1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

08.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Die internationale Staatengemeinschaft hat der Regierung in Kabul auch für die Zeit nach dem Abzug der ausländischen Soldaten im Jahr 2014 Milliardenhilfen in Aussicht gestellt. Auf der Afghanistan-Konferenz in Tokio beliefen sich die Zusagen bis 2015 auf rund 16 Milliarden Dollar, verlautete aus der japanischen Delegation. Das sind rund vier Milliarden Dollar pro Jahr. Im Gegenzug verpflichtet sich Afghanistan in einem Abschlussdokument zu Gegenleistungen - von freien Wahlen über bessere Finanzaufsicht und Regierungsführung bis zur Bekämpfung der Korruption. Dies mahnte auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle vor den Delegierten aus rund 70 Geber- und Nachbarländern sowie von internationalen Organisationen an. Deutschland werde nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes im Jahr 2014 weiter 430 Millionen Euro pro Jahr bis zumindest 2016 zur Entwicklung des Landes aufbringen. Präsident Hamid Karsai dankte Westerwelle für die deutsche Hilfe.

***

Frankreichs Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel feiern an diesem Sonntag die Versöhnung beider Länder vor 50 Jahren. Beide Politiker nehmen in der Kathedrale der Stadt Reims an einem Versöhnungsgottesdienst teil. Merkel und Hollande erinnern damit an das historische Treffen des damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle mit Bundeskanzler Konrad Adenauer am 8. Juli 1962 in der ostfranzösischen Stadt. Nur wenige Monate später unterzeichneten beide den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag im Elysée-Palast in Paris. Anders als mit seinem Amtsvorgänger Nicolas Sarkozy ist das Verhältnis zwischen Hollande und Merkel unterkühlt. Vor allem in der Eurokrise vertreten beide unterschiedliche Auffassungen über einen möglichen Ausweg.

***

Bundespräsident Joachim Gauck hat Bundeskanzlerin Angela Merkel gemahnt, den Bürgern ihren Kurs zur Rettung des Euro besser zu erklären. Gauck sagte im Zweiten Deutschen Fernsehen, Merkel habe die Verpflichtung, detailliert zu beschreiben, was ihre Vorhaben auch steuerpolitisch bedeuteten. Manchmal fehle die Energie, "der Bevölkerung sehr offen zu sagen, was eigentlich passiert". Die Politik insgesamt kommuniziere manchmal zu wenig. Zugleich betonte er, die Arbeit der Kanzlerin mit großem Respekt zu betrachten. Gauck begrüßte die Klagen beim Bundesverfassungsgericht gegen den dauerhaften Rettungsschirm ESM und den Fiskalpakt. Die Kläger hätten "alles Recht, ihre Sorgen zum Ausdruck zu bringen". Nach der Zustimmung von Bundestag und Bundesrat Ende Juni zu beiden Gesetzesvorhaben waren Verfassungsklagen eingegangen. Gauck unterzeichnete deshalb die Gesetze zunächst nicht. Am Dienstag will das höchste deutsche Gericht über die Eil-Anträge verhandeln.

***

Als Folge aus der Affäre um die Vernichtung von Akten plant Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich einen Umbau des Verfassungsschutzes. Die aufgetretenen Mängel zeigten, dass es im Verfassungsschutz-Verbund dringenden Reformbedarf gebe, sagte Friedrich. Er sei entschlossen, "die Organisation ohne jedes Tabu zu überprüfen und wo notwendig zu verändern". Dabei gebe es "keine Schere im Kopf". Der CSU-Politiker plädierte erneut dafür, die Befugnisse des Generalbundesanwaltes auszuweiten. Gleichwohl warnte Friedrich, die Arbeit des Verfassungsschutzes insgesamt schlecht zu reden. Nach den Pannen bei der Verfolgung der Neonazi-Zelle NSU hatte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, am Montag den Verzicht auf sein Amt zum Monatsende erklärt. Kurz nach der Aufdeckung der NSU-Mordserie hatte ein Referatsleiter seines Amtes Akten zu thüringischen Rechtsextremisten vernichtet.

***

Die erste freie Parlamentswahl in Libyen nach Jahrzehnten hat im Westen ein positives Echo ausgelöst. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "Meilenstein" beim Übergang Libyens zur Demokratie. Er sicherte dem Land weitere amerikanische Hilfen zu. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte, die Abstimmung markiere den "Beginn einer neuen demokratischen Ära". Die Libyer hätten in einem "Klima der Freiheit" gewählt. Knapp neun Monate nach dem Tod des langjährigen Staatschefs Muammar al-Gaddafi hatten die Libyer am Sonntag eine Nationalversammlung gewählt, die eine neue Regierung benennen und die Bildung einer Verfassungskommission vorbereiten soll. Die Wahlbeteiligung erreichte nach ersten Informationen der Wahlkommission 60 Prozent. Der Wahlgang wurde in mehreren Regionen erheblich gestört, vor allem im Osten des Landes.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema