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Wirtschaft

10 Jahre Google: Von der Studentenbude zum Weltkonzern

Seit Google vor zehn Jahren gestartet ist, hat die Web-Suchmaschine die Informationswelt revolutioniert. Das Unternehmen wächst ständig, doch die Ansprüche steigen ebenfalls.

An die Mouse, fertig, los: Mehr braucht man nicht, um mit 'Google' im Internet fündig zu werden: Mousepad mit dem Google-Logo (Foto: AP)

An die Mouse, fertig, los: Mehr braucht man nicht, um mit 'Google' im Internet fündig zu werden

Alles begann in einer Studentenbude. Heute existiert Google in 116 Sprachen von Afrikaans bis Zulu. "Googeln" wurde zum feststehenden Begriff - sogar in den deutschen Duden wurde das Wort aufgenommen. Am Sonntag (7.9.2008) feiert das Unternehmen seinen zehnten Geburtstag.

Google ist mit einer Marktkapitalisierung von 146 Milliarden Dollar 20 Mal mehr wert als General Motors oder so viel wie Coca-Cola und Google-Konkurrent Yahoo zusammen. Google wächst und wächst weiter. Doch in den vergangenen Monaten kam immer häufiger die Frage auf: Scheitert der Internet-Riese an seiner eigenen Größe?

Relevante Informationen sollten leicht zu finden sein

Zehn Jahre älter und reicher: Sergey Brin (l.) und Larry Page bei der Präsentation des neuen Google-Browsers 'Chrome' am 2.9.2008 (Foto: AP)

Zehn Jahre älter und reicher: Sergey Brin (l.) und Larry Page bei der Präsentation des neuen Google-Browsers 'Chrome' am 2.9.2008

Es begann als amerikanischer Traum. Zwei Standford-Studenten - Larry Page und Sergey Brin - gerade mal Anfang 20, waren sich vor zehn Jahren nur in einem Punkt einig: Sie wollten eine Möglichkeit finden, relevante Informationen aus einem unendlichen Datenmeer zu filtern. 1997 meldeten sie ihre Domain Google.com an. Ein Jahr später, am 7. September 1998, wurde das Unternehmen gegründet und die Suchmaschine gestartet.

Fünfeinhalb Jahren später folgte der Börsengang - mit einem Ausgabekurs von 85 US-Dollar. Die Spitze erreichte die Google-Aktie im November 2007 mit über 740 Dollar. Auch wenn der Kurs zuletzt unter Druck stand, die Euphorie bleibt nach wie vor groß. Der Marktschreier unter den amerikanischen Börsenexperten, Jim Cramer, sieht die Aktie bald wieder bei 750 US-Dollar.

Grenzen des Wachstums - auch für Google

Vorstandschef des Suchmaschinen-Imperiums ist Eric Schmidt (Foto: dpa)

Vorstandschef des Suchmaschinen-Imperiums ist Eric Schmidt

Was mit zwei Studenten begann, hat sich zu einem Weltkonzern mit bald 20.000 Mitarbeitern entwickelt. Doch gerade die Größe weckt Neider, und Google könnte an die Wachstumsgrenzen stoßen, sagt Scott Kessler, Internet-Analyst der Ratingagentur Standard & Poor's: "Für Unternehmen in der Größenordnung von Google ist es eine riesige Herausforderung, die bisherigen Wachstumsraten beizubehalten." Die Zeitschrift "Business Week" hatte eine Titelstory, die fragte: "Ist Google zu mächtig?" Und in der Tat: Behörden, Wettbewerber oder andere Unternehmen hätten einige Pläne von Google blockiert, weiß der Internet-Analyst.

Der Schlüssel zum Erfolg: Google hat es immer wieder verstanden, die größten Talente der Branche für sich zu gewinnen. Yahoo oder Microsoft gelten als uncool. Google ist in. Die Mitarbeiter dürfen ihre Haustiere mit zur Arbeit bringen. Mit Rollerblades durch die Korridore fahren. Die Arbeitszeiten sind für amerikanische Verhältnisse ungewöhnlich flexibel - so lange die Performance stimmt. Und der Speiseplan der Kantine reicht von Sushi über wilden Reis mit Haselnüssen bis zu Tofu-Krautsalaten. Alles umsonst - versteht sich. Kein Wunder, dass Google seit Jahren die Wahl zum beliebtesten Arbeitgeber in den USA gewinnt.

Google goes local

Der eigene Erfolg könnte sich allerdings auch als größte Schwäche entpuppen. Wie will Google das rasante Wachstum fortsetzen? Die Antwort: Go local! Das Unternehmen, das Informationen aus aller Welt in jedes Wohnzimmer holte, will jetzt auf lokalen Märkten das große Geld verdienen.

"Google probiert seit einiger Zeit, den lokalen Anzeigenmarkt zu knacken. Da steckt großes Potential dahinter. Sie haben aber noch nicht genau herausgefunden, wie man damit Geld verdienen kann", weiß Kessler. Mit Google Maps oder Google Local sei das Unternehmen zwar auf dem Weg dahin. "Aber die große Frage bleibt: Findet Google eine Lösung, wirklich Umsatz damit zu erzielen?"

Was soll aus YouTube werden?

So viel Spaß muss sein: Batteriebetriebener, bunt leuchtender Google-Anstecker (Foto: dpa)

So viel Spaß muss sein: Batteriebetriebener Google-Anstecker

Eine weitere vielversprechende Wachstumsquelle ist laut Kessler die Komponente Video. Dazu hat Google im Oktober 2006 das Videoportal YouTube geschluckt. Damit sei YouTube nun zwar der führende Anbieter, doch Kessler schränkt ein: "Das Problem ist: Will ich als großes Unternehmen im Umfeld von Videos werben, in denen Klavier spielende Katzen und ähnlicher Spaß gezeigt werden?"

Happy Birthday, Google. Das Unternehmen ist erwachsen geworden. Doch auch die Ansprüche sind von Jahr zu Jahr gewachsen. Es gibt durchaus Stimmen, die sagen: Seinen 20. Geburtstag wird Google nicht mehr erleben.

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