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Nachrichten

10.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach dem angekündigten Rückzug von Jürgen Stark aus der EZB-Spitze bewirbt sich Finanz-Staatssekretär Jörg Asmussen um die Nachfolge. Am Rande des G7-Finanzministertreffens in Marseille nominierte der deutsche Ressortchef Wolfgang Schäuble den Sozialdemokraten für den Posten bei der Europäischen Zentralbank. Unterstützt wird Asmussen sowohl aus der FDP als auch von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker. Der luxemburgische Ministerpräsident sagte, der Euro könne nicht von einer Person alleine gerettet werden, doch Asmussen sei zweifellos der Richtige. - EZB-Chefvolkswirt Stark hat mit seinem Rückzug in der Politik und an den Märkten erhebliche Zweifel am Stabilitätskurs der Zentralbank ausgelöst. Der geldpolitische Hardliner gilt als Kritiker der milliardenschweren Anleihen-Käufe, mit denen die EZB kriselnde Euro-Staaten stützt. Bundesbankpräsident Jens Weidmann versicherte inzwischen, sich in der Zentralbank weiterhin für die Stabilität des Euro einzusetzen.

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Die Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten (G7) haben in erweiterter Runde über Hilfen für die arabischen Reformstaaten gesprochen. Wie am zweiten Tag ihres Treffens im französischen Marseille bekannt wurde, können die arabischen Reformstaaten auf weitere Milliardenhilfen beim demokratischen Wandel bauen. Internationale Finanzinstitutionen wollen Ägypten, Tunesien, Marokko und Jordanien mit insgesamt 38 Milliarden Dollar unterstützen. Die G7-Länder hatten zuvor zwar eine "starke Antwort" auf die Abschwächung der Weltkonjunktur und die Turbulenzen an den Finanzmärkten versprochen, aber keine konkreten gemeinsamen Maßnahmen vereinbart. In einer gemeinsamen Erklärung war von einem angestrebten "Balanceakt" zwischen Konjunktur- und Sparprogrammen die Rede. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach sich nochmals gegen Konjunkturprogramme und für eine "maßvolle Defizitreduzierung" aus. - An dem Treffen nahmen an diesem Samstag neben den G7-Ländern auch Russland (G8) sowie die Türkei, mehrere arabische Staaten und ein Vertreter der libyschen Übergangsregierung teil. Zur Gruppe der G7-Länder gehören die USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Kanada.

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In der ägyptischen Hauptstadt Kairo eskaliert die Situation nach den gewalttätigen Protesten an der israelischen Botschaft. Mindestens drei Menschen wurden nach Regierungsangaben bei den Zusammenstößen mit Sicherheitskräften getötet. Mehr als 1.000 weitere seien verletzt worden. Vor der Vertretung zogen Soldaten mit gepanzerten Fahrzeugen auf, um weitere Ausschreitungen zu verhindern. Die Polizei wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Botschafter Jizhak Levanon flüchtete mit seiner Familie und Mitarbeitern nach Israel zurück. Er sei in einer geheimen Aktion zum Flughafen gebracht worden, hieß es in Tel Aviv. Weitere sechs Beamte und Diplomaten wurden demnach von einem ägytischen Sonderkommando befreit. Tausende Demonstranten hatten am Freitagabend die diplomatische Vertretung gestürmt, die israelische Fahne heruntergerissen und tausende Dokumente aus den Fenstern geworfen. Hintergrund der Proteste ist der Tod fünf ägyptischer Grenzpolizisten an der israelisch-ägyptischen Grenze im August: Israelische Sicherheitskräfte hatten sie versehentlich getötet, als sie militante Islamisten verfolgten.

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Nach sechs Monaten Bürgerkrieg melden Kämpfer der libyschen Übergangsregierung Erfolge beim Vormarsch in die letzten Bastionen des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi. Die Frist für eine freiwillige Aufgabe der verbliebenen Städte sei faktisch abgelaufen, erklärte die aus den Rebellen hervorgegangene Übergangsregierung. Allerdings würden rund 1000 statt der erwarteten 150 Gaddafi-Getreuen die Wüstenstadt Bani Walid verteidigen. Vorrückende Kämpfer des Übergangsrates würden mit Raketen beschossen. Bereits in die Stadt eingerückte Kämpfer berichten, Gaddafi-Getreue hätten sich mit Raketenwerfern in Wohnhäusern verschanzt. Aus Sorge vor NATO-Luftangriffen hätten sich einige Kämpfer wieder aus der Stadt zurückgezogen. Die Militärallianz teilte aber mit, man habe dem Übergangsrat keine entsprechende Ankündigung gemacht.

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Bei dem schweren Fährunglück vor der Küste Tansanias sind nach Angaben des Roten Kreuzes mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Frauen und Kinder. Helfer hätten mehr als 325 Gerettete gezählt. Die Ursache des Untergangs ist noch unklar. Die stark überfüllte Fähre sank in der Nacht zu diesem Samstag zwischen zwei Inseln des Archipels Sansibar. Der Archipel im Indischen Ozean ist ein beliebtes Touristenziel. -- Bundespräsident Christian Wulff sprach seinem tansanischen Amtskollegen Jakaya Mrisho Kikwete die Anteilnahme der Deutschen aus.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix, nur im Norden gelegentlich leichter Regen. Tageshöchstwerte zwischen 20 und 28 Grad, im Breisgau bis zu 32 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Sonntag zunächst wechselnd bewölkt. Im Tagesverlauf ziehen Schauer und Gewitter von West nach Ost. Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad.

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