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Nachrichten

09.09.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Russlands Präsident Wladimir Putin hat das EU-Kartellverfahren gegen den russischen Staatskonzern Gazprom als "nicht konstruktiv" kritisiert. Er warf der EU vor, mit der juristischen Verfolgung des Moskauer Energiegiganten lediglich die momentanen Probleme in der Eurozone verdecken zu wollen. Europa wolle politischen Einfluss zurückgewinnen, und Russland müsse "dafür zahlen", sagte Putin vor Journalisten nach einem Treffen des Asien-Pazifik-Forums APEC nahe Wladiwostok. Einen "Handelskrieg" schloss der Kremlchef aber aus, da man gute Beziehungen pflege. Die EU-Kommission wirft Gazprom vor, die Konkurrenz auszuschalten und die Gaspreise hochzutreiben.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel ist nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" fest entschlossen, einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone zu verhindern. Die Kanzlerin und ihre Berater befürchteten, ein Ausscheiden Athens könnte einen ähnlichen Domino-Effekt auslösen wie die Pleite der Lehman-Bank in der Finanzkrise 2008, meldete die Zeitschrift vorab aus ihrer neuen Ausgabe. Allein Deutschland müsste dann rund 62 Milliarden Euro abschreiben. Auch die politischen Kosten eines griechischen Euro-Austritts schätze Merkel als zu hoch ein, heißt es in dem Bericht weiter. Die Bundesregierung müsste in diesem Fall womöglich andere Krisenländer wie Italien und Spanien durch eine gemeinsame Schuldenunion stabilisieren, befürchteten Merkels Berater, so "Der Spiegel".

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In der griechischen Stadt Thessaloniki haben rund 15.000 Menschen gegen neue Sparpläne der Regierung protestiert. Mit einem fast zwölf Milliarden Euro schweren Paket will das Kabinett von Ministerpräsident Samaras den Inspektoren von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds seine Reformbereitschaft beweisen. Die sogenannte Troika prüft derzeit in Athen den Stand der Umsetzung der Reformen. Ein positiver Bericht ist die Voraussetzung für weitere Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle besucht an diesem Sonntag Israel und die Palästinensergebiete. In Jerusalem stehen Treffen mit Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak auf dem Programm. Dabei dürfte es vor allem um die Lage in Syrien sowie den Streit um das iranische Atomprogramm gehen, von dem sich Israel bedroht fühlt. In Ramallah will Westerwelle mit dem palästinensischen Regierungschef Salam Fajad sprechen. Am Samstag hatte der deutsche Außenminister in Jordanien ein Lager für Flüchtlinge aus Syrien besucht. Dabei sagte Westerwelle weitere zwei Millionen Euro als deutsche Hilfe zu.

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In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong haben Parlamentswahlen begonnen. Die Stimmabgabe steht unter dem Eindruck eines heftigen Streits um die Einführung eines Patriotismus-Pflichtfachs an den Schulen der Metropole, gegen die in den vergangenen Tagen Zehntausende Hongkonger auf die Straße gegangen waren. Angesichts anhaltender Forderungen nach Demokratie gilt die Wahl als Stimmungstest für die von Peking gelenkte Regierung. Die Pläne für den neuen Unterricht waren vom Gouverneur der ehemaligen britischen Kronkolonie, Leung Chun-Ying, kurz vor der Abstimmung überraschend zurückgezogen und durch eine freiwillige Regelung ersetzt worden. Kritiker hatten eine "Gehirnwäsche" für den Sozialismus und die KP befürchtet.

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Bei schweren Ausschreitungen am Rande eines kurdischen Kulturfestivals in Mannheim sind 80 Polizisten verletzt worden, einer von ihnen schwer. Über Stunden standen sich nach Darstellung der Polizei rund 2500 gewalttätige oder gewaltbereite Kurden und 600 Polizisten gegenüber. 31 Menschen wurden vorläufig festgenommen. Ausgelöst wurden die Krawalle durch den Versuch von Ordnungskräften, einen 14-Jährigen, der eine verbotene Fahne trug, am Betreten des Festival-Geländes zu hindern. Als ihnen das misslang, riefen sie die Polizei zu Hilfe. Die Beamten seien dann von Besuchern angegriffen worden, berichtete die Polizei weiter. Zu dem Kulturfest waren rund 40.000 Kurden aus ganz Europa nach Mannheim gekommen.

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Der gesellschaftskritische Gangsterfilm "Pieta" des südkoreanischen Regisseurs Kim Ki Duk ist bei den Filmfestspielen in Venedig als bester Film mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Den Silbernen Löwen für die beste Regie erhielt bei der Preisverleihung am Samstag US-Filmemacher Paul Thomas Anderson für "The Master". Die beiden Hauptdarsteller des Sektendramas, Joaquin Phoenix und Philip Seymour Hoffman, teilen sich die Auszeichnung für den besten Schauspieler. Die israelische Darstellerin Hadas Yaron bekam für ihre Rolle in "Fill the Void" den Preis als beste Schauspielerin.

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