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Nachrichten

09.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Hoffnungen der internationalen Staatengemeinschaft auf eine baldige Waffenruhe in Syrien schwinden zusehends. Die Führung in Damaskus beharrt auf einer schriftlichen Garantie der Rebellengruppen, die Waffen niederzulegen. Erst wenn eine solche Garantie vorliege, würden die Regierungstruppen aus bewohnten Gebieten abgezogen, erklärte das syrische Außenministerium. Eigentlich hatte Staatschef Baschar al-Assad einem Friedensplan des Sondergesandten Kofi Annan zugestimmt, der einen Truppenabzug bis Dienstag und eine Waffenruhe bis Donnerstagmorgen vorsieht. Der UN-Sicherheitsrat schloss "weitere Schritte" nicht mehr aus, sollte der Annan-Plan nicht umgesetzt werden.

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Vor den für Ende dieser Woche geplanten internationalen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm bleiben die Fronten verhärtet. Die Führung in Teheran wies Forderungen nach einem Anreicherungsstopp für Uran und Schließung der unterirdischen Nuklearanlage Fordo zurück. Solche Vorgaben seien nicht sinnvoll, sagte der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Ferejdun Abbasi. Die neue Runde der Gespräche zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland soll am nächsten Samstag im türkischen Istanbul beginnen. Die iranische Regierung wird verdächtigt, unter dem Deckmantel der zivilen Kernenergienutzung heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

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Das von Israel verhängte Einreiseverbot gegen den Literaturnobelpreisträger Günter Grass ist in Deutschland auf Kritik gestoßen. Friedensinitiativen und Politiker bezeichneten die Maßnahme als unangemessen. Wegen seines Gedichts "Was gesagt werden muss" war Grass von Israels Innenminister Eli Jischai am Sonntag zur "unerwünschten Person" erklärt worden. In dem Gedicht wirft Grass Israel vor, den Weltfrieden zu gefährden. Der Iran sei von einem atomaren Präventivschlag durch Israel bedroht, der das iranische Volk auslöschen könne, so der 84-Jährige. Das Gedicht brachte dem Nobelpreisträger im In- und Ausland den Vorwurf des Antisemitismus ein. Grass hatte sich verteidigt und seinen Kritikern seinerseits eine Kampagne gegen ihn vorgeworfen.

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China hat einen Industrieverband für Seltene Erden gegründet. Wie das zuständige Ministerium für Industrie und Informationstechnologie mitteilte, soll der Verband den Abbau und die Verarbeitung der Rohstoffe koordinieren und einen - so wörtlich - "vernünftigen Preismechanismus" entwickeln. Seltene Erden werden für viele moderne Elektronikprodukte benötigt. China kontrolliert etwa 97 Prozent der Weltproduktion. Das führt immer wieder zu Konflikten. So hat die EU zusammen mit den USA und Japan im März Beschwerde bei der Welthandelsorganisation WTO eingereicht. Chinas Export- und Preispolitik bei den Seltenen Erden verstoße gegen internationale Handelsregeln. Peking halte illegal die Exporte niedrig, um der heimischen Industrie Vorteile zu verschaffen. China weist die Vorwürfe zurück.

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Im Irak haben Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben eine Terrorzelle mit Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk zerschlagen. Die festgenommenen Mitglieder würden für tödliche Anschläge und Raubüberfälle in Bagdad verantwortlich gemacht, teilte eine Geheimdiensteinheit der Polizei mit. Außerdem seien Bomben und Waffen beschlagnahmt worden, heißt es. Die zerschlagene Zelle habe aus 25 Personen bestanden und zu Ansar al Islam gehört, einer radikalen sunnitischen Gruppierung.

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Zweieinhalb Wochen nach dem Militärputsch in Mali hat der entmachtete Präsident des westafrikanischen Landes, Amadou Toumani Touré, offiziell seinen Rücktritt erklärt. Touré wolle damit den Weg für eine Machtübergabe des Militärs an eine Übergangsregierung ebnen, teilte die regionale Staatengemeinschaft ECOWAS mit. Die Putschisten hatten sich zuvor mit der ECOWAS geeinigt und angekündigt, die Macht wieder in die Hände einer zivilen Regierung zu legen. Ein Abkommen sieht vor, dass der bisherige Parlamentspräsident Dioncounda Traoré zum Übergangsstaatschef ernannt wird. Gemeinsam mit der von ihm zu bildenden Übergangsregierung soll er Präsidentschafts- und Parlamentswahlen organisieren.

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