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Nachrichten

10.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die syrische Hauptstadt Damaskus ist in den Morgenstunden von zwei Sprengstoffanschlägen erschüttert worden. Das Staatsfernsehen berichtete von zahlreichen Toten und Verletzten und machte wie üblich "Terroristen" dafür verantwortlich, eine Umschreibung für die Widerstandsbewegung. Gezeigt wurden Leichen in ausgebrannten Autos. Eine der beiden Bomben soll im Süden der Stadt in der Nähe eines Komplexes der Sicherheitskräfte detoniert sein.

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Nach dem vergeblichen Bemühen von Konservativen und Radikalen Linken will jetzt der Sozialist Evangelos Venizelos einen Versuch zur Bildung einer neuen griechischen Regierung unternehmen. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Parlament und der gegensätzlichen Positionen der Parteien zur Spar- und Schuldenpolitik wird aber nicht mit einer Lösung gerechnet, sondern mit Neuwahlen am 17. Juni. Der Führer der linksradikalen Partei Syriza, Alexis Tsipras, musste in Athen einräumen, dass er in der Ablehnung des Sparpakets zwar eine breite Unterstützung der Wähler habe, aber im Parlament keine Basis für eine linksgerichtete Regierung. Die EU hatte am Mittwoch bekräftigt, dass die Griechen nur bei strikter Einhaltung der Reformvereinbarungen mit weiteren Milliardenhilfen rechnen könnten.

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Die spanische Regierung hat die Übernahme der Kontrolle über die kriselnde Großbank Bankia angekündigt. Wirtschaftsminister Luis de Guindos teilte mit, dass die Regierung die Muttergesellschaft BFA, zu der neben Bankia mehrere Sparkassen gehören, zu 100 Prozent verstaatlichen werde. Auf diese Weise werde der Staat größter Aktionär bei Bankia sein und über 45 Prozent des Kapitals der Bank verfügen. Das Geldinstitut gilt wegen seiner zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Die spanische Regierung will am Freitag ihre Pläne für eine umfassende Bankenreform vorstellen, mit der sie die Probleme der Finanzinstitute in den Griff bekommen will.

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US-Präsident Barack Obama hat sich erstmals öffentlich dafür eingesetzt, dass Schwule und Lesben heiraten können. Es sei für ihn wichtig, voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten, sagte Obama in einem Interview des Senders ABC. Er habe in den vergangenen Jahren viele Gespräche über das Thema geführt, sagte Obama weiter. Bisher hatte sich der Präsident lediglich für eingetragene Partnerschaften von Homosexuellen und Lesben stark gemacht. Der Präsident war seit langem von Bürgerrechtsgruppen aufgefordert worden, Stellung zu beziehen. Obamas wahrscheinlicher republikanischer Herausforderer, Mitt Romney, erklärte umgehend, er lehne Homo-Ehe und anerkannte gleichgeschlechtliche Partnerschaften ab. Die Homo-Ehe ist eines der umstrittensten gesellschaftlichen Themen in den USA.

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Vor der Abstimmung im Deutschen Bundestag an diesem Donnerstag hat die sozialdemokratische Opposition ihre Bedenken gegen die Ausweitung der Anti-Piraten-Mission "Atalanta" bekräftigt. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, befürchtet negative Folgen für die somalische Bevölkerung. Die Luftangriffe auf den somalischen Küstenstreifen auszudehnen, sei "hochgefährlich" und gefährde die Zivilbevölkerung, sagte Oppermann im 1. Deutschen Fernsehen. Die SPD-Fraktion wollte das erweiterte Mandat der Bundeswehr für "Atalanta" ablehnen, obwohl Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier für eine Stimmenthaltung geworben hatte. Dies hatte für heftige Reaktionen bei Union und FDP gesorgt. Die Regierungspläne sehen vor, dass die Bundeswehr aus der Luft bis zu einer Tiefe von zwei Kilometern auch am Strand von Somalia gegen die Logistik der Piraten vorgehen könnte.

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