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Europa League

1. FC Köln schießt sich Frust von der Seele

Dank einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit feiert der 1. FC Köln gegen BATE Borissow seinen ersten Europa-League-Erfolg. War das nun der ersehnte Dosenöffner für den Tabellenletzten der Bundesliga?

Europa League 1. FC Köln Bate Borissow (picture-alliance/dpa/M. Becker)

Yuya Osako (r.) gelang gegen Borissow ein Doppelpack

Geht doch! Der 1. FC Köln kann gewinnen - zumindest in anderen Wettbewerben als der Bundesliga. Acht Tage nach dem überraschenden 3:1-Pokalsieg bei Hertha BSC feierte das gebeutelte Schlusslicht der Bundesliga einen kaum für möglich gehaltenen 5:2 (1:2)-Erfolg in der Europa League gegen den weißrussischen Meister BATE Borissow. Nach dem ersten Sieg beim Europapokal-Comeback nach 25 Jahren bleiben die Kölner zwar Tabellenletzter ihrer Gruppe, dürfen aber noch davon träumen, im Europapokal zu überwintern. Wobei sich dieser Traum beinahe verbietet, muss doch eigentlich ein anderer aus Sicht der Geißböcke im Vordergrund stehen: der Traum vom Klassenerhalt in der Bundesliga, für den nach zehn sieglosen Spielen schon ein mittleres Wunder nötig ist.

Diesmal belohnt

Die erste Halbzeit gegen Borissow verlief wie viele der letzten Bundesliga-Spiele der Kölner. Die Mannschaft von Trainer Peter Stöger begann engagiert, spielte auch ordentlich und musste dann doch wieder Nackenschläge einstecken. Nach der Führung durch Simon Zoller (16. Minute) geriet der FC durch einen Doppelschlag von Borissow (31., 33.) ins Hintertreffen. Alles wie gehabt? Diesmal nicht. Die Kölner spielten ihre bisher beste zweite Halbzeit der Saison und wurden zur Abwechslung mal belohnt. Yuya Osako (54./82.), Sehrou Guirassy (63.) und Milos Jojic (90.) sorgten am Ende für einen klaren Sieg. "Die fünf Tore haben für Einiges entschädigt, was in den letzten Wochen hier von uns geboten worden ist. Es war da teilweise sehr schwer für die Fans, weiter hinter uns zu stehen", sagte FC-Torwart Timo Horn. "Wir haben Gott sei Dank genau die richtige Reaktion gezeigt."

Europa League 1. FC Köln Bate Borissow (Reuters/W. Rattay)

Simon Zoller (2.v.l.) brachte die Kölner in Führung, die aber nicht lange hielt

Stöger: "Moral ist intakt"

War das nun endlich der Dosenöffner für die Kölner? Den hatten viele schon beim Pokalsieg in Berlin vermutet. Doch dann hatte der FC das Derby bei Bayer 04 Leverkusen mit 1:2 verloren. Entsprechend zurückhaltend reagierte Trainer Stöger nun auch nach dem 5:2 gegen Borissow. Er wolle den Erfolg mit Blick auf die Bundesligapartie gegen Hoffenheim nicht überbewerten. "Wir spielen am Sonntag gegen einen starken Gegner", sagte der Österreicher. "Du kannst nur das Positive aus so einem Sieg mitnehmen, mehr nicht." Immerhin, konstatierte Stöger, sei "die Moral intakt, sonst kann man so ein Spiel nicht drehen." Er freue sich auch für die Kölner Zuschauer. "In so einer prekären Situation haben wir den Leuten im Stadion, die uns immer unterstützt haben, etwas zurückgeben können."

Mental im Vorteil?

Vor dem Bundesliga-Duell gegen Hoffenheim kann der Tabellenletzte möglicherweise sogar einen kleinen mentalen Vorteil verbuchen. Während die Kölner mit einem Erfolgserlebnis im Rücken in die Partie starten, müssen die Hoffenheimer erneut einen Dämpfer verdauen. Zum wiederholten Mal verspielte die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann mit dem 1:1 im Europa-League-Spiel bei Istanbul Basaksehir einen schon sicher geglaubten Sieg.

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