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Asien

1. Olympische Jugendspiele haben begonnen

Mit einer großen Gala wurden in Singapur am Samstagabend (14.08.2010) die 1. Olympischen Jugendspiele eröffnet. Sie sollen mehr Jugendliche für Olympia begeistern.

Während der Eröffnungszeremonie läuft ein Fackelläufer, in blau-lilanes Licht und Nebel gehüllt, über seichtes Wasser (Foto: AP)

Fackelläufer während der Eröffnungsfeier

"Ich fühle mich wie ein Vater im Kreißsaal, der auf die Geburt seines Kindes wartet", hatte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), am Samstag kurz vor der offiziellen Eröffnungsfeier gesagt. "Es ist ein sehr ambitioniertes Projekt. Doch ich bin optimistisch und überzeugt vom Konzept", zeigte sich Rogge zuversichtlich. Die Idee zu den Olympischen Jugendspielen kam von Jacques Rogge selbst und wurde 2007 vom Internationalen Olympischen Komitee abgesegnet.

Aufwendige Eröffnungsfeier

IOC-Präsident Jacques Rogge übergibt Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong den goldenen olympischen Orden - eine goldene Kette mit den olympischen Ringen. (Foto: AP)

Rogge verleiht Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong den olympischen Orden

Auf der größten Seebühne der Welt eröffnete Singapurs Staatsoberhaupt Sellapan Rama Nathan die 1. Olympischen Jugendspiele. Die fast dreistündige Eröffnungsfeier mit futuristischen Filmszenen auf Videoleinwänden und HipHop-, Rock- und Technorhythmen sollte betont jugendlich wirken. Obwohl auch die Themen Krieg und Umweltschutz ihren Platz hatten, genauso wie eine Darstellung von Geschichte und Entwicklung des Gastgeberlandes. Mehr als 5.500 Darsteller wirkten an der Show mit. "Es war von einer normalen Eröffnungsfeier bei Olympischen Spielen nicht zu unterscheiden", lobte Michael Vesper, der Generalsekretär des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die Show. Auch Thomas Bach, Präsident des DOSB und IOC-Vizepräsident, zeigte sich von der Eröffnungsfeier begeistert: "Es war alles drin, es war innovativ und auch anrührend. Mir wäre nichts Besseres eingefallen". Wie auch bei den traditionellen Olympischen Spielen gab es einen Fackellauf mit der anschließenden Entzündung des olympischen Feuers. Die Show endete mit einem großen Feuerwerk. 27.000 Menschen sahen die Eröffnungsfeier vor Ort und nach Angaben der Veranstalter etwa zwei Milliarden Menschen weltweit am Fernseher.

Feuerwerk bei der Eröffnungsfeier der 1. Olympischen Jugendspiele(Foto: AP)

Feuerwerk bei der Eröffnungsfeier der 1. Olympischen Jugendspiele

1. Olympische Jugendspiele deutlich teurer als gedacht

Der Vielvölker-Staat Singapur, in dem Chinesen, Malaien und Inder zusammenleben, muss mit rund 222 Millionen Euro gut viermal soviel für die Spiele ausgeben als vorher veranschlagt. Das IOC steuert nochmal einen dreistelligen Millionen-Dollar-Betrag bei. IOC-Präsident Jacques Rogge ist davon überzeugt, dass es gut angelegtes Geld ist: "Es ist ein sehr ambitioniertes Projekt. Doch ich bin optimistisch und überzeugt vom Konzept." Er sieht die Olympischen Jugendspiele in dem Viereinhalbmillionen-Einwohner-Stadtstaat als "Start einer erfolgreichen Serie."

204 von 205 IOC-Mitgliedsländern nehmen teil

Die russische Golmedaillengewinnerin Yelena Isinbayeva übergibt die Fackel an Karin Biese, Studentin an der International School. Beide tragen orangefarbene Trikots. (Foto: AP)

Fackelübergabe in Singapur

An den 1. Olympischen Jugendspielen nehmen 3.600 Nachwuchssportler aus 204 Ländern teil. Das IOC hat insgesamt 205 Mitgliedsländer. Kuwait wurde allerdings vom IOC ausgeschlossen, weil der Staat Einfluss auf den Sport genommen hatte. Dies duldet der IOC grundsätzlich nicht. Vom 15. bis 26. August kämpfen die Sportler in insgesamt 26 Sportarten um 201 Siege. In 20 Sportarten treten insgesamt 70 deutsche Nachwuchssportler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren an. Die Fahne des deutschen Teams beim Einmarsch trug Wasserspringerin Kieu Duong. Die 15-Jährige, deren Eltern in den 80ern aus Vietnam nach Deutschland gekommen sind, hatte bereits beim Youth Olympic Day am 24. Juli in Berlin zusammen mit Ruderer Felix Bach die Fahne getragen. Kieu Duong wird beim Turmspringen und vom Drei-Meter-Brett antreten.

Fair Play, Freundschaft und Respekt

IOC-Präsident Jacques Rogge auf Großbildleinwand. Darunter stehen Darsteller auf der Bühne (Foto: AP)

IOC-Präsident Jacques Rogge auf Großbildleinwand

Die Olympischen Jugendspiele sind das zentrale Projekt des IOC, um die Jugend wieder mehr für Olympia zu begeistern. Bis zu den Olympischen Spielen in Athen 2004 hatte das IOC ein sinkendes Interesse bei Jugendlichen festgestellt und versuchte, dem entgegenzuwirken. "Wir haben die Spiele mit modernen Sportarten wie Snowboard im Winter oder Mountainbike im Sommer wieder attraktiver gemacht. Das hat eine Menge junge Leute begeistert.", erläuterte IOC-Präsident Jacques Rogge. Bei den Sommerspielen in Peking 2008 und den Winterspielen in Vancouver 2010 registrierte das IOC wieder eine wachsende Resonanz bei den Jugendlichen. "Wir müssen aber weiter investieren, auch wenn es gut läuft", so Rogge weiter. Wunsch des IOC ist es, junge Menschen durch die Jugendspiele noch näher an den olympischen Sport und die vom IOC propagierten Werte Exzellenz, Freundschaft und Respekt heranzuführen. "Das IOC wünscht sich, dass die großartige Verbindung von Sport, Erziehung und Kultur von den Jugendlichen verinnerlicht wird", so IOC-Vize-Präsident Thomas Bach. Darum ist ein umfrangreiches Kultur- und Erziehungsprogramm fester Bestandteil der Jugendspiele. Es soll die Rückbesinnung auf die olympischen Ideale wie Fair Play, Freundschaft und Respekt fördern, sowie die soziale Verantwortung für Umwelt und Mitmenschen stärken.

Niederlande meldet Interesse an Jugendspielen an

Die Olympischen Jugendspiele im Winter 2012 wurden an Innsbruck in Österreich vergeben. Die Sommerjugendspiele werden 2014 in Nanjing in China stattfinden. Die Niederlande erwägen nun eine Bewerbung für die Zeit danach. "Es ist etwas, was unser Nationales Olympisches Komitee in Betracht zieht. Das ist der Grund, warum ich hier bin", sagte Kronprinz Willem-Alexander am Sonntag in Singapur. Er ist Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und ergänzte, dass eine Bewerbung nur dann in Frage käme, wenn die gemeinsame Bewerbung mit Belgien um die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 und 2022 erfolglos bliebe.

Autor: Marco Müller (dpa, sid)
Redaktion: Thomas Kohlmann