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Nachrichten

08.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.


Ungeachtet der weltweiten Krisengespräche und Stabilisierungsbemühungen haben die Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum ihre Verluste zum Wochenauftakt deutlich ausgeweitet. In Tokio fiel der Nikkei-Index um mehr als zwei Prozent. An den anderen asiatischen Börsen gab es zum Teil noch kräftigere Verluste: Die Aktienmärkte in Südkorea und Taiwan gaben um jeweils mehr als vier Prozent nach. In China sank der Hang-Seng-Index ebenfalls um mehr als vier Prozent, der wichtigste Index in Shanghai verlor 3,7 Prozent. Gründe für den Rückgang sind die Angst vor einer Rezession in den USA. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft am Freitag nach Börsenschluss sorgte für zusätzliche Verunsicherung. Zudem fürchten Anleger eine Ausweitung der europäischen Schuldenkrise, nachdem die Renditen für italienische und spanische Anleihen in der vergangenen Woche gestiegen waren.

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Die Angst vor anhaltenden Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten und unabsehbaren Folgen für die Weltwirtschaft hat die führenden Industrie- und Schwellenländer zum Handeln gezwungen. Nach zahlreichen Telefonkonferenzen der G7-Gruppe versicherte auch die G20-Gruppe mit einer in Südkorea verbreiteten Erklärung, falls erforderlich, wolle man gemeinsam für Liquidität und Stabilität an den Finanzmärkten sorgen. Um das wachsende Misstrauen einzudämmen, kündigte auch die Europäische Zentralbank an, weitere Staatsanleihen in der Eurozone aufzukaufen. Die Notenbank wolle ihr Anleihe-Kaufprogramm "aktiv umsetzen", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet in Frankfurt am Main. Offen blieb, ob die Zentralbank auch italienische und spanische Anleihen kaufen wird. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy bekräftigten ihr Engagement für die Euro-Zone.

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Die Schuldenkrisen in Europa und den USA werden nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft das Wirtschaftswachstum in Deutschland abbremsen. Der Konjunkturchef des Kieler Instituts, Joachim Scheide, sagte dem "Handelsblatt", er erwarte für das kommende Jahr in Deutschland nur noch ein schwaches Wachstum. Die erst im Juni abgegebene Prognose von 1,6 Prozent für 2012 sehe er jetzt pessimistischer. Nach seinen Worten hat das Risiko einer weltweiten Rezession zugenommen. - Dagegen erwartet der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, keinen Wachstumseinbruch in der Bundesrepublik. Für das laufende Jahr rechnet er weiter mit einem Konjunkturplus von 3,5 Prozent. Im nächsten Jahr werde sich die Wirtschaftsentwicklung dann auf etwas niedrigerem Niveau stabilisieren, sagte Driftmann dem Deutschlandfunk in Köln.

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Flugreisende müssen sich für Dienstag wieder auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen: Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Flugsicherung hat die zuständige Gewerkschaft zum bundesweiten Streik aufgerufen. Der Ausstand ist zwischen 6 und 12 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit vorgesehen. Die Gewerkschaft fordert für die mehr als 5000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Flugsicherung, unter ihnen fast 2000 Fluglotsen, sechseinhalb Prozent mehr Geld und mehr Einfluss auf Strukturen und Personalentscheidungen. Ein für Donnerstag vergangener Woche geplanter Lotsenstreik war kurzfristig abgesagt worden, nachdem das Arbeitsgericht Frankfurt den Ausstand untersagt hatte. Auch gegen den für Dienstag angekündigten Streik will die Deutsche Flugsicherung gerichtlich vorgehen.

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Außenminister Guido Westerwelle hat weitere Unterstützung im Kampf gegen die Hungersnot in Ostafrika angekündigt. Die Bundesregierung wolle helfen, das Leben der vielen Flüchtlinge vor allem aus Somalia erträglicher zu machen, sagte er in einem Zeitungsinterview. Dazu entsende sie eine Mission des Technischen Hilfswerks nach Äthiopien. Im Camp Dolo Ado soll das Team aus 13 Einsatzkräften helfen, die Wasserversorgung zu verbessern sowie Elektro- und Sanitäranlagen auszubauen. Zudem wird der Afrikabeauftragte des Auswärtigen Amts, Walter Lindner, in der kommenden Woche politische Gespräche in Tansania, Uganda und Kenia führen. Er will auch das weltgrößte Flüchtlingslager im kenianischen Dadaab besuchen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Schauer, die im Westen und südlich der Donau kräftiger ausfallen. In einem Streifen vom Schwarzwald über Franken bis hin zur Lausitz nachmittags auch etwas Sonne. Höchstwerte zwischen 15 Grad im Sauerland und bis zu 22 Grad an der Neiße. Die weiteren Aussichten: Am Dienstag wechselhaftes und windiges Schauerwetter mit Temperaturen maximal bis 20 Grad.

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