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Nachrichten

08.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Deutschland will Schwerverletzte aus Libyen ausfliegen und in deutschen Krankenhäusern behandeln lassen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, man arbeite mit libyschen Partnern mit Hochdruck daran, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dies rasch umzusetzen. Nach seinen Angaben hält sich seit Dienstag ein deutsches Sanitätsteam mit Ärzten der Bundeswehr in Tunis auf. Es prüfe in Absprache mit der libyschen Seite, wie verletzten Opfern geholfen werden könne. Zudem seien die deutschen Botschaften in Tunis und Kairo angewiesen, Visa für Verletzte schnell auszustellen. Auch die wieder eröffnete deutsche Botschaft in Tripolis stelle in dringenden Fällen Visa aus. Demnach ist Deutschland derzeit der einzige EU-Staat, der die Einreise von Gewaltopfern aus Libyen in den Schengen-Raum erlaubt. Nach Angaben des libyschen Übergangsrates gibt es allein in Tunesien mehr als 2000 schwer verletzte Libyer, die in ihrem Heimatland derzeit nicht behandelt werden können.

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Horst Seehofer bleibt CSU-Vorsitzender. Auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg bestätigten die Delegierten den bayerischen Ministerpräsidenten mit 89,9 Prozent der gültigen Stimmen für zwei Jahre im Amt. Vor zwei Jahren hatte Seehofer 88,1 Prozent erreicht. Er war der einzige Kandidat. In seiner Grundsatzrede vor der Abstimmung hatte er vor allem die Erfolge der bayerischen Politik herausgestellt. Der Freistaat habe die niedrigste Arbeitslosenquote, die beste Bildungspolitik und die geringste Kriminalität. In scharfer Form attakierte er die politischen Rivalen SPD und Grüne. Der Euro-Skeptiker Peter Gauweiler verpasste den Sprung in die CSU-Spitze. Gauweiler verlor knapp das Duell mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer bei der Wahl der stellvertretenden CSU-Vorsitzenden.

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Der Präsident der Weltbank, Robert Zoellick, hat eine mangelnde Führungsrolle Deutschlands in der Euro-Krise beklagt und der Bundesregierung vorgeworfen, keine Vision für die weitere Entwicklung der Gemeinschaftswährung zu haben. Zoellick sagte der "Wirtschaftswoche", Vieles in der Politik geschehe in der Art des Durchwurstelns, die Wirtschaft und die Märkte benötigten aber Orientierung und Klarheit. Beim Zusammenbruch des Ostblocks habe der damalige Kanzler Helmut Kohl eine Vision gehabt, wie sich die Dinge entwickeln könnten. So etwas fehle jetzt völlig. Je länger dieser Zustand dauere, desto mehr Geld koste dies und desto weniger Handlungsoptionen gebe es. Zoellick betonte, Deutschland müsse bei der Bewältigung der Krise mehr Verantwortung übernehmen. Andere große europäische Staaten wie Frankreich, Italien und Großbritannien könnten derzeit aus verschiedenen Gründen keine Lösungen anbieten.

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Nach Griechenland bekommt nun auch Portugal ein Brüsseler Expertenteam, das beim besseren Einsatz von EU-Mitteln in dem finanzschwachen Euroland helfen soll. Wie die EU-Kommission mitteilte, hat die portugiesische Regierung diese Unterstützung angefordert. Portugal bekommt von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds Hilfszahlungen von 78 Milliarden Euro. Im Gegenzug hat sich das Land zu einem strengen Sparkurs und Reformen verpflichtet.

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Nach monatelangen Verhandlungen haben sich in Belgien acht Parteien auf eine Staatsreform geeinigt. Wie die Nachrichtenagentur Belga meldete, räumten der designierte sozialistische Premierminister Elio Di Rupo und die Parteichefs in der Nacht zum Samstag die letzten Hürden aus dem Weg. Zu der Reform gehört die Aufspaltung des Gerichts- und Wahlbezirks Brüssel und Umland. Bei dem Neuzuschnitt bleiben Sonderrechte von frankophonen Belgiern gewahrt, die in flämischen Umlandgemeinden der Hauptstadt Brüssel leben. Dies war bislang ein wesentlicher Streitpunkt zwischen niederländischsprachigen Flamen und französischsprachigen Wallonen. Die Reform wird als Vorbedingung für die Bildung einer neuen Regierung gesehen, auf die die Belgier seit 16 Monaten warten. Belgien ist seit den Wahlen Mitte Juni 2010 ohne gewählte Regierung und damit Weltrekordhalter.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend stark bewölkt mit häufigen Schauern. Am Alpenrand ab etwa 1000 Meter Schnee. Längere Auflockerungen nur nordöstlich der Elbe. Die Höchstwerte liegen zwischen sechs und 13 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Sonntag im Osten zeitweise Aufheiterungen. Von Westen kommen neue Regenfälle auf. Die Temperaturen steigen auf maximal sieben bis 14 Grad.

 

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