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Nachrichten

08.07.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Kanzlerin Angela Merkel hat das Schweigen der Bundesregierung zum umstrittenen Panzergeschäft mit Saudi-Arabien verteidigt. Beschlüsse im Bundessicherheitsrat seien aus gutem Grund geheim, sagte Merkel der "Mittelbayerischen Zeitung". Die nötige Transparenz sei aber durch den jährlichen Rüstungsexportbericht gegeben. Es geht um die mutmaßliche Lieferung von 200 Leopard-2-Kampfpanzern an Saudi-Arabien. Unter Verweis auf die Verletzung der Menschenrechte dort sind die Oppositionsparteien SPD, Grüne und Linke gegen das Geschäft. An diesem Freitag wird sich der Bundestag erneut mit dem Thema befassen. Auf Antrag der Linksfraktion soll die Regierung aufgefordert werden, ihre Genehmigung für den Verkauf der Panzer zu widerrufen. Durch die namentliche Abstimmung sollen vor allem die Abgeordneten der Koalitionsfraktionen gezwungen werden, ihre Haltung offenzulegen. Auch in Unionsparteien und FDP hatte der Panzerverkauf Irritationen ausgelöst.

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US-Generalstabschef Mike Mullen hat erstmals bestätigt, dass die Regierungen der USA und des Irak über einen Verbleib von US-Truppen über das festgesetzte Abzugsdatum hinaus verhandeln. Mullen sprach in Washington von schwierigen Gesprächen. Es ginge sowohl um die Größe des nach dem 31. Dezember eventuell verbleibenden Militärkontingents als auch um die Defizite der irakischen Armee. Die Iraker hätten eindeutig Schwächen bei der Luftwaffe, der Luftabwehr und der Aufklärung.

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Der bei einem Anschlag vor einem Monat schwer verletzte jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh hat sich erstmals im Staatsfernsehen gezeigt. Seit seiner Behandlung in einem Krankenhaus im saudi-arabischen Riad habe er acht Eingriffe mit Erfolg überstanden, sagte Saleh. Er rief seine Landsleute zu einem Dialog auf, äußerte sich aber nicht zu einer möglichen Rückkehr in den Jemen. Der umstrittene Staatschef hatte Anfang Juni inmitten der Proteste gegen seine mehr als 30-jährige autoritäre Herrschaft bei einer Bombenexplosion in seinem Palast schwere Brandverletzungen erlitten.

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In Deutschland dürfen Embryonen nach einer künstlichen Befruchtung künftig auf Gendefekte getestet werden. Der Bundestag stimmte nach einer gefühlsgeladenen Debatte und frei von jedem Parteienstreit für die begrenzte Zulassung der umstrittenen Präimplantationsdiagnostik (PID). Der entsprechende Gesetzentwurf erhielt 326 Stimmen, ein striktes Verbot der PID befürworteten 260 Abgeordnete. Nach dem Beschluss des Parlaments bleiben Tests an den Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib zwar grundsätzlich verboten. Sie sind aber erlaubt, wenn wegen elterlicher Gen-Anlagen eine Tot- oder Fehlgeburt oder eine schwere Krankheit des Kindes wahrscheinlich ist. Dies hat im negativen Fall die Vernichtung der Embryonen zur Folge. Eine Beratung ist Pflicht, eine Ethikkommission muss der Untersuchung zustimmen.

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Außenminister Guido Westerwelle setzt sich für eine neue europäische Ratingagentur ein. Die aktuelle Diskussion zeige, dass man neutrale Ratingagenturen brauche, die unvoreingenommen bewerten und weltweit die gleichen Maßstäbe anlegen, sagte Westerwelle. Die Unabhängigkeit könnte durch ein Stiftungsmodell sichergestellt werden. Auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle hat eine solche Agentur gefordert, um die Monopolstellung der angelsächsischen Institute zu durchbrechen. Am Mittwoch hatte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier erklärt, die Kommission prüfe die Möglichkeit, Bonitätsbewertungen der Ratingagenturen für angeschlagene EU-Staaten auszusetzen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechsel von Sonne und Wolken und meist trocken. Nur im Bergland einzelne Schauer und Gewitter. Höchstwerte 20 bis 26 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Samstag zunächst heiter, später Wolkenaufzug und zunehmende Schauer- und Gewitterneigung. Höchsttemperaturen 23 bis 28 Grad.

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