1. FC Köln: Auf dem Weg zum Märtyrer | Fußball | DW | 18.11.2017
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Bundesliga

1. FC Köln: Auf dem Weg zum Märtyrer

Wieder hadert Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln mit den Videoschiedsrichtern. Das spielentscheidende Tor bei der Niederlage in Mainz fällt nach einem Elfmeter, der keiner war.

Deutschland FSV Mainz 05 - 1. FC Köln (picture alliance/dpa/T. Frey)

Schiedsrichter Brych (l.) spricht mit seinem Videoassistenten, Kölns Rausch (2.v.l.) ist fassunglos

Es ist der Stoff, aus dem Verschwörungstheorien entstehen. Sollte der 1. FC Köln am Ende dieser Saison den Gang in die 2. Liga antreten müssen - was angesichts der verheerenden Bilanz von nur zwei Punkten aus zwölf Spielen immer wahrscheinlicher wird -, werden nicht wenige FC-Fans ihren Verein zum ersten Märtyrer des Videobeweises erklären. Und das sogar mit einer gewissen Berechtigung. Zum bereits vierten Mal wurden die Kölner beim 0:1 (0:1) beim FSV Mainz 05 ziemlich offensichtlich benachteiligt. Schiedsrichter Felix Brych gab einen Foulelfmeter, der keiner war: Pablo de Blasis fiel im Strafraum, ohne dass sein Kölner Gegenspieler daran Anteil hatte. Doch auch nach Rücksprache mit dem Videoassistenten Tobias Welz blieb Brych bei seiner Entscheidung, die zum Siegtreffer der Mainzer per Elfmeter durch den Ex-Kölner Daniel Brosinski führte. Der vermeintliche Übeltäter Konstantin Rausch verstand die Welt nicht mehr: "Es ist unglaublich. Es ist eine klare Schwalbe", sagte der Kölner Verteidiger. "Eine Situation, die richtig weh tut und die nicht zum ersten Mal vorgekommen ist."

Stöger: "Jungs fühlen sich betrogen"

Enttäuschter FC-Spieler Maroh. Foto: dpa-pa

Kölns Maroh (r.) am Boden zerstört

Es begann am 4. Spieltag in Dortmund, setzte sich am 5. gegen Frankfurt fort, am 8. in Stuttgart und nun am 12. Spieltag in Mainz - immer wieder trifft es den 1. FC Köln. Selbst der Mainzer Trainer hatte hinterher fast ein bisschen Mitleid mit dem Gegner: "In der besten Phase von Köln haben wir das Tor gemacht. Der Elfmeter war keiner." Und auch Schiedsrichter Brych schwante, dass er mit seiner Entscheidung wohl falsch lag. Der Videoassistent habe ihm bestätigt, dass es einen Kontakt am Knie gegeben habe, sagte Brych: "Ich habe mir jetzt die Bilder angeschaut, ich kann da keinen Kontakt erkennen. Aber ich habe noch nicht alle Einstellungen gesehen." Kölns Trainer Peter Stöger räumte ein, dass es schwierig sei, die richtigen Worte zu finden: "Die Jungs fühlen sich halt betrogen."

Viel zu harmlos

Deutschland 1. FSV Mainz 05 v 1. FC Koeln - Bundesliga (Getty Images/Bongarts/A. Grimm)

Donati lässt seine Wut an der Bande aus

Bei allem Verständnis für den Frust der "Geißböcke" offenbarte das Spiel in Mainz jedoch erneut, dass die Kölner nicht nur wegen des Videobeweises ganz unten in der Tabelle stehen und noch keine einzige Partie gewonnen haben. Wieder waren sie im Angriff viel zu harmlos - selbst gegen zehn Mainzer, nachdem Brych FSV-Verteidiger Giulio Donati nach einer Rangelei mit FC-Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt vom Platz gestellt hatte. Auch diese Entscheidung war - vorsichtig formuliert - diskussionswürdig und wurde nach Videobeweis nicht zurückgenommen. Es gibt also auch andere Opfer als die Kölner.

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