100.000 Menschen müssen Gebiet am Vulkan Agung verlassen | Aktuell Welt | DW | 27.11.2017
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Indonesien

100.000 Menschen müssen Gebiet am Vulkan Agung verlassen

Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali rumort es tief im Inneren des Mount Agung - und das immer heftiger. Die Behörden haben deshalb die höchste Alarmstufe ausgerufen.

 Auf der indonesischen Ferien-Insel Bali wächst die Furcht vor einem massiven Vulkanausbruch. Die Behörden warnten vor einer unmittelbar bevorstehenden großen Eruption. Die nationale Behörde für Katastrophenmanagement schrieb auf Facebook, der Asche-Ausstoß am Mount Agung sei gelegentlich begleitet von "explosiven Eruptionen" und einem "Dröhngeräusch". Nachts würden zunehmend Feuerstrahlen beobachtet. "Das deutet darauf hin, dass die Gefahr eines größeren Ausbruchs imminent ist." Die Dörfer rund um den Vulkan sind mit Asche bedeckt. Die Sperrzone wurde von siebeneinhalb auf zehn Kilometer um den Vulkan erweitert.

25.000 Anwohner halten sich derzeit in Notunterkünften auf. Die Zahl der Evakuierten werde aber steigen, sagte der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho. Inzwischen ist von rund 100.000 Menschen die Rede, die das Gefahrengebiet am Agung verlassen müssen. Die Behörden haben bereits tausende Atemschutzmasken an die Bewohner verteilt. Wie die DW aus der Hauptstadt Denpasar erfuhr, verläuft das Alltagsleben für die Bevölkerung außerhalb des Gefahrengebietes bislang weitgehend normal. Bewohner  im Hauptstadtgebiet bereiten sich darauf vor, solchen Mitbürgern zu helfen, die ihre Wohnungen in der Umgebung des Vulkans verlassen mussten.  Viele hätten Autos für Evakuierungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Rauch und Asche steigen 4000 Meter hoch

Der Vulkan Agung liegt 75 Kilometer vom beliebten Urlaubsort Kuta entfernt. Bali lockt jedes Jahr Millionen von Touristen aus aller Welt an. Der internationale Flughafen wurde aber geschlossen, der Airport auf der Nachbarinsel Lombok ebenfalls. Mehr als 400 Flüge fielen aus, darunter waren fast 200 internationale Verbindungen. Tausende Urlauber sitzen auf der Insel fest.

Balinesische Hindus bei einer Zeremonie, mit der sie um ein Ausbleiben des Vulkanausbruchs bitten (Foto: Getty Images/AFP/S. Tumbelaka)

Balinesische Hindus bei einer Zeremonie, mit der sie um ein Ausbleiben des Vulkanausbruchs bitten

Das Auswärtige Amt in Berlin riet Reisenden, sich rechtzeitig mit ihren Fluggesellschaften und Reiseanbietern in Verbindung zu setzen. außerdem sei es ratsam, ausreichend Bargeld und gegebenenfalls Medikamente mitzuführen. Nach Auskunft des Deutschen Reiseverbandes halten sich derzeit bis zu 6000 deutsche Urlauber auf Bali auf.

1200 Tote beim Ausbruch 1963/64  

Bereits am Vortag war über dem Vulkan eine vier Kilometer hohe Rauchsäule in den Himmel gestiegen, die umliegenden Dörfer bekamen Asche und Rauch zu spüren. Im Krater selbst trat Magma zutage.

Schon Mitte September hatten alle Anzeichen auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des rund 3000 Meter hohen Agung hingedeutet. Über 130.000 Menschen flohen damals aus ihren Dörfern im näheren Umkreis des Vulkans. Doch die Aktivität des Vulkans ließ anschließend nach, der Vulkan beruhigte sich wieder.

Der Agung war zuletzt in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen, etwa 1200 Menschen kamen damals ums Leben.

haz/stu (dpa, afp)

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