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Nachrichten

10.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Großbritannien ist in der vierten Nacht in Folge von schweren Ausschreitungen erschüttert worden. Besonders heftige Krawalle gab es in Manchester im Nordwesten Englands. Die drittgrößte Stadt des Landes war erstmals von den Ausschreitungen betroffen. Randalierer raubten dort mehrere Geschäfte aus und setzten sie in Brand. Es kam zu Straßenschlachten mit der Polizei. Krawalle wurden auch aus Liverpool und einer Reihe kleinerer und mittelgroßer Städte gemeldet, so aus Birmingham und Leicester. In Nottingham setzten Randalierer eine Polizeistation in Brand. Insgesamt wurden wieder Hunderte Menschen festgenommen. Landesweit sitzen oder saßen damit mehr als 1100 mutmaßliche Randalierer in Haft. Gegen 160 von ihnen wurde Anklage erhoben. Anders als in den vergangenen Nächten blieb es in der Hauptstadt London relativ ruhig. Nach drei Nächten mit Plünderungen, Straßenschlachten und Bränden waren 16.000 Polizisten im Einsatz.

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Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sieht derzeit keine Anzeichen dafür, dass es in deutschen Städten zu ähnlichen Krawallen wie in Großbritannien kommen könnte. Die soziale Integration sei in den vergangenen Jahren sehr gut vorangekommen, sagte Friedrich der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Gesellschaftliche Spannungen wie aktuell in England oder in anderen europäischen Ländern gebe es in Deutschland nicht, sagte der CSU-Minister. - Dagegen erklärte der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, auch in der Bundesrepublik seien Strukturen vorhanden, die rasch zu Auswüchsen wie in Großbritannien führen könnten. Die Ausschreitungen dort seien das Ergebnis von krimineller Energie, Verachtung gegenüber dem Staat und sozialer Ausgrenzung einzelner Bevölkerungsschichten, sagte Wendt der "Bild"-Zeitung.

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Die Börsen in New York und in Asien haben überaus positiv auf die Ankündigung der US-Notenbank Fed reagiert, den Leitzins noch mindestens zwei Jahre quasi bei Null zu belassen. Die Fed begründete ihren Schritt damit, dass die US-Wirtschaft langsamer wachse als erwartet und dass sich die Risiken für die Wirtschaft jüngst "erhöht" hätten. Der US-Leitzins liegt seit Dezember 2008 auf einem Tiefstand zwischen null und 0,25 Prozent. Nach Tagen heftiger Verluste erholten sich die Aktienmärkte weltweit. Nachdem der Handel an der Wall Street mit kräftigen Kursgewinnen geschlossen hatte, stiegen auch an den asiatischen Handelsplätzen die Kurse an diesem Mittwoch deutlich an. -- Schon am Dienstag hatte in Erwartung der Entscheidung in den USA der Aktienindex in Frankfurt am Main nach einem zwischenzeitlichen Einbruch nur mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent geschlossen.

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Nach der Wende in der Atompolitik prüft Deutschlands größter Energiekonzern E.ON den Abbau von weltweit bis zu 11.000 Arbeitsplätzen. Betroffen seien vor allem Jobs in der Verwaltung, teilte ein Sprecher der E.ON AG in Düsseldorf mit. Die erforderlichen Einsparungen ließen sich durch die Verringerung der Sachkosten allein nicht erreichen. Durch die Stilllegung erster Atomkraftwerke, die Brennelementesteuer und Probleme im Gasgeschäft war der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im ersten Halbjahr um 45 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro gefallen. Entscheidungen sollen im Herbst fallen. E.ON hat derzeit 85.000 Beschäftigte.

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Syriens Präsident Baschar al-Assad hat einer Aufforderung der Türkei, der Gewalt gegen Regimegegner ein Ende zu setzen, eine klare Abfuhr erteilt. Als der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu ein entsprechendes Schreiben von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan an Assad übergab, reagierte dieser ungehalten. Darin wurde Assad nach Berichten türkischer Medien aufgefordert, die blutige militärische Unterdrückung der Protestbewegung in seinem Land zu stoppen. Nach Angaben syrischer Menschenrechtsaktivisten setzten die Sicherheitskräfte ihr gewaltsames Vorgehen gegen Demonstranten auch während des Besuchs fort und töteten landesweit mindestens 34 Menschen. Insgesamt wurden seit Beginn der Unruhen im März nach Angaben der Opposition annähernd 2000 Gegner getötet. Mehrere tausend Syrer flohen in die Türkei.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Teils sonnig, teils bewölkt und meist trocken. Im Tagesverlauf im Norden gebietsweise Regen. Höchstwerte 15 bis 22 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Donnerstag in der Nordhälfte häufig Regen, dabei sehr kühl. Im Süden freundlicher und meist trocken. Höchstwerte 14 bis 25 Grad.

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