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Nachrichten

10.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Finanzminister der Euro-Zone haben sich im Grundsatz auf ein Hilfsprogramm für die spanischen Banken im Umfang von bis zu 100 Milliarden Euro geeinigt. Noch im Laufe des Monats sollen die angeschlagenen Kreditinstitute erste Finanzspritzen von 30 Milliarden Euro erhalten, kündigte der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, nach neunstündigen Beratungen in Brüssel an. Außerdem wollen die Finanzchefs Spanien bis 2014 und damit ein Jahr länger als bisher Zeit geben, sein Defizit wieder unter die Maastricht-Marke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung zu drücken. Die endgültige Entscheidung soll am 20. Juli fallen. Außerdem einigten sich die Euro-Länder auf ein Personalpaket. Danach soll Juncker vorerst Chef der Euro-Gruppe bleiben. Der luxemburgische Notenbankchef Yves Mersch wird für den vakanten Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank nominiert und der deutsche Finanzfachmann Klaus Regling soll nach dem befristeten Krisenfonds EFSF auch den ständigen Rettungsschirm ESM leiten.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist zu ihrem ersten Besuch in ihrer Amtszeit in Indonesien eingetroffen. In der Hauptstadt Jakarta wird sie an diesem Dienstag auch mit Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono zusammenkommen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Friedenssicherung, die Klima- und Umweltpolitik, die Bekämpfung der Piraterie in der wirtschaftlich wichtigen Straße von Malakka und der Handel. Mit ihrer Reise will Merkel, die von einer umfangreichen Wirtschaftsdelegation begleitet wird, die Beziehungen zu dem aufstrebenden Schwellenland stärken. Indonesien zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands in der Region. Die Kanzlerin will sich auch mit der Spitze des Verfassungsgerichts sowie Vertretern der Zivilgesellschaft treffen.

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Deutschland hat Ägypten Unterstützung auf dem Weg zur Demokratie zugesichert. Ägypten sei das "Schlüsselland für den Erfolg im Arabischen Frühling", erklärte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle zum Auftakt seines Besuches in Kairo. Dort wird er an diesem Dienstag auch mit dem neuen Präsidenten Mohammed Mursi zusammenkommen. Westerwelles Reise findet vor dem Hintergrund eines Machtkampfes zwischen Mursi auf der einen Seite und dem Verfassungsgericht sowie dem Militärrat auf der anderen Seite statt. Mursi hatte am Sonntag Militär und Verfassungsgericht die Stirn geboten, indem er eine Wiedereinsetzung des Parlaments anordnete. Das Verfassungsgericht erklärte nun, alle seine Urteile seien "endgültig". Es hatte Mitte Juni in einer umstrittenen Entscheidung das Wahlgesetz für die Parlamentswahl weitgehend für illegal erklärt. Kurz darauf löste der Militärrat das Parlament auf und übernahm selbst die Kontrolle über die Gesetzgebung.

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Russland will vorerst keine neuen Verträge über Waffenlieferungen nach Syrien mehr abschließen. Das teilte die Behörde für militärtechnische Zusammenarbeit in Moskau mit, die den russischen Waffenhandel überwacht. Nach Ansicht politischer Beobachter könnte die Entscheidung ein erstes Anzeichen für ein Abrücken Russlands von seinem langjährigen Verbündeten Syrien sein, dessen Präsident Baschar al-Assad mit massiver Militärgewalt gegen Regimegegner vorgeht. In dem Konflikt sind Schätzungen zufolge schon mehr als 15.000 Menschen getötet worden.

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Erstmals in seiner zehnjährigen Geschichte wird der Internationale Strafgerichtshof an diesem Dienstag einen Kriegsverbrecher bestrafen. Der ehemalige kongolesische Rebellenführer Thomas Lubanga war bereits im März von den Richtern in Den Haag schuldig gesprochen worden, jetzt wird das genaue Strafmaß verkündet. Der Strafgerichtshof sah es als erwiesen an, dass Lubanga 2002 und 2003 im Osten der Demokratischen Republik Kongo Hunderte von Kindern als Soldaten rekrutierte. Ihm drohen dafür bis zu 30 Jahre Haft. Das Urteil gilt als wegweisend für die weltweite Ächtung des Einsatzes von Kindersoldaten.

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