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Nachrichten

09.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die USA haben eine ungewöhnlich deutliche Warnung an die iranische Führung gerichtet. Der Iran überschreite eine "rote Linie", wenn er Atomwaffen entwickeln oder wichtige Schifffahrtswege wie die Straße von Hormus blockieren sollte, sagte Verteidigungsminister Leon Panetta. Die iranische Führung hatte zuvor bekanntgegeben, eine neue Atom-Anlage nahe der Stadt Kom in Betrieb zu nehmen. Außerdem wurde ein weiteres Manöver an der Straße von Hormus angekündigt, mit deren Blockade die Islamische Republik bereits mehrfach gedroht hat.

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Ein ehemaliger amerikanischer Marinesoldat, der ebenfalls die iranische Staatsbürgerschaft besitzt, ist in Teheran zum Tode verurteilt worden. Die Nachrichtenagentur Fars meldete, das iranische Revolutionsgericht habe dem 28-jährigen Amir Mirsai Hekmati zur Last gelegt, mit einem feindlichen Land zusammengearbeitet zu haben. Er sei Agent des US-Geheimdienstes CIA gewesen, so der Vorwurf. Der als Sohn iranischer Einwanderer in den USA geborene Hekmati war Mitte Dezember im iranischen Staatsfernsehen zu sehen. Dabei hatte er sich selbst der Spionage bezichtigt. Dagegen erklärte seine Familie in den USA, Hekmati sei kein Spion. Er sei nur zum Besuch seiner beiden iranischen Großmütter in den Iran gereist.

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Die israelische Regierung wird in diesem Jahr etwa sechs Prozent mehr für Verteidigung ausgeben - statt die Militärausgaben wie versprochen zu kürzen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, der Verteidigungshaushalt werde um umgerechnet mehr als 613 Millionen Euro aufgestockt. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass angesichts der vielen Herausforderungen und Bedrohungen in der Region eine Kürzung des Militäretats ein "großer Fehler" wäre. - Angesichts heftiger Sozialproteste hatte Netanjahu noch im Oktober die Empfehlung einer Expertenkommission unterstützt, das rund elf Milliarden Euro große Militärbudget zu verringern. Mit den Einsparungen sollten Sozialreformen finanziert werden.

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Zum Abschluss seiner Nordafrika-Reise trifft Bundesaußenminister Guido Westerwelle heute in Tunesien mit Präsident Moncef Marzouki und Regierungschef Hamadi Jebali zusammen. Nach Libyen hat Deutschland auch Tunesien schon weitere Unterstützung zugesichert. Westerwelle sagte, für dieses und das kommende Jahr habe Deutschland dafür 32 Millionen Euro eingeplant. Damit solle dem Land geholfen werden demokratische Strukturen zu festigen und den Menschen bessere wirtschaftliche Perspektiven zu ermöglichen. Der Schwerpunkt liege dabei auf den Themen Arbeit, Bildung und Mobilität. - Der Bundesaußenminister hatte zuvor in Algerien und Libyen Station gemacht. Dort warb er für Reformen und den Ausbau der Handelsbeziehungen mit deutschen Firmen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy beraten an diesem Montag in Berlin über das weitere Vorgehen in der Euro-Schuldenkrise. Beide wollen sich vor dem nächsten EU-Sondergipfel Ende Januar abstimmen. Bei dem Treffen im Kanzleramt geht es auch um die Umsetzung des von beiden Ländern angestoßenen zwischenstaatlichen Vertrages zu mehr Haushaltsdisziplin. Auf die Gründung dieser sogenannten Fiskalunion hatten sich im Dezember 23 der insgesamt 27 EU-Mitgliedsstaaten geeinigt, nachdem eine gemeinschaftliche Lösung am Veto Großbritanniens gescheitert war. Die Regierung in London will damit den Finanzplatz London schützen. Frankreich hatte einen Alleingang bei der Einführung nicht ausgeschlossen, dagegen steht die Bundesregierung solchen Plänen skeptisch gegenüber und befürwortet eine europäische Lösung.

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CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder hat das Krisenmanagement von Bundespräsident Christian Wulff in der Kredit- und Medienaffäre als "wirklich nicht gut" bezeichnet. Es wäre am besten gewesen, in einem Aufwasch alles darzulegen, so Kauder. Außerdem sei es sicher kein Ausweis von Klugheit gewesen, einem Chefredakteur in dieser Angelegenheit auf die Mailbox zu sprechen, urteilte Kauder. Er hob jedoch hervor, der Bundespräsident habe die Fehler eingeräumt, sich dafür entschuldigt und werde im Amt bleiben. Daher seien auch alle Diskussionen über einen neuen Kandidaten "Unsinn". - Die Oppositionsparteien SPD und Grüne hatten zuvor angeboten, der Koalition bei der Suche nach einem Nachfolger behilflich zu sein, falls der Bundespräsident doch noch zurücktreten sollte.

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