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Nachrichten

10.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Im Bundestag steht der Griechenland-Kurs der Regierung zur Diskussion und zur Abstimmung. Die Koalition will private Gläubiger an weiteren Milliarden-Hilfen für den hochverschuldeten EU-Partner beteiligen. Trotz zahlreicher Bedenken unterstützten die Fraktionen von CDU/CSU und FDP mehrheitlich einen gemeinsamen Entschließungsantrag. Somit können Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble im Parlament mit einer Koalitionsmehrheit für ihren Griechenland-Kurs rechnen. In einer Regierungserklärung wies Schäuble auf den Ernst der Lage in Griechenland und damit auch in Europa hin. Er verteidigte die Hilfen gegen Kritik und forderte nochmals grundlegende Reformen in Griechenland. - Der weitere Finanzbedarf Griechenlands wurde zuletzt auf 90 bis 120 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014 geschätzt.

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Das griechische Kabinett hat weitere Sparmaßnahmen beschlossen. Nach langer Debatte votierten die Minister einstimmig für einen neuen Sparplan. Während der Sitzung appellierte Regierungschef Giorgos Papandreou laut Nachrichtenagentur ANA an die "nationale Einheit". Griechenland stehe am "Scheideweg". Er werde dafür kämpfen, dass der Sparplan im Parlament eine große Mehrheit bekomme. Das neue Paket sieht Einsparungen im Umfang von 28,4 Milliarden Euro bis zum Jahr 2015 vor, wovon im laufenden Jahr bereits 6,4 Milliarden Euro verwirklicht werden sollen. Außerdem beinhaltet es eine Beschleunigung der Privatisierung von Staatsunternehmen.

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Die Bundeswehr beteiligt sich ein weiteres Jahr an den internationalen Friedensmissionen im Kosovo und vor der Küste des Libanon. Das beschloss der Bundestag. Allerdings senkte das Parlament die Obergrenze des seit 1999 laufenden Mandats von 2500 Soldaten auf 1850. Derzeit sind allerdings nur rund 1100 deutsche Soldaten im Kosovo stationiert. Die ehemalige serbische Provinz hatte sich 2008 für unabhängig erklärt. Für die Sicherheit sorgt aber weiterhin die internationale KFOR-Truppe unter Führung der NATO. Bis zu 300 deutsche Soldaten sind für die UNIFIL-Mission zur Stabilisierung des Libanon vorgesehen. Seit 2006 überwacht die UN-Mission die Küste des Landes, um dort den Waffenhandel der radikal-islamischen Hisbollah zu unterbinden. Die deutsche Marine ist dort derzeit mit drei Schiffen im Einsatz.

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Immer mehr Syrier fliehen wegen der anhaltenden Kämpfe aus ihrer Heimat. Nach Angaben aus Ankara haben inzwischen mehr als 2.400 Flüchtlinge die Grenze zur Türkei überquert. Sie werden in Lagern des "Roten Halbmondes" versorgt. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan äußerte sich besorgt, erklärte aber, sein Land stehe allen Syrern offen. Nach Berichten örtlicher Medien bereitet sich die Türkei auf eine Welle von bis zu einer Million Flüchtlingen aus dem Nachbarland vor. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen wird möglicherweise noch an diesem Freitag über eine UN-Resolution zu Syrien abstimmen. Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Portugal legten den Entwurf für eine Entschließung vor, in der das gewaltsame Vorgehen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gegen Demonstranten verurteilt wird.

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Die so genannte Libyen-Kontaktgruppe will die Rebellenbewegung gegen den libyschen Staatschef Muammar Gaddafi mit insgesamt 1,3 Milliarden Dollar unterstützen. An den Beratungen im Golf-Emirat Abu Dhabi nahmen Vertreter aus rund 40 Ländern teil, darunter alle, die am NATO-Militäreinsatz in Libyen beteiligt sind. Einige arabische Geberländer wollen die Finanzhilfe nach eigenen Angaben direkt an die Übergangsregierung in Bengasi überweisen. Andere Staaten wie die USA und Italien kündigten an, ihre Gelder an Wohltätigkeitsorganisationen zu geben. Vertreter der libyschen Rebellen verlangten auch die Freigabe eingefrorener Gelder von Staatschef Gaddafi, um den Bedarf der Bevölkerung an Lebensmitteln und Medikamenten zu decken. - In der Nacht erschütterten erneut mehrere Explosionen Tripolis. Die NATO fliegt seit zwei Tagen die schwersten Luftangriffe auf die libysche Hauptstadt seit Beginn des internationalen Militäreinsatzes am 19. März.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein Wechsel von dichteren Wolkenfeldern und sonnigen Abschnitten, im Südwesten und Westen sowie in Alpennähe einige Schauer oder Gewitter. Höchstwerte zwischen 16 und 23 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Wochenende in Norden und Westen recht freundlich und sonnig, nur vereinzelt Schauer. Im Süden und Südosten mehr Wolken und zeitweise Regen.

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