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Nachrichten

10.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach tagelangem zähen Machtkampf haben Sozialisten und Konservative in Griechenland noch einmal einen Anlauf genommen, einen Regierungschef für ein Notkabinett zu finden. Der bisherige sozialistische Ministerpräsident Giorgos Papandreou und der konservative Oppositionsführer Antonis Samaras trafen sich nach den heftigen Konfrontationen vom Vortag wieder bei Präsident Karolos Papoulias. Nach Athener Rundfunkberichten stieß später der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lucas Papademos, zu dem Krisentreffen hinzu. Er galt am vierten Tag der Verhandlungen doch wieder als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Übergangsministerpräsidenten. Eine Regierung der nationalen Einheit soll die Griechen in den nächsten 100 Tagen vor dem drohenden Staatsbankrott retten und in der Eurozone halten. Mit dem tagelangen Poker um das Notkabinett war das Vertrauen in Griechenlands Handlungsfähigkeit weiter beschädigt worden.

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Unter dem Druck der Kapitalmärkte sollen in Italien die von der EU verlangten Reformen deutlich beschleunigt werden. Die Fraktionschefs von Regierung und Opposition verständigten sich darauf, das Stabilitätsgesetz und entsprechende Ergänzungen schon bis Samstag durch Senat und Abgeordnetenhaus zu bringen. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, forderte, in Italien endlich Klarheit über die politische Führung zu schaffen. Die Ungewissheit in der Regierungskrise um Ministerpräsident Silvio Berlusconi trage besonders zur Sprunghaftigkeit der Finanzmärkte bei, beklagte sie bei ihrem China-Besuch. In der Berlusconi-Partei PDL wird nach Angaben hoher Funktionäre über Neuwahlen, aber auch über eine Übergangsregierung unter dem früheren EU-Kommissar Mario Monti debattiert.

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Die EU-Kommission fürchtet eine Rezession in Europa. Die Wirtschaft werde "bis weit ins Jahr 2012 hinein stagnieren", warnte Finanzkommissar Olli Rehn in Brüssel. Das Herbstgutachten der EU-Kommission analysiert einen "Teufelskreis" aus Wirtschaftsflaute, Schuldenproblemen und anfälligem Finanzsektor. Erst gegen Mitte 2012 werde die Unsicherheit abebben, sodass ein schmales Jahreswachstum von 0,6 Prozent in der EU und 0,5 Prozent im Euro-Raum zu erwarten sei. Damit korrigierten die EU-Experten ihre Prognosen scharf nach unten. Besonders dramatisch beschrieben wird die Lage in Griechenland, dessen Gesamtverschuldung ohne neue Rettungsmaßnahmen laut EU im kommenden Jahr auf knapp 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts hochschnellen werde. Die Wirtschaft könnte um weitere 2,8 Prozent einbrechen. Auch für Italien zeichnet Brüssel ein düsteres Bild mit einem Wachstum von nur noch 0,1 Prozent.

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EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat vor einer Spaltung der Europäischen Union in die Euro-Zone und die zehn Nicht-Euro-Staaten gewarnt. "Eine gespaltene Union würde nicht funktionieren", sagte Barroso in einer "Europa-Rede" in Berlin. Europa stehe vor der Entscheidung, ob es weiter vorangehen oder zerfallen solle. Eine stärkere Integration in der Eurozone bei der Wirtschafts- und Finanzpolitik sei wichtig, dürfe aber nicht auf Kosten der Nicht-Euro-Staaten gehen. Dies sei nicht fair gegenüber Staaten wie Polen, die auch noch den Euro einführen wollen. Die Bundesregierung dementierte vehement Berichte, sie betreibe gemeinsam mit Frankreich eine Verkleinerung der Euro-Zone. Die Politik Deutschlands sei "im Gegenteil darauf gerichtet, die Euro-Zone als Ganzes zu stabilisieren und ihre Probleme an der Wurzel zu packen", betonte der Regierungssprecher in Berlin.

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Der Osten der Türkei ist wieder von einem Erdbeben erschüttert worden. Die Erdstöße am Mittwochabend erreichten eine Stärke von 5,6. In der Stadt Van in der gleichnamigen Provinz stürzten mindestens 18 Gebäude ein, darunter zwei Hotels. Mindestens sieben Menschen starben, mehrere werden noch unter den Trümmern vermutet. Erst am 23. Oktober war die Provinz von einem schweren Beben der Stärke 7,2 verwüstet worden. Dabei waren mehr als 600 Menschen ums Leben gekommen. Tausende wurden verletzt, zahllose Gebäude zerstört.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vielfach neblig-trüb. Die größten Chancen auf Sonne gibt es im Rheinland sowie in höheren Lagen. Höchstwerte zwischen sieben und 14 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Freitag nach Nebel meist freundlich. Dagegen bleibt es an Donau, in Oberschwaben und einigen Mittelgebirgstälern auch länger trüb.

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