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Nachrichten

10.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sich über den Beschluss der Euro-Finanzminister erleichtert gezeigt, den Rettungsschirm auf das spanische Bankensystem auszudehnen. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte, dies entspreche den Empfehlungen des Währungsfonds. Die Gruppe der sieben führenden Industrieländer, G7, begrüße die Kreditentscheidung als Fortschritt auf dem Weg zu einer Fiskalunion. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, er gehe davon aus, dass es bei der einmaligen Kredithilfe für Spanien bleibt. Am Samstag hatte Spanien nach massivem Druck der Europartner als viertes Land zum Euro-Rettungsschirm gegriffen. Anders als bei Griechenland, Irland und Portugal werden die Notkredite von bis zu 100 Milliarden Euro aber speziell auf die Stabilisierung des wankenden Bankensystems zugeschnitten. Damit entgeht das Land den strengen Kontrollen seines Haushalts, allerdings muss Spanien für marode Banken Sanierungspläne vorlegen.

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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat Zweifel geäußert, dass die Eurozone ohne eine Fiskalunion eine Zukunft hat. Der "Welt am Sonntag" sagte er, wenn die Staaten weiterhin auf eigenverantwortliche nationale Haushaltspolitik setzten, müsste die gemeinschaftliche Haftung eng begrenzt werden. Andernfalls käme es zu einem Zerfall der Währungsunion, was mit extrem hohen Kosten und Risiken verbunden wäre. Laut einem Bericht des Magazins "Der Spiegel" arbeiten die europäischen Institutionen bereits an den Regeln einer möglichen Fiskalunion, in der die einzelnen Mitgliedsländer nicht mehr selbstständig neue Schulden machen dürfen. Frei verfügen sollen die Regierungen demnach nur noch über Finanzmittel, die durch eigene Einnahmen gedeckt sind. Wer mehr Geld braucht, als er selbst erwirtschaftet, müsste seinen Bedarf laut dem Bericht bei der Gruppe der Finanzminister der Eurozone anmelden.

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Rund einen Monat nach der Präsidentenwahl entscheiden die Franzosen an diesem Sonntag über ein neues Parlament. Rund 46 Millionen Wähler sind aufgerufen, über die 577 Sitze in der Nationalversammlung zu entscheiden. Umfragen zufolge können die Sozialisten, die im Mai die Präsidentschaftswahl gewonnen hatten, auch mit einer Mehrheit im Parlament rechnen. Voraussichtlich brauchen sie für eine absolute Mehrheit aber die Unterstützung anderer linker Parteien. Die Wahllokale öffnen um 08.00 Uhr, erste Hochrechnungen werden ab 20.00 Uhr erwartet. Die zweite Runde der Parlamentswahlen mit der Stichwahl findet eine Woche später statt. In den vergangenen zehn Jahren stellte die konservative UMP, die Partei des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy, die meisten Abgeordneten.

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Nach den jüngsten Berichten über neue Gräueltaten in Syrien hat Russland seine Forderung nach einer internationalen Konferenz bekräftigt. Dies sei sinnvoller als mit Sanktionen oder Gewaltandrohungen den Druck noch weiter zu erhöhen, sagte der russische Vize-Außenminister Gennadi Gatilow. Vielmehr sollten jene Länder miteinander beraten, die Einfluss auf Präsident Baschar al-Assad oder seine Gegner haben. Außenminister Sergej Lawrow hatte zuvor die Forderung seines Landes bekräftigt, den Iran in eine internationale Syrien-Konferenz einzubeziehen. Zugleich sprach sich Lawrow erneut gegen eine militärische Intervention aus. Ein militärisches Eingreifen hätte "schwerwiegende Konsequenzen" für den gesamten Nahen Osten. Sollten die Syrer aber einen Rücktritt ihres Präsidenten wünschen, werde Russland dem nicht im Weg stehen, sagte Lawrow. Unterdessen geht das Assad-Regime weiter gewaltsam gegen die Opposition vor. Nach Angaben von Aktivisten starben am Samstag mindestens 42 Zivilisten.

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Den ersten Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft haben allein auf der Berliner Fanmeile 400.000 Fans verfolgt. Das Spiel im ukrainischen Lemberg gegen Portugal wurde auf sieben Großbildschirmen auf der Straße zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule übertragen. Die Fanzone glich einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer. Am Samstagabend hatte Mario Gomez dem deutschen Team einen schwer erarbeiteten EM-Auftaktsieg beschert. Mit seinem Kopfballtreffer in der 72. Minute sorgte der Münchner für den 1:0-Sieg über Portugal. Allerdings konnte die DFB-Elf den Erwartungen an einen Turnierfavoriten lange Zeit nicht gerecht werden. Bundestrainer Joachim Löw urteilte dennoch, er sei mit der Mannschaft sehr zufrieden, weil sie im ersten Spiel taktisch gut gespielt habe. Nächster Gegner sind am Mittwoch die Niederlande. Der Vizeweltmeister steht nach dem überraschenden 0:1 gegen Dänemark gehörig unter Druck.

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