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Nachrichten

10.06.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 07:40

Nachrichten von Dienstag, 10. Juni 2014 – langsam gesprochen als MP3

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In den Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über den Preis für Erdgaslieferungen gibt es weiter keine Einigung. Die Gespräche würden am Dienstagabend oder Mittwochmorgen fortgesetzt, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission nach einem achtstündigen Treffen von Vertretern beider Seiten. Als Vermittler fungiert EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Die beiden Länder sind uneins, wie viel die ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz dem russischen Monopolisten Gazprom für Lieferungen schuldet und wie hoch der künftige Gaspreis sein soll. Russland hat gedroht, der Ukraine den Gashahn zuzudrehen, sollte die Regierung in Kiew ausstehende Rechnungen nicht bis Dienstag beglichen haben. Ein solcher Schritt hätte wahrscheinlich auch Folgen für die Energieversorgung der Europäische Union. Die EU-Staaten decken rund ein Drittel ihres Gas- und Ölverbrauchs mit Lieferungen aus Russland.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Schweden eingetroffen, um mit mehreren Regierungschefs informell über die Zukunft der EU zu sprechen. Der Vierergipfel in Harpsund, an dem Merkel und ihre Kollegen aus Großbritannien, Schweden und den Niederlanden teilnehmen, dreht sich vor allem um die geplante Ernennung von Jean-Claude Juncker zum Nachfolger von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt, der britische Premier David Cameron und der niederländische Regierungschef Mark Rutte lehnen den Personalvorschlag des EU-Parlaments ab. Dagegen hat sich Merkel hinter Juncker gestellt. Der frühere luxemburgische Regierungschef war bei der Europawahl im Mai als Spitzenkandidat der Konservativen angetreten, die stärkste Kraft im EU-Parlament wurden. Daraufhin hatte das Parlament von den Regierungen verlangt, ihn für die Barroso-Nachfolge vorzuschlagen.

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Das israelische Parlament wählt an diesem Dienstag einen neuen Staatschef. 120 Abgeordnete der Knesset entscheiden über einen Nachfolger für Präsident Schimon Peres, der Ende Juli nach sieben Jahren aus dem Amt scheidet. Es treten fünf Kandidaten an, unter ihnen zwei Frauen. Erreicht kein Bewerber im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit, findet noch am Dienstag eine Stichwahl statt. Der Wahlausgang ist offen. Als aussichtsreichster Kandidat gilt aber der zweimalige Knessetpräsident Reuven Rivlin von der regierenden Likudpartei. Anders als Peres, der für eine Zweistaatenlösung des Nahostkonflikts eintritt, ist Rivlin ein Unterstützer der Siedlerbewegung und Gegner eines eigenständigen Palästinenserstaates.

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Mutmaßliche Mitglieder der Islamistengruppe Boko Haram haben im Norden Nigerias mindestens 22 weitere Frauen entführt. Die Tat habe sich in der Nähe von Chibok im Bundesstaat Borno ereignet, meldete der Sender "Television Continental" aus Lagos. Drei Dorfbewohner, die die Entführung hatten verhindern wollen, seien ebenfalls gekidnappt worden. In Chibok hatte die Boko Haram bereits Mitte April fast 300 Schülerinnen verschleppt. Trotz intensiver Suche und internationaler Hilfe fehlt von den Mädchen jede Spur. Die Entführer hatten damit gedroht, sie als Sklavinnen zu verkaufen. Die Boko Haram kämpft für die Errichtung eines Gottesstaates im Norden Nigerias. Sie verübt immer wieder schwere Anschläge auf staatliche Einrichtungen, Schulen und christliche Kirchen. Der Name bedeutet übersetzt etwa "Westliche Bildung ist Sünde".

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Entwicklungsminister Gerd Müller reist an diesem Dienstag nach Nigeria, das vom zunehmenden Terror der islamistischen Sekte Boko Haram erschüttert wird. Der CSU-Politiker will in der Hauptstadt Abuja und in der Wirtschaftsmetropole Lagos Gespräche mit Vertretern von Regierung, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und Religionsgemeinschaften führen. Zudem wird er sich von Deutschland geförderte Projekte ansehen. Die Terrorgruppe Boko Haram, die den westlichen Lebensstil strikt ablehnt, will im Norden des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes einen Gottesstaat errichten. Allein seit Anfang des Jahres wurden bei ihren Anschlägen und Überfällen mindestens 1500 Menschen getötet.

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