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Filme

100 Filmklassiker

Ein opulentes Filmbuch lädt ein zu einer Reise durch die Kinogeschichte. Zwei bildreiche Bände stellen 100 wichtige Filme der Kinohistorie vor: vom Stummfilm bis zur Jahrtausendwende.

Dustin Hoffmann vor Frauenbein, Szene aus Die reifeprüfung

Moderner Klassiker: "Die Reifeprüfung"

Natürlich sind bei einer auf 100 Werke zugespitzten Filmhistorie viele wichtige Streifen nicht dabei. Und natürlich ist jede "best of"-Zusammenstellung angreifbar, weil subjektiv ausgewählt und präsentiert. Auch ist in der Regel für eine differenzierte und ausführliche Analyse kein Platz in solchen Büchern. Doch was heißt das schon? Angesichts der prachtvollen, opulenten Ausstattung, der betörenden Bildergalerie, dem Rausch der Farben - die "100 Filmklassiker" des Taschen-Verlages machen Lust aufs Kino!

Bilderrausch zwischen Buchdeckeln

Taschen Buch 100 Filmklassiker Cover mit vers. Filmfotos und Schrift

100 Filme in zwei Bänden

Den Leser und Betrachter anzuregen, das dürfte Ziel des Buches sein. Nach der Lektüre möchte man eigentlich alles liegen und stehen lassen und ins Kino rennen - das ist doch eine gute Empfehlung. Man muss nur in den zwei brikettschweren Büchern blättern, sich da und dort hineinlesen, die Bilder an sich vorbeiziehen lassen, markante Zitate aufschnappen oder die Auswahl interpretieren - schon ist´s um einen geschehen. Das Buch nimmt einen gefangen, eigentlich fehlt dann nur noch ein Kinosaal, oder zumindest ein Fernseher plus DVD-Player.

Filme, die in Erinnerung bleiben

Cover der DVD Nosferatu mit Hauptdarsteller Max Schreck auf Schiff (Transit)

Einer der frühesten Klassiker: "Nosferatu"

Die Filmgeschichte wird in den von Jürgen Müller herausgegebenen Bänden in Jahrzehnte aufgeteilt. Jeweils eingeleitet mit einem Text und Bildstrecken eines für die jeweilige Dekade besonders programmatischen Films wird versucht sich dem Mythos des Kinos in der Zeit anzunähern. "Frühstück bei Tiffany" mit der zur Modeikone gewordenen Audrey Hepburn steht beispielsweise für die 1960er Jahre, die dunkle, aber ebenso berauschend schöne Science Fiction-Parabel "Blade Runner" vertritt die 80er Jahre. Das sind Filme, die einerseits einer bestimmten Zeit verhaftet sind, andererseits aber auch nach Jahrzehnten noch frisch und modisch wirken.

Sog durch hunderte Filmfotos

A. Hepburn vor Tiffany Schaufenster in Film Frühstück bei Tiffany

Audrey Hepburn in "Frühstück bei Tiffany"

Nach dem beim "Taschen-Verlag" bewährtem Muster werden die hundert Filme mit kurzen, einordnenden Texten vorgestellt, mit Anmerkungen zu Schauspielern oder Regisseuren, mit Zitaten aus zeitgenössischen Kritiken und - mit Fotos. Die nehmen traditionell den größten Raum ein in den Kinobüchern des Verlags. "Die 100 Filmklassiker" machen da keine Ausnahme, die Fotos sind groß, beanspruchen manchmal auch eine Doppelseite, was nicht selten auf Kosten der Schärfe geht. Doch das ist wohl beabsichtigt. Die Fotos stammen meist direkt aus den Filmen, bekommen dadurch etwas Bewegliches: Schnitt, Montage, Kamerafahrt und Action - auch das macht das Medium Film bekanntlich aus.

Von "Die Geburt einer Nation" bis "Tiger & Dragon"

Filmszene aus Die Blechtrommel, Oscar matzerath mit Darstellerin am Stran unter Sonneschirm

Oskar vertritt deutsche Klassiker ("Die Blechtrommel")

Und die Auswahl? Darüber kann man streiten, aber viel Wichtiges ist dabei, "Panzerkreuzer Potemkin" und "Wilde Erdbeeren", "Psycho" und "Spiel mir das Lied vom Tod", "Tod in Venedig", "Die Blechtrommel" und "Blue Velvet". "Tiger & Dragon" des häufig in Amerika drehenden Taiwan-Chinesen Ang Lee aus dem Jahr 2000 beendet den Reigen. Sogenannte Kultfilme dominieren, Publikumserfolge, die auch noch nach Jahrzehnten sehenswert sind, aber auch klassisches Autorenkino, wenig Überraschendes. Alles in allem ist das Buch eine wunderbare Einladung in das Kino - als Verlockung vor dem nächsten Kinobesuch oder als Nachbetrachtung, im Anschluss an den Gang ins Filmtheater.

100 Filmklassiker, Taschen-Verlag 2008, 2 Bände, hrsg. von Jürgen Müller, 800 Seiten, 39,99 Euro, ISBN 3836508621.

Autor: Jochen Kürten

Redaktion: Petra Lambeck

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