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Wissen & Umwelt

10 Fakten zu Islands Vulkan Bárðarbunga

Europa schaut ängstlich nach Island: Einer der größten Vulkane dort ist an der einer Stelle aufgebrochen. Könnte bald eine neue Aschewolke Europas Flugverkehr lahmlegen? Was man über den Vulkan wissen sollte.

1. Bárðarbunga - gesprochen Bardarbunga - liegt in Zentralisland, ist etwa 2010 Meter hoch und damit der zweithöchste Berg des Landes. Er ist komplett vom Gletscher Vatnajökull bedeckt und gehört zu Islands größtem Vulkansystem, das mehrere Vulkane umfasst und etwa 190 Kilometer lang ist.

2. Seit dem 16. August 2014 hat das isländische meteorologische Büro, das alle Vulkane überwacht, viele tausend Erdbebenstöße rund um Bárðarbunga gemessen. Erdbeben sind das erste Frühwarnsignal, dass ein Vulkanausbruch bevorstehen könnte. Wenn sich tief im Erdinneren Magma bewegt, bauen sich Spannungen auf und Gestein zerbricht - die Erde beginnt zu wackeln.

3. In der Nacht zum Freitag, 29.08., ist bei Bárðarbunga eine Felsspalte aufgebrochen. Lange war aber unklar, ob es nicht nur bei den Erdbeben bleibt. Forscher haben nur sehr wenige Daten über diesen Vulkan, denn er liegt in einer abgelegenen Region Islands und ist bisher erst selten ausgebrochen. Wie Vulkanforscher am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam sagen, folgt auf Magmabewegungen im Erdinneren statistisch gesehen nur in weniger als zehn Prozent aller Fälle tatsächlich ein Ausbruch.

4. Das letzte Mal ist Bárðarbunga im Jahr 1996 ausgebrochen. Sein größter Ausbruch liegt bereits 500 Jahre zurück. Dieses Ereignis war allerdings so gewaltig, dass Forscher von dem größten Vulkanausbruch der letzten 10.000 Jahre weltweit sprechen.

Island Vulkan Bardarbunga Foto: REUTERS/Sigtryggur Johannsson

Zufahrt verboten - die Straße zum Vulkan Bárðarbunga ist seit Beginn der Erdbeben gesperrt.

5. Auch Eyjafjallajökull ist ein Vulkan in Island. Er brach im Jahr 2010 aus und legte für mehrere Tage den Flugverkehr in ganz Europa lahm. Eyjafjallajökull und Bárðarbunga haben viel gemeinsam: Die beide gehen auf dieselben tektonischen Aktivitäten im Untergrund zurück, sie sind beide von Eis bedeckt und gleichen sich auch geologisch. Ihr Magma wird in ähnlichen Tiefen gebildet. Bárðarbunga ist allerdings viel größer als Eyjafjallajökull.

6. Als Eyjafjallajökull im Jahr 2010 ausbrach, traf heißes Magma auf kaltes Eis. Das Wasser begann schlagartig zu verdampfen und riss dabei Magma und Gestein auseinander - eine Aschewolke entstand. Die Aschepartikel waren aufgrund der Magmabeschaffenheit auf Island sehr klein, sodass sie viele Tage in der Luft schweben blieben, ohne abzusinken. Da auch Bárðarbunga von einem Gletscher bedeckt ist, also von Eis, könnte das gleiche wie damals bei Eyjafjallajökull auch hier passieren. Beim jetzt erfolgten Ausbruch allerdings setzte Bárðarbunga keine Vulkanasche frei, da das Gestein an einer Stelle nördlich des Vulkans aufgebrochen ist, die nicht von Gletschern bedeckt ist.

7. Wind kann eine Aschewolke von Island bis nach Kontinentaleuropa wehen. Ob das passiert, hängt von der Richtung des Winds ab.

Eyjafjällajökull: Ausbruch 2010 (Foto: Arnar Thorisson/Helicopter.is/AP/dapd).

Im Jahr 2010 schleuderte der Vulkan Eyjafjallajökull eine riesige Wolke von Asche und Dampf in die Luft

8. Flugzeuge dürfen nicht durch eine Aschewolke hindurchfliegen. Daher wurden so viele Flüge in Europa gestrichen, kurz nachdem Eyjafjallajökull 2010 ausgebrochen war. Aschepartikel können die Triebwerke zerstören: Wenn die Partikel zusammen mit der verdichteten Luft in die Brennkammer gelangen, schmelzen sie und setzen sich auf den kühleren Turbinenschaufeln ab.

9. Der Ausbruch im Jahr 2010 hatte enorme wirtschaftliche Folgen. Man schätzt, dass die Flugindustrie über eine Milliarde Euro Verlust machte. Island selbst erlitt einen wirtschaftlichen Schaden von mehreren Millionen Euro. Vor allem die Landwirte rund um den Vulkan traf es hart.

10. Island hat den Luftraum über dem Vulkan geschlossen, die Flughäfen bleiben aber vorerst alle geöffnet. Das Meterologische Institut behält den Vulkan weiter gut im Auge. Es ist ohne weiteres möglich, dass noch ein Ausbruch mit Vulkanascheausstoß folgt.

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