis 2015 ein neues Klimaabkommen für alle Staaten zu erreichen. In der vorherigen Fassung war noch von 2020 die Rede gewesen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen forderte die USA, China und Indien auf, sich einer Einigung nicht länger zu verweigern. Ein Kompromiss sei immer noch möglich, sagte Röttgen, auch wenn man sehr spät dran sei. Offiziell hätte die Klimakonferenz am Freitagabend zu Ende gehen sollen.

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Bei einem Zwischenfall in dem südwestjapanischen Atomkraftwerk Genkai ist radioaktives Wasser entwichen. Nach Angaben der Regierung ist es aber nicht außerhalb der Anlage in die Umwelt gelangt. Ein Sprecher der Atomaufsichtsbehörde in Tokio teilte mit, insgesamt seien 1,8 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten. Die Betreibergesellschaft Kyushu Electric Power sprach von einem Pumpenproblem, erwähnte aber kein Leck. Der Bürgermeister von Genkai, Hideo Kishimoto, beschwerte sich nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo über die Informationspolitik der Betreiberfirma. Er habe den Stromversorger wiederholt aufgefordert, die Stadtregierung besser zu informieren.

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In Moskau wollen an diesem Samstag zehntausende Menschen gegen die Regierung und die Umstände der Parlamentswahl demonstrieren. Die Behörden haben eine Kundgebung mit bis zu 30.000 Teilnehmern genehmigt. Die Oppositionsbewegung "Solidarnost" fordert faire und freie Neuwahlen und die Freilassung politischer Gefangener. Die Regierung kündigte an, die Demonstration mit 50.000 Polizisten und 2.000 paramilitärischen Kräften scharf zu überwachen. Medienberichten zufolge wurde die Vorbereitung der Kundgebung vom Inlands-Geheimdienst FSB gestört. Demonstrationen soll es auch in weiteren Städten geben. So gingen in Wladiwostok im äußersten Osten Russlands bereits etwa 1000 Menschen auf die Straße. Aus der Stadt Chabarowsk nahe der chinesischen Grenze meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax rund 25 Festnahmen bei einem Flash-Mob-Protest. Bei der Wahl vom vergangenen Sonntag konnte sich die Putin-Partei "Einiges Russland" zwar behaupten, musste aber Verluste hinnehmen. Die US-Regierung appellierte an beide Seiten, keine Gewalt anzuwenden. Außenamtssprecherin Victoria Nuland erklärte, Washington erwarte, dass sich Demonstranten wie Sicherheitskräfte friedlich verhielten.

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Ungeachtet internationaler Proteste gegen das gesamte Gerichtsverfahren ist in der Ukraine gegen Oppositionsführerin Julia Timoschenko ein zweiter Haftbefehl erlassen worden. Nach einer zwölfstündigen Vernehmung Timoschenkos in ihrer Zelle habe sich ein Kiewer Bezirksrichter den Ermittlungsergebnissen der Staatsanwaltschaft und des Inlandsgeheimdienstes angeschlossen, meldeten ukrainische Medien. Ihr Anwalt sagte, die Justiz wolle seine Mandantin lebenslänglich hinter Gitter bringen. Er berichtete zudem, die Inhaftierte habe an der Befragung wegen starker Schmerzen nur liegend teilnehmen können. Bei den Vorwürfen geht es um angeblichen Steuerbetrug aus den 90er Jahren, als Timoschenko einen Energiekonzern leitete. Im Oktober war sie bereits wegen Amtsmissbrauchs in ihrer Zeit als Ministerpräsidentin zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Am 13. Dezember beginnt die Berufungsverhandlung.

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Für Behörden wie die Bundesagentur für Arbeit oder die Bundesbank gilt vielleicht schon bald eine Frauenquote. Ein unveröffentlichter Arbeitsentwurf des Bundesfamilienministeriums für das Dritte Gleichberechtigungsgesetz sehe vor, dass auch bei Verwaltungen, Gerichten oder Unternehmen des Bundes mehr Frauen in Spitzenpositionen gebracht werden müssen, berichtet die "Wirtschaftswoche". Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) fordert schon länger eine selbstverordnete Frauenquote bei börsennotierten Unternehmen. Der Koalitionspartner FDP und die Schwesterpartei CSU lehnen das aber ab.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Mitte Aufheiterungen und weitgehend trocken. An den Küsten häufig Schauer, südlich des Mains stark bewölkt und zeitweise Regen. Bis in mittlere Lagen ist auch Schnee möglich. Höchstwerte zwei bis acht Grad. Die weiteren Aussichten: Auch am Sonntag in der Mitte sowie an den Alpen aufgeheitert. Sonst wolkig, aber durchweg trocken. Höchsttemperaturen drei bis fünf Grad.

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