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Nachrichten

08.05.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Im Westen Libyens dauern die erbitterten Gefechte rund um die belagerte Hafenstadt Misrata an. Truppen von Machthaber Muammar al Gaddafi bemühten sich, die Aufständischen durch anhaltenden Beschuss zu isolieren und von jeglicher Versorgung abzuschneiden. Über dem Hafen lag eine riesige Rauchwolke, nachdem am Vortag Treibstofflager in Brand geschossen worden waren. Erneut wurden Vorwürfe der illegalen Kriegsführung an die Adresse der Belagerer laut. Der arabische Sender Al-Dschasira berichtete, dass Gaddafi-Milizen Sanitätshubschrauber eingesetzt hätten, um den Hafen zu verminen. Bereits zuvor war das von den Vereinten Nationen verfügte Flugverbot durch den Einsatz von Agrar-Flugzeugen zu Bombenabwürfen über Misrata missachtet worden. Britische Kampfflugzeuge meldeten unterdessen einen erfolgreichen Einsatz gegen libysche Raketenwerfer in der Nähe der Hafenstadt Sirte.

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Der Flüchtlingsstrom aus Nordafrika auf die italienische Mittelmeer-Insel Lampedusa reißt nicht ab. Ein bereits von der italienischen Küstenwache begleitetes Boot mit bis zu 500 Flüchtlingen lief vermutlich wegen eines Ruderschadens nahe des Hafens auf einen Felsen. An Bord brach daraufhin Panik aus, berichten italienische Medien. Viele der Flüchtlinge sprangen ins Wasser, konnten aber durch einen Großeinsatz von Polizei und Hilfsorganisationen gerettet werden. Bei den Schiffbrüchigen handelte es sich vor allem um Gastarbeiter aus Afrika und Asien, die in Libyen gearbeitet hatten. In den vergangenen drei Tagen landeten somit erneut rund 2000 Migranten mit mehreren Schiffen auf der kleinen Felsinsel südlich von Sizilien. Seit Beginn der Demokratiebewegung in Nordafrika im Januar kamen etwa 30.000 Menschen nach Lampedusa. Die meisten von ihnen waren Tunesier.

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Das syrische Militär belagert nach Angaben von Aktivisten nun auch die Industriestadt Homs. Panzer seien in der Nacht zum Sonntag in mehrere Viertel vorgerückt, in denen hauptsächlich Gegner von Präsident Baschar el Assad lebten, teilten Menschenrechtler mit. Stromleitungen und Kommunikationsverbindungen seien zuvor gekappt worden. Aus einigen Stadtteilen sei schweres Maschinengewehrfeuer zu hören gewesen. Zuvor war die Armee auch in die nördliche Küstenstadt Banias sowie in die südliche Stadt Daara vorgerückt. In Banias seien anschließend hunderte Menschen festgenommen worden, hieß es. Am Vortag hatte die Opposition erstmals einen politischen Forderungskatalog vorgelegt. Darin verlangt sie ein Ende der Gewalt gegen Demonstranten, politische Freiheit und demokratische Wahlen innerhalb eines halben Jahres.

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Bei einer Häftlingsrevolte in einem Gefängnis in Bagdad sind 16 Menschen getötet worden. 14 Menschen seien bei dem stundenlangen Tumult auf dem Gelände des irakischen Innenministeriums verletzt worden, teilte ein Ministeriumsmitarbeiter mit. Gefangene hatten die Waffen von Ordnungskräften in ihre Gewalt gebracht und mehrere Geiseln genommen. Bei den Getöteten handelt es sich den Angaben zufolge um sechs Polizisten und zehn Gefangene. Einige von ihnen sollen dem Terrornetzwerk Al Kaida angehören. Nachdem ein US-Sonderkommando vor einer Woche Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in seinem Versteck in Pakistan erschossen hatte, wurden im Irak die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die Behörden fürchten Vergeltungsschläge des irakischen Ablegers.

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Nach den blutigen Zusammenstößen zwischen koptischen Christen und Muslimen in Kairo hat der ägyptische Ministerpräsident, Essam Sharaf, eine Krisensitzung des Kabinetts anberaumt. Seine für heute geplante Reise nach Bahrain und in die Vereinigten Arabischen Emirate sei verschoben worden, teilte ein Sprecher mit. Zuvor waren bei Ausschreitungen in einem Arbeiterviertel im Nordosten Kairos nach Behördenangaben mindestens zehn Menschen getötet und über Hundert verletzt worden. Konservative Muslime hatten die koptische Kirche Sankt Mina angriffen, um eine Christin zu befreien, die dort angeblich festgehalten wurde, weil sie zum Islam konvertieren wollte. Seit Monaten gibt es immer wieder Auseinandersetzungen zwischen der christlichen Minderheit und Muslimen in Ägypten.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Erneut viel Sonnenschein. Höchsttemperaturen zwischen 17 Grad Celsius an der Neiße und bis 28 Grad am Oberrhein. An den Küsten teils deutlich kühler. Die weiteren Aussichten: In der Nacht gering bewölkt und trocken. Tiefstwerte zwischen 14 Grad an der Ruhr und drei Grad im Allgäu.

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