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Nachrichten

10.03.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan ist in Syrien eingetroffen und will sich in Damaskus bei Präsident Baschar al-Assad um eine Beilegung des Machtkampfes bemühen. Annan, der in mehreren Konflikten in Afrika erfolgreich politische Annäherungen vermittelt hat, drängt Assad sowie die Opposition zu einer friedlichen Lösung und hat wiederholt vor einer ausländischen Militärintervention gewarnt. Bei den Gegnern Assads ist seine Forderung jedoch bereits auf Ablehnung gestoßen. Annan handelt im Auftrag der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga. --- Auch China, das einen stellvertretenden Außenminister in den Nahen Osten und nach Frankreich schickt, sowie die Arabische Liga wollen sich am Wochenende um eine Lösung bemühen.

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Bei israelischen Luftangriffen auf den Gazastreifen sind mindestens zehn Palästinenser getötet worden. Unter den Opfern war auch der Führer des extremistischen Volkswiderstandskomitees, Zuhair al Kaissi, der hinter der Entführung des israelischen Soldaten Gilat Schalit im Jahr 2006 gestanden haben soll. Es handelt sich um die schwersten Bombardements seit Monaten. Radikale Palästinensergruppen hatten mit Raketen und Granaten auf israelisches Territorium geantwortet.

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Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat Griechenland einen Kredit über 28 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Dieser solle eine Laufzeit von vier Jahren haben und Teil des zweiten Rettungspakets für das schwer angeschlagene Euro-Mitglied sein, wie Lagarde in Washington mitteilte. Diese Empfehlung wolle sie dem IWF-Direktorium vorlegen. Die vorgeschlagene Kreditsumme liegt am oberen Ende der Erwartungen. Die Laufzeit ist um ein Jahr länger als bei ähnlichen IWF-Programmen. - Lagarde begründete ihren Vorschlag mit den langfristigen Herausforderungen, vor die Griechenland gestellt sei, sowie den hohen Rettungsbeiträgen der privaten Gläubiger und der Euro-Staaten. Dank einer ausreichenden Beteiligung der Finanzbranche am geplanten Schuldenschnitt kann die Regierung in Athen auf die Gelder aus dem zweiten Hilfsprogramm von IWF und EU zählen und eine unmittelbare Staatspleite abwenden.

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Polen hat den EU-Klimafahrplan für die kommenden Jahrzehnte vorerst blockiert. Am Widerstand Warschaus scheiterte auf einem Umweltministertreffen in Brüssel die Festlegung auf die nächsten Schritte, mit denen die Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 80 Prozent bis zum Jahr 2050 erreicht werden soll. Das ehemalige Ostblock-Land bezieht nach eigenen Angaben mehr als 90 Prozent seiner Energie aus Kohlekraftwerken und lehnt daher striktere Auflagen ab. Deutschland hatte mit einer Reihe anderer Länder vergeblich auf eine Festlegung auf konkrete Meilensteine gepocht, wie sie von der Kommission vorgeschlagen worden waren. Der Streit wird nun auf dem nächsten EU-Gipfel im Juni zur Chefsache. Von Umweltschutzorganisationen kam heftige Kritik.

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In der Slowakei haben vorgezogene Parlamentswahlen begonnen. Sie wurden notwendig, weil die erst seit 2010 amtierende christlich-liberale Premierministerin Iveta Radicova im Oktober eine Vertrauensfrage über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms verloren hat. Das Thema Euro spielte dennoch im Wahlkampf keine Rolle mehr, sondern wurde völlig von einer Korruptionsaffäre überdeckt, in die vor allem die christlich-liberale größte Regierungspartei SDKU von Außenminister Mikulas Dzurinda verwickelt war. Den bürgerlichen Regierungsparteien droht deshalb nach Umfragen eine vernichtende Niederlage. Hoher Wahlfavorit ist der sozialdemokratische Oppositionsführer Robert Fico, der von 2006 bis 2010 die Regierung geführt hatte. Die 4,3 Millionen Wahlberechtigten sind aufgerufen, die 150 Mitglieder des Parlaments in Bratislava zu bestimmen. Um die Mandate bewerben sich rund 2900 Kandidaten aus 26 Parteien.

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Deutschland will seine Entwicklungshilfe für den Jemen wieder aufnehmen. Das kündigte Außenminister Guido Westerwelle unmittelbar vor seinem Abflug in das ärmste Land der arabischen Halbinsel an. Derzeit stehen etwa 270 Millionen Euro Entwicklungshilfe für Jemen zur Verfügung. Allerdings liegen dort viele Projekte wegen des monatelangen Machtkampfes brach. Westerwelle ist der erste westliche Außenminister, der seit dem Abgang des Langzeit-Präsidenten Ali Abdullah Salih den Jemen besucht. In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa will Westerwelle aber nur wenige Stunden bleiben. Noch am Abend steht die Weiterreise nach Saudi-Arabien auf dem Programm.

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