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Nachrichten

10.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist es zu schweren Ausschreitungen bei einer Demonstration gekommen. Mindestens 24 Menschen wurden getötet, mehr als 200 sollen verletzt worden sein. Es waren die schwersten Ausschreitungen in Ägypten seit dem Sturz von Ex-Präsident Husni Mubarak. Regierungschef Essam Scharaf sagte, das Land sei "in Gefahr". Mehrere tausend koptische Christen hatten zunächst friedlich gegen einen Brandanschlag muslimischer Extremisten auf eine Kirche in der Region Assuan demonstriert. Kurz nachdem der Demonstrationszug das Gebäude des staatlichen Fernsehens erreicht hatte, kam es zu ersten Zusammenstößen. Demonstranten warfen Steine auf Polizisten und Soldaten, die das Gebäude bewachten, und setzten Autos in Brand. Die Sicherheitskräfte gaben Schüsse in die Luft ab und setzten Tränengas ein, um die Menge auseinanderzutreiben. In anderen Agenturberichten hieß es, zwei Panzerwagen der Armee seien mitten in die Menge gefahren und hätten mehrere Demonstranten überrollt. Die ägyptische Militärführung verhängte eine Ausgangssperre für die Nachtstunden. Die koptischen Christen werfen den Militärs vor, nicht klar gegen radikale Islamisten Position zu beziehen.

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Bei der Parlamentswahl in Polen ist Ministerpräsident Donald Tusk nach ersten Teilergebnissen für eine zweite Amtszeit bestätigt worden. Damit gelang einer polnischen Regierung erstmals seit der Wende 1989 die Wiederwahl. Nach dem vorläufigen Stand der Auszählung kommt die liberalkonservative Bürgerplattform (PO) von Tusk auf über 37 Prozent der Stimmen. Für Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski stimmten nach den bisherigen Ergebnissen knapp 30 Prozent der Wähler. Eine Sensation gelang der neu gegründeten Protestpartei Ruch Palikota, die auf Anhieb mit zehn Prozent der Stimmen ins Parlament einziehen kann. Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 48 Prozent. Kommentatoren gingen schon am Wahlabend von einer Fortsetzung der Koalition von PO und der Bauernpartei PSL aus, die nach der bisherigen Auszählung auf etwa neun Prozent der Stimmen hoffen kann.

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Deutschland und Frankreich wollen bis Ende des Monats ein Gesamtpaket zur Lösung der Euro-Schuldenkrise vorlegen. Darin enthalten sein sollen Empfehlungen zur Stützung der Banken. Das kündigten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy nach einem Treffen in Berlin an, ohne Details zu nennen. Das Maßnahmenpaket soll auf dem G20-Gipfel im französischen Cannes Anfang November präsentiert werden. Ausdrücklich betonte Sarkozy, es bestünden keine Differenzen mit der Kanzlerin über die geplanten Finanzspritzen für Kreditinstitute und den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF und trat damit Spekulationen über Unstimmigkeiten zwischen beiden Regierungen entgegen. Zu den gemeinsamen Positionen gehöre auch, dass Griechenland ein Mitglied der Euro-Zone sei und bleibe. Merkel bekräftigte, beide Länder seien entschlossen, das Notwendige zu tun, um die Rekapitalisierung der Banken sicherzustellen.

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Der durch die Euro-Krise in Schieflage geratene belgisch-französische Bankkonzern Dexia wird zerschlagen. Wie der belgische Premierminister Yves Leterme in Brüssel bestätigte, übernimmt der belgische Staat hundert Prozent des belgischen Teils der Bank. Für die Dexia Banque Belgique zahle die Regierung in Brüssel 3,7 Milliarden Euro. Es gehe darum, den Fortbestand der Bank zu sichern. Das Geld der Bankkunden sei auf ihren Konten in Sicherheit. Zugleich kündigte Leterme an, die Risikopapiere im Wert von 90 Milliarden Euro würden in eine sogenannte "Bad Bank" ausgelagert. Dafür garantierten die Regierungen von Belgien, Frankreich und Luxemburg. - Dexia hat viel Geld in Griechenland investiert. Die Bank ist zudem der größte Kreditgeber von Gemeinden, Städten und Regionen in Frankreich.

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EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat die Euro-Länder kritisiert. Sie hätten bei der Aufnahme Griechenlands in den Euroraum massiven politischen Druck auf die EU-Kommission ausgeübt, sagte Barroso der "Bild"-Zeitung. Die Aufnahme sei eine politische Entscheidung gewesen. Die EU-Kommission habe in einem Bericht von 1998 ausdrücklich erklärt, dass Griechenland die Kriterien für den Euro noch nicht erfüllt habe. Er warf den EU-Ländern außerdem vor, wirksame Sanktionen gegen hochverschuldete Länder bisher immer wieder durch politische Verhandlungen verhindert zu haben. Es sei stets nach dem Motto gehandelt worden, eine Hand wäscht die andere. Dass müsse jetzt vorbei sein.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist dicht bewölkt und neben kurzen trockenen Abschnitten immer wieder Regen oder Nieselregen. Im Westen auch etwas Sonne. Die Höchstwerte liegen zwischen zehn und 21 Grad. DIE WEITERERN AUSSICHTEN: Auch am Dienstag bleibt es stark bewölkt und regnerisch. Nur am Oberrhein und an den Alpen trocken. Die Temperaturen liegen bei maximal zwölf bis 19 Grad.

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